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Ab wann ist man arm? - Definition

Wer unterhalb der Armutsgrenze lebt, ist nicht mehr in der Lage, sich mit den nötigen Ressourcen zu versorgen, ohne die ein menschenwürdiges Leben nicht möglich ist. Doch ab wann ist man arm? Der nachfolgende Artikel versucht, diese Frage durch verständliche Definitionen zu beantworten.

Weltweit sind nach wie vor mehrere Millionen Menschen arm oder von Armut bedroht.
Weltweit sind nach wie vor mehrere Millionen Menschen arm oder von Armut bedroht. © Sara_Hegewald / Pixelio

Um zu entscheiden, wer staatliche Unterstützung erhält und wer nicht, muss eine Armutsgrenze festgelegt werden. Die Frage, ab wann man arm ist, ist jedoch nicht leicht zu beantworten, da die Armutsgrenze von Land zu Land und sogar innerhalb eines Landes variieren kann.

Was ist Armut?

Wann ist ein Mensch arm? Diese Frage wird mithilfe verschiedener statistischer Werte beantwortet. Doch zunächst muss geklärt werden, was Armut überhaupt bedeutet. 

  • Im westlich-ökonomischen Verständnis bedeutet Armut, dass ein Mensch nicht mit eigenen finanziellen Mitteln in der Lage ist, seine Grundbedürfnisse nach Nahrung, einem festen Wohnsitz und Kleidung zu stillen.
  • Da die Armut in Industrieländern deutlich andere Dimensionen hat als die Armut in Entwicklungsländern, wird zwischen zwei Armutsbegriffen unterschieden. Von der absoluten Armut spricht man, wenn eine Person über weniger als 1,25 US-Dollar täglich verfügt, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. In westlichen Ländern hingegen sind mehr Menschen von der sogenannten relativen Armut betroffen. Dabei liegt das Einkommen einer Person deutlich unter dem Durchschnittseinkommen eines bestimmten Staates.

Wann ist der Mensch arm?

  • Die relative Armut wird in Europa bestimmt, indem zum Vergleich der Durchschnittsverdienst in den EU-Ländern herangezogen wird. Wenn einer Person nur 40 Prozent oder weniger von diesem EU-Durchschnittseinkommen zur Verfügung hat, so gilt diese als arm.
  • Wer 60 Prozent oder weniger im Vergleich zum durchschnittlichen EU-Bürger verdient, gilt als armutsgefährdet.
  • In Deutschland galten im Jahr 2011 12,6 Millionen Menschen als von Armut bedroht. Diese hatten monatlich weniger als 940 Euro zur Verfügung.
  • Die absolute Armut in Entwicklungsländern bedroht jedoch die Menschen, die von ihr betroffen sind in weit größerem Maße, wie es die relative Armut in Industrieländern tut. Solange es eine soziale Absicherung gibt, muss ein Mensch in der Regel nicht fürchten verhungern, verdursten, erfrieren zu müssen oder an heilbaren Krankheiten zu sterben. In vielen Entwicklungsländern gibt es jedoch keine staatlichen Hilfen für arme Menschen.  Die Frage, ab wann man arm ist, kann also nur im gesellschaftsökonomischen Kontext beantwortet werden.
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