Wie viel Geld braucht man, um zu leben?

Um mit dem Geld, das Ihnen zum Leben monatlich zur Verfügung steht, auszukommen, müssen Sie zuerst den Istzustand betrachten. Tragen Sie zusammen, was Sie bisher gebraucht haben:

  1. Schreiben Sie alle festen Kosten auf, die Sie im Monat haben - dazu gehören die Kosten für die Wohnung, Strom, Wasser, Heizung, aber auch Beiträge für Versicherungen etc. Schauen Sie am besten auf den Kontoauszug der Bank, was alles so in einem Monat abgegangen ist und wie viel davon jeden Monat abgehen wird.
  2. Als Nächstes betrachten Sie den 3-Monatszeitraum. Vieles wird quartalsweise bezahlt. Nehmen Sie diese Beträge und teilen Sie sie durch 3.
  3. Nun müssen Sie sich noch die jährlichen Zahlungen ansehen. Alles was Sie im letzten Jahr bezahlt haben und auch in zukünftigen Jahren zahlen müssen, muss mit in den Haushaltsplan, also Kfz-Steuer, Versicherungsbeiträge, die einmal jährlich gezahlt werden usw. Machen Sie nicht den Fehler Nachzahlungen für Energie oder Nebenkosten als einmaliges Ereignis abzutun; rechnen Sie damit, dass Sie ähnliche Beträge auch in kommenden Jahren aufbringen müssen. Diese Beträge müssen Sie durch zwölf teilen und zu den anderen Beträgen, die im Monat anfallen, addieren.
  4. Überlegen Sie, was Sie an Bargeld für Tanken, Fahrkarten etc. ausgeben.
  5. Denken Sie nach, was sonst noch so über das Jahr verteilt regelmäßig für das Leben der Familie anfällt, wie Schulbücher, Kleidung, Schulhefte etc. Planen Sie auch eine Rücklage für unerwartete Ereignisse wie Autoreparaturen ein. Auch das muss durch zwölf geteilt werden, bevor Sie es zu den monatlichen Kosten dazurechnen.

So verschaffen Sie sich einen Überblick darüber, wie viel Geld Ihre braucht. Aber bisher haben Sie nur die mehr oder weniger festen Kosten kalkuliert, an denen Sie kaum oder nur schwer etwas ändern können.

Tägliche Kosten einer Familie

Jetzt geht es darum festzustellen, wie viel Geld eine Familie für das tägliche Leben braucht:

  1. Heben Sie mindestens für einen Monat alle Kassenbons auf, die für Barzahlungen anfallen.
  2. Prüfen Sie nach, wie viel Geld Sie für Essen, Kosmetika, Putz- und Waschmittel und ähnliche Dinge ausgegeben haben.
  3. Erfassen Sie auch Taschengelder, die Sie an die Kinder geben.

Addieren Sie die "festen" Kosten der Familie und die laufenden Kosten, um zu wissen, wie viel Geld die Familie zum Leben gebraucht hat.

Mögliche Einsparungen, wenn das Geld knapp wird

Gehen Sie nun alle Posten durch, beginnend mit dem, der das meiste Geld verbraucht, denn dort haben Sie das höchste Einsparpotenzial:

  • Sind die Autokosten sehr hoch, denken Sie über Alternativen nach. Können Sie weniger mit dem Auto fahren? Besteht die Möglichkeit, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren? Vergessen Sie nicht die Kosten dafür gegenzurechnen. Kann auf einen Zweitwagen verzichtet werden?
  • Bei den Raumkosten können Sie überlegen, ob es Einsparungen geben kann, wenn Sie in eine kleinere und billigere Wohnung umziehen, was auch die Kosten für Nebenkosten und Heizung meist reduziert. Wie viel Platz braucht man wirklich zum Leben?
  • Einsparungen durch Senkung der Raumtemperatur oder eine andere Nutzung von Elektrogeräten sind auch möglich. Hier bleibt es aber meist nur kurzfristig bei guten Vorsätzen. Lediglich Energiesparlampen oder neue  energiesparende Geräte nutzen deutlich etwas. Verzichten Sie, wenn es irgend geht, auf den elektrischen Wäschetrockner - Sonne und Wind trocknen kostenlos. So Sie die Waschmaschine oder Spülmaschine nur an, wenn sie voll ist. So brauchen Sie deutlich weniger Geld.
  • Überlegen Sie, was die Familie wirklich braucht und was nicht. Schulbücher können oft billig gebraucht gekauft werden. Welche Kleidung ist nötig und welche nicht? Überlegen Sie, welche Versicherungen die Familie wirklich braucht, und kündigen Sie Überflüssiges. Seien Sie kritisch bezüglich der Frage, was man zum Leben wirklich braucht.
  • Reduzieren Sie die laufenden Kosten, indem Sie keine Fertiggerichte kaufen und auf Süßigkeiten und Halbfertigprodukte verzichten. Das spart nicht nur Geld, sondern ist auch gesünder. Süße Nachspeisen kann man selber machen, da braucht man keine Puddings aus Bechern.

Sie werden erstaunt sein, wie wenig Geld eine Familie tatsächlich braucht, wenn Sie nur gezielt alle Einsparmöglichkeiten nutzen.