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Was ist eine Pestalozzischule?

Es gibt viele Pestalozzischulen in Deutschland. Von der Grundschule bis zum Gymnasium tragen zahlreiche Einrichtungen diesen Namen. Was eine solche Schule auszeichnet, ist mit den Grundgedanken des berühmten Pädagogen gut erklärt.

Individuelle Erziehung befürwortete schon Pestalozzi.
Individuelle Erziehung befürwortete schon Pestalozzi. © Dieter_Schütz / Pixelio

Wenn sich eine Schule einen Namen gibt, so fühlt sie sich diesem verpflichtet. Was bedeutet nun der Name Pestalozzischule? Dahinter stecken die heute noch aktuellen Ideen eines jedem Lehrer bekannten Pädagogen.

Pestalozzischule - wer gibt hier den Namen?

  • Johann Heinrich Pestalozzi ging mit seinen Ideen in die Geschichte der Pädagogik ein. Er lebte von 1746 bis 1827. Dass sein Name häufig an Schulen vergeben wird, beweist, dass Pestalozzis Gedanken bis heute von Bedeutung sind. Er gilt als ein Wegbereiter der Reformpädagogik. Sie können davon ausgehen, dass sich eine Pestalozzischule nach den Ideen des Pädagogen richtet.
  • Eine wesentliche  Anschauung des Schweizers ist die Meinung, dass die Erziehung und Bildung von Kindern bereits von klein auf beginnen sollte. Die Eltern, besonders die Mutter, spielen dabei eine große Rolle. 
  • Pestalozzi war nicht nur ein Theoretiker. Er arbeitete selbst intensiv mit Kindern und führte sie auf einem Landgut in praktische Arbeiten wie Weben, Spinnen und Landwirtschaft ein. Später gründete er bei Bern ein eigenes Institut und entwickelte seine Erziehungsmethoden weiter.

Was ist das Ziel des Pädagogen?

  • Im Mittelpunkt stand für Pestalozzi immer die Erziehung zum „sittlichen Menschen“. Er erkannte, dass jedes Kind bestimmte Veranlagungen mitbringt und diese naturgemäß gefördert werden müssen. Dabei galt es nicht nur, das Intellektuelle zu entfalten, sondern auch die handwerklichen Fähigkeiten. Pestalozzi betrachtete jedes Kind individuell. In einer Pestalozzischule sollte diese Gesamtheit von praktischer und theoretischer Ausbildung immer eine Rolle spielen.
  • Ein weiteres Ziel bestand darin, positive Eigenschaften, wie Liebe, Vertrauen und Dankbarkeit, zu fördern. Dies sei seiner Meinung nach nur in der ruhigen Umgebung eines intakten Elternhauses möglich. Aber auch Gehorsamkeit hatte eine große Bedeutung. Für die Erziehung sind nach Meinung des Pädagogen nicht allein Lehrer verantwortlich, sondern alle Menschen, die auf ein Kind Einfluss haben.
  • Für den Pädagogen stand fest, dass Kinder Regeln und Grenzen brauchen. Diese geben Sicherheit und engen daher nicht ein, sondern sorgen im Gegenteil für Halt, Sicherheit und fördern Verantwortungsgefühl.

Eine Pestalozzischule kann Grundschule und auch Gymnasium sein

  • In Berlin, Stuttgart, Brandenburg, Würzburg, Heidelberg und vielen andere Orte besuchen Kinder eine Pestalozzischule. Die Schulform dahinter ist nicht festgelegt. Ob Kinderdorf, Grundschule oder Gymnasium, den Namen tragen ganz verschiedene Einrichtungen, selbst Stiftungen.
  • In den neuen Bundesländern waren Pestalozzischulen oft solche, in denen lernschwache Kinder unterrichtet wurden, also Förder- oder auch Hilfsschulen, wie sie genannt wurden. Aber auch dies war keine feste Regel und kann nicht verallgemeinert werden.
  • Eine Pestalozzischule sollte sich dem Namen des großen Pädagogen verpflichtet fühlen. Was eine solche Schule ist und sie besonders auszeichnet, müssen Sie jedoch im konkreten Beispiel hinterfragen. 
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