Was Sie benötigen:
  • Ort der Ruhe
  • Lieblingsmusik
  • Schönes Briefpapier
  • Füllfederhalter
  • Löschpapier
  • Bild der/des Angebeteten
  • Zeit
  1. Suchen Sie sich einen geschützten Ort, an den Sie sich zurückziehen können. Kein Mensch kann ein Liebesgedicht bei Bürolärm nebenbei oder inmitten Kindergeschrei in der Küche zwischen kochen und putzen schreiben. Es muss ja nicht nachts bei Kerzenschein im stillen Kämmerlein sein, doch zum Einen sollten Sie alleine sein und zum Anderen unabgelenkt.
  2. Bringen Sie sich in die richtige Stimmung. Ein Liebesgedicht ist schließlich keine Abrechnung oder ein Bericht, sondern eine Ausdrucksform, bei der es vor allem auf ihre Gefühle ankommt. Hören Sie die Lieblingsmusik des/der Angebeteten leise nebenbei, stellen Sie vielleicht auch ein Bild von ihr/ihm vor sich auf den Schreibtisch und denken Sie ganz intensiv an denjenigen, dem Sie diesen Brief zukommen lassen wollen.
  3. Wichtig ist auch die Wahl des Briefpapiers und des Schreibgerätes. Ein Liebesgedicht mit einem ganz normalen Kugelschreiber auf weißes Papier geschrieben, kann zwar inhaltlich auch sehr romantisch sein, vom Äußeren zumal ist das nicht sehr anspruchsvoll. Besser ist es, ein ganz besonderes Papier zu wählen, vielleicht eines in der Lieblingsfarbe des Anderen oder ein wertvolles, handgeschöpftes, eines das eventuell schon romantische Motive an den Seitenrändern anzeigt wie Herzen, Rosen oder Engel. Schreiben Sie möglichst mit einem Füllfederhalter oder noch romantischer, mit schwarzer oder roter Tusche. Eine Löschwalze oder Löschpapier sind dabei unbedingt vonnöten, damit keine Kleckser entstehen.
  4. Nun zum Inhalt – das wichtigste: Vornweg gesagt muss ein Liebesgedicht sich keinesfalls immer reimen. Ist es beabsichtigt, dass es sich reimt, sollten Inhalt und Reime vorher auf  einem Schmierpapier „ausprobiert“ werden, denn Reime kann man meist erst nach lautem Vorlesen nach dem Reimmaß überprüfen. Stimmt dies nicht, das heißt ist es zu lang oder zu kurz, muss an jedem Satz „gefeilt“ werden, bis er passt. Am besten kann man Reime von hinten bestücken, sprich zuerst wird das Wort überlegt, auf das man etwas reimen will, z.B. heißt die Angebetete Monika, sucht man etwas, das sich auf diesen Namen reimt, wie zum Beispiel „der Lenz ist da“. Jetzt weiß man, dass der erste Satz mit Monika enden muss, um den zweiten mit „der Lenz ist da“ beenden zu können. Alles was vorher kommt, kann nun inhaltlich individuell ausgesucht werden. So schwingt man sich von Zeile zu Zeile, mit jeweils den Endwörtern im Vorfeld.
  5. Muss sich der Inhalt des Liebesgedichts nicht reimen, ist es zugegebenermaßen sehr viel einfacher. Dann nämlich kann der Inhalt mehr in Versform geschrieben werden, ohne dass zum Einen ein Versmaß und zum Anderen die richtigen Wörter, die sich reimen, gesucht werden müssen. Der Text sollte lediglich nicht als Endlostext gestaltet werden, sondern mit kurzen prägnanten Sätzen auskommen. Geschrieben wird natürlich immer in der „Ich“-Form und zugleich sollte man nie mit genau diesem Wort anfangen. Bevor sie  schreiben „Ich habe Sie gestern gesehen...“ ist es besser mit dem Satz anzufangen. „Sie waren gestern ....“, damit der Brief nicht von vornherein zu ich-bezogen erscheint.
  6. Nun lassen Sie Ihren Gefühlen freien Lauf und schreiben Sie sich in Ihrem Liebesgedicht all’ das von der Seele, das Sie ihr/ihm schon immer sagen wollten, doch vermeiden Sie unbedingt auf zwei Themen einzugehen, die in einem Liebesgedicht erst einmal nichts verloren haben und absolute No go’s darstellen: Sex und Geld. Nicht vergessen!
  7. Das Liebesgedicht kann einerseits ganz normal mit der Post zugestellt werden, oder aber auch – was sicherlich mehr Chic hat – persönlich überbracht werden. Doch machen Sie dann auf keinen Fall den Fehler, beim Lesen des Gedichtes anwesend zu bleiben. Hierbei sollte man unbedingt den Raum verlassen und dem Liebesgedicht-Empfänger die Zeit und Muse lassen, das Gedicht richtig zu würdigen.