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Was sind Sudetendeutsche?

Den Begriff Sudentendeutsche oder Sudetenland haben Sie bestimmt schon gehört, aber was genau sind Sudetendeutsche? Woher stammt diese Bezeichnung? Handelt es sich hierbei tatsächlich um deutsche Bundesbürger? Wo liegt das Sudetenland? Viele Fragen gibt es zu dem Begriff der Sudentendeutschen, die Antworten finden Sie hier ...

Die Sudeten trennen Deutschland und die Tschechoslowakei voneinander.
Die Sudeten trennen Deutschland und die Tschechoslowakei voneinander.

Generelles über die Sudeten

Wenn man der Frage nachgehen möchte, was Sudetendeutsche sind, muss man erst einmal die Sudeten an sich ins Visier nehmen.

  • Die Sudeten sind ein Gebirgszug, der sich zwischen Schlesien und Böhmen erstreckt und zugleich das Erzgebirge mit den Karpaten verbindet. Sie befinden sich größtenteils im polnisch-tschechischen Grenzgebiet.
  • Dieser Gebirgszug erstreckt sich über eine Länge von ca. 310 km und hat eine Breite von 30 bis 50 km. Der höchste Gipfel dieses Gebirges ist die Schneekoppe mit einer Höhe von 1.602 Metern über dem Meeresspiegel. Des Weiteren gehören die Massive Adlergebirge und Reisengebirge zu den Sudeten.
  • Die Sudeten haben ihren Namen vom griechischen Geografen Claudius Ptolemäus, der dieses Gebirge um 150 nach Christus "Soudeta ore" -  Wildschweinberge - nannte.

Was Sudetendeutsche sind

  • Der Begriff der Sudetendeutschen ist im Jahr 1902 durch den Geograf Franz Jasser geprägt worden, der die ursprünglich als Deutschböhmer, Deutschmährer und Deutschschlesier bezeichneten Menschen in Sudentendeutsche unbenannte. Dies tat er in Anlehnung an die Bezeichnungen "Karpatendeutsche" und "Alpendeutsche", wodurch bereits im Namen eine geografische Zuordnung möglich wurde.
  • Zwischen 1918 und 1938 entstanden wurden die auf tschechischen Boden, in unmittelbarer Nähe zur deutschen Grenze lebende Deutsche benannt, die eine absolute Minderheit in der Tschechoslowakei bildeten. Das Land dieser Sudetendeutschen hieß entsprechend Sudetenland. Während dieser Periode wurden die anderen drei Bezeichnungen für die deutschen Minderheiten auf tschechischem Boden von den Tschechen untersagt, sodass sich die Bezeichnung Sudetendeutsche durchsetzte. Diese wurden konsequent aus der Tschechoslowakei vertrieben. Deshalb sind Sudetendeutsche zu dem damaligen Zeitraum alle aus Böhmen und Mähren stammenden deutschen Bundesbürger.
  • Dieser Teil der deutschen Bürger innerhalb der Tschechoslowakei hatten sogar eine eigene Fahne. Diese war schwarz-rot-schwarz waagerecht gestreift. Im Sudetenland gab es auch, wie in allen Teilen Deutschlands, Bewegungen, die sich gegen den Nationalsozialismus stellten. Der wohl bekannteste Sudetendeutsche ist Oskar Schindler.

Auch heute noch gibt es diese Bezeichnung. Es handelt sich dabei um deutschsprachige Menschen, die auf tschechischem Boden leben.

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