Tauben - verehrt und verhasst

Ist den Tauben auch ein legendäres Lied gewidmet, so sind sie doch sehr umstritten. Für die einen sind sie Friedensboten, für die anderen Ratten der Lüfte. Zunächst einmal aber gilt es, ein paar Fakten über die Tauben festzuhalten.

  • Zweiundvierzig Gattungen und mehr als dreihundert Arten umfasst die Familie der Taubenvögel, davon kommen jedoch nur fünf Arten in Mitteleuropa vor, nämlich die Turteltaube, die Hohltaube, die Ringeltaube, die Türkentaube und die Straßentaube, die auch Stadttaube genannt wird.
  • Die Ringeltaube ist die größte unter diesen fünf. Sie hat einen weißen Streifen am Hals und weiße Bänder an den Flügeln. Zumindest Stadtbewohnern am bekanntesten ist die Stadt- oder Straßentaube. Bei ihr handelt es sich um eine wieder verwilderte Haus- oder Brieftaube, die von der Felsentaube abstammt. Ob Hamburg oder Venedig, die Straßentaube ist in den Städten der ganzen Welt, jedoch auch außerhalb von Städten zu Hause.
  • Was alle Tauben trotz ihrer unterschiedlichen Größe gemeinsam haben ist, dass sie einen sehr kleinen Kopf und einen kräftigen Körper besitzen. Auch unterscheiden sich Taubenweibchen und Taubenmännchen kaum. Das heißt auch, dass sowohl Weibchen als auch Männchen einen großen Kropf haben, in dessen einem Teil sie Nahrung speichern, während sich im anderen Kropfmilch bildet. Dabei handelt es sich um eine Flüssigkeit, mit der die jungen Tauben gefüttert werden. Solche gibt es übrigens häufig, denn Tauben vermehren sich bis zu 10 Mal in einem Jahr. Dabei legen sie jeweils ein bis zwei Eier in ihre sehr einfach gebauten Nester. Nach 18 Tagen schlüpfen die Jungen, die mit vier Wochen schon das Fliegen beginnen und mit einem halben Jahr ihrerseits fortpflanzungsfähig sind.  
  • Die Nahrung der meisten Taubenarten besteht aus pflanzlicher Nahrung, wobei sie die Früchte, Körner und Samen als Ganzes verschlucken. Die Straßentauben leben jedoch auch von dem, was die Wohlstandsbürger in der Stadt so an fressbaren Abfällen hinterlassen.   

Wie schnell die Vögel fliegen können

Über Tauben gibt es jedoch noch ein paar andere Dinge zu sagen, zum Beispiel, dass sie den Menschen schon seit etwa 5000 Jahren Genossen sind und auch in der Mythologie und der Bibel eine große Rolle spielen. 

  • Bei den alten Griechen und Römern war der altbekannte Vogel ein Symbol der Liebesgöttinnen Aphrodite und Venus. In der Bibel war es eine Taube, die Noah mehrmals ausschickte, um zu erkunden, ob die Sintflut vorüber ist. Auch ist die Taube im Neuen Testament das Symbol für den Heiligen Geist.
  • Im Jahr 1949 entwarf Pablo Picasso für den Weltfriedenskongress in Paris eine Friedenstaube. Dadurch wurde der Vogel zum Symbol für den Frieden und die Friedensbewegung, obwohl Tauben untereinander sehr aggressiv sein können.
  • Manche betrachten die Vögel wiederum eher weniger poetisch und frönen dem Taubensport, indem sie Brieftauben züchten. Neu ist das allerdings nicht, schon im 9. Jahrhundert schickten die Araber die Vögel als Boten los. Was eigentlich qualifiziert gerade die Tauben für dieses Geschäft? Nun, sie verfügen über eine erstklassige Orientierung, sie kehren gerne in ihren altgewohnten Taubenschlag zurück − und sie sind schnell. Bis zu 160 Kilometer in der Stunde soll eine Taube in der Lage sein, zurücklegen zu können.

Über Tauben gibt es also viel Interessantes zu wissen, nicht nur, wie schnell die Vögel fliegen können.