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Was sind Investitionsgüter? - So behandeln Sie Wirtschaftsgüter in der Buchführung

Investieren bedeutet, Kapital oder Wertgegenstände einsetzen, um neue Gewinne zu erzielen. Das klingt vielleicht etwas abstrakt, ist aber anhand von Beispielen leicht zu verstehen. In der Buchführung müssen Investitionsgüter speziell behandelt werden

Investitionsgüter werden langfristig abgeschrieben
Investitionsgüter werden langfristig abgeschrieben © Karl-Heinz Laube / Pixelio

Definition von Investitionsgütern

  • Der Begriff der Investitionsgüter wird im wirtschaftlichen Bereich verwendet. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um Güter oder Waren, die eingesetzt werden, um neuen Gewinn zu erzielen.
  • Investitionsgüter werden also angeschafft, um damit zu arbeiten. Man spricht auch vom Anlagevermögen. Nach der Definition im HGB (Handelsgesetzbuch), handelt es sich dabei um Vermögen bzw. um Gegenstände, die dafür bestimmt sind, im Unternehmen zu bleiben.
  • Typische Beispiele dafür sind Gebäude, Maschinen, Fahrzeuge, Einrichtungen etc. Auch Patente oder Lizenzen sind Investitionsgüter, man spricht dann allerdings von immateriellen Wirtschaftsgütern.
  • Kauft ein Händler Waren für den Weiterverkauf ein, so will er damit zwar Gewinn erzielen, es handelt sich allerdings nicht um Investitionsgüter im Sinne des HGB. Somit sind diese Waren in der Buchführung nicht als Anlagevermögen zu führen.

Die Behandlung dieser Güter in der Buchführung

  • Investitionsgüter sind Vermögensgegenstände. Zwar wurden die finanziellen Mittel dem Unternehmen entnommen, aber dafür stehen die Wirtschaftsgüter im Betrieb zur Verfügung. Man spricht also nach wie vor von vorhandenem Vermögen.
  • Die Zahlung des Investitionsgutes stellt demzufolge keine Kosten dar, sondern eher eine „Umschichtung“ des Kapitalvermögens in Sachvermögen. Der Vorgang taucht also nur in der Bilanz auf, nicht in der Gewinn- und Verlust-Rechnung.
  • Kaufen Sie Investitionsgüter, buchen Sie einen Zugang beim Anlagevermögen und einen Abgang beim Konto. Der Buchungssatz lautet: Anlagevermögen an Konto.
  • Gleichzeitig sind Sie verpflichtet, Anlagevermögen in einem Anlagespiegel zu führen. Aus diesem ist der genaue Verlauf der Güter abzulesen. Dazu gehört das Anschaffungsdatum, Abschreibungen, Buchwert etc.
  • Da Investitionsgüter zwar längerfristig genutzt werden, aber auch das zeitlich begrenzt ist, werden die Anschaffungskosten als jährliche Abschreibungen in die GuV-Rechnung mit eingebracht. Das Bundesfinanzministerium stellt eine Tabelle zur Verfügung, in der die Abschreibungsdauer, die vom Finanzamt anerkannt wird, ersichtlich ist.
  • Wird die Abschreibung zum Beispiel auf acht Jahre festgelegt, und das Wirtschaftsgut hat 8.000 Euro gekostet, beträgt die jährliche Abschreibung 1.000 Euro. Der Buchungssatz lautet: Abschreibung an Anlagevermögen.
  • Auch nach Ablauf der Abschreibung verbleibt das Investitionsgut so lange im Anlagespiegel, bis es verkauft oder anderweitig aus dem Unternehmen entfernt wird.
  • Falls Sie zur Vorsteuer abzugsberechtigt sind, so können Sie bei der Anschaffung die gesamte Vorsteuer sofort abziehen, und buchen lediglich die Nettokosten auf das Anlagevermögen. Natürlich sind dann bei der Buchung der Abschreibung keine Vorsteuerbuchungen mehr vorzunehmen.
  • Falls Sie Investitionsgüter vor Ihrer kompletten Abschreibung verkaufen, so müssen Sie den Anlagespiegel entsprechend berichtigten. Auch bei Beschädigungen oder anderen Ereignissen, die den Buchwert dauerhaft verändern, müssen mit außerplanmäßigen Abschreibungen die Werte korrigiert werden.
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