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Zeitung - der Aufbau von Reportagen gelingt so

Reportagen gelten bei vielen als die Königsdisziplin des Journalismus. Wer für eine Zeitung schreiben möchte, muss den Aufbau einer Reportage kennen.

Zeitungsreportagen haben einen speziellen Aufbau.
Zeitungsreportagen haben einen speziellen Aufbau. © Gerd_Altmann / Pixelio

Anschaulichkeit in der Zeitung

Die Reportage ist eine von mehreren journalistischen Darstellungsformen.

  • Neben Berichten, Nachrichten, Interviews, Kritiken, Glossen und Kommentaren gehören auch die Reportagen zu den journalistischen Darstellungsformen. Es gibt sie nicht nur bei Zeitungen, sondern auch im Fernsehen und im Radio. Dort heißen Reportagen dann häufig auch Dokumentation oder Feature.  
  • Merkmal der Reportage ist es, dass der Reporter aus eigener Anschauung berichtet. Während er Nachrichten und Berichte auch anhand von Agenturmeldungen oder durch das Einholen telefonischer Informationen verfassen kann, verlässt der Journalist also für die Reportage im Normallfall den Schreibtisch seiner Zeitungsredaktion und begibt sich vor Ort, um von seinen eigenen Beobachtungen zu erzählen, weshalb eine gute Reportage einen stark erzählenden Charakter hat.
  • Damit unterscheiden sich Reportagen also von den neutralen Darstellungsformen Nachricht und Bericht dadurch, dass sie zwar vom Anspruch her ebenfalls objektiv sind, weil sie sich an etwas tatsächlich Vorgefallenes halten, aber in ihrer Gestaltung subjektiv sind, da der Verfasser die Fakten, die er im Verlauf einbringt, durch seine gesammelten Eindrücke ergänzt. Dabei soll er idealerweise trotzdem nicht werten oder kommentieren.
  • Sie zählen aber trotz ihrer subjektiven und unterhaltenden Bestandteile, also ihrer nicht nur informativen, sondern auch unterhaltenden Funktion, zu den informierenden Darstellungsformen, da sie auf Tatsachen beruhen.
  • Ziel einer Reportage ist es, dass sich der Leser gut in die Situation hineinversetzen kann, im Kopf die Bilder vor sich sieht und glaubt, vor Ort zu sein. Dazu muss der Reporter bildhaft schreiben, also beispielsweise viele unterschiedliche beschreibende Adjektive verwenden. Geschrieben sind Reportagen außerdem vorwiegend im Präsens.
  • Eine thematische Beschränkung gibt es für die Reportage nicht. Sie kann einen Hintergrundbericht über aktuelle politische Ereignisse liefern, über ein besonderes Erlebnis eines Menschen berichten oder auch über eine Reise.
  • Eine Reportage ist im Normalfall deutlich länger als ein Bericht, da die anschauliche Schilderung viel Platz benötigt.

So gestalten Sie den Aufbau von Reportagen

Eine gute Zeitungsreportage zu schreiben, ist nicht so einfach. Gewisse Regeln erleichtern es jedoch.

  1. Wichtig für den gelungenen Aufbau einer Reportage ist zunächst einmal der Anfang. Er muss den Leser sofort neugierig machen, so dass er wissen möchte, wie die Geschichte weitergeht. Es gilt, ihn mit an den Ort des Geschehens zu nehmen. Dafür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Sie können beispielsweise mit einer szenischen Schilderung beginnen, das heißt die anwesenden Personen oder die Räumlichkeit anschaulich beschreiben.
  2. Möglich ist es jedoch auch, mit einem Detail anzufangen und von diesem auf das große Ganze zu kommen. Eine weitere Möglichkeit ist es, einen persönlich Betroffenen vorstellen.
  3. Der Einstieg kann auch relativ spektakulär sein, Sie sollten es jedoch nicht übertreiben, sonst fühlt sich der Leser womöglich irgendwann gelangweilt, weil Sie den sensationellen Anfang nicht mehr steigern können und liest vielleicht nicht weiter.
  4. Nach dem Einstieg geht es darum, dem Leser den Kern des Geschehens zu vermitteln, sodass er die notwenigen Fakten erfährt, denn eine Reportage soll ja nicht nur unterhalten, sondern auch informativ sein. Haben Sie mit einem persönlich Betroffenen begonnen, können Sie nun erklären, dass sein Problem noch ganz viele andere haben. Sie können Experten zu Wort kommen lassen oder, wenn es um eine strittige Sache geht, die Gegenseite. In diesen Teil gehören also die wichtigen Informationen, jedoch interessant gestaltet, indem Sie Betroffene und Fachleute zitieren und Ihre Wahrnehmungen schildern.
  5. Am Ende folgt gewissermaßen noch eine Pointe. Hier können Sie beispielsweise, wenn Sie am Angang einen Betroffenen zu Wort kommen ließen, diesen nun ein abschließendes Fazit ziehen lassen oder sich in anderer Weise auf den Anfang zurückbeziehen. Möglich ist auch, dass Sie selbst ein Fazit ziehen. Wichtig ist jedenfalls, dass die Reportage abgerundet ist. 

Wer gute Reportagen für Zeitungen schreiben will, braucht Übung, Talent und das nötige Wissen um den richtigen Aufbau.

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