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Warum heißt der Berliner Berliner?

In fast jeder Bäckerei finden Sie ihn - den Berliner, ein leckeres, süßes Gebäck, das bei Kindern wie Erwachsenen beliebt ist. Der Name kann allerdings irritieren - vielleicht haben auch Sie sich schon einmal gefragt, warum der Berliner wie ein Bewohner der deutschen Hauptstadt heißt.

Berliner - nicht nur zu Karneval beliebt
Berliner - nicht nur zu Karneval beliebt

Warum das Gebäck "Berliner" heißt

  • Der Berliner ist ein rundes, etwa faustgroßes Hefegebäck, das in Fett ausgebacken wird. Traditionell wird er innen mit Konfitüre gefüllt und außen mit Puderzucker bestäubt.
  • Der genaue Ursprung des Berliners ist nicht belegt, doch wurden ähnliche Backwaren bereits im 16. Jahrhundert verkauft, ohne allerdings einen festen Namen zu tragen.
  • Einer Überlieferung nach soll das Gebäck in seiner heutigen rundlichen Form 1756 von einem Berliner Bäcker erfunden worden sein. Der Legende nach diente der Bäcker zunächst als Kanonier unter Friedrich dem Großen, bis er aufgrund von Untauglichkeit von dieser Position abgesetzt wurde und fortan als Feldbäcker arbeitete. Das von ihm kreierte Gebäck erinnerte in Andenken an seine frühere Tätigkeit an Kanonenkugeln.
  • Da die süßen Hefekugeln mangels Backofen in einer Pfanne entstanden, wurden sie "Pfannkuchen" genannt. Außerhalb von Berlin hießen sie der Vollständigkeit halber "Berliner Pfannkuchen", um die Herkunft deutlich zu machen. "Berliner" ist also die verbreitete Abkürzung des vollständigen Namens. In Berlin selbst wussten die Einwohner, dass das Gebäck aus ihrer Stadt stammt, und beließen es daher bei der Bezeichnung "Pfannkuchen". Spätestens ab dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gebäck mit seiner typischen süßen Füllung angeboten.
  • Auch heute noch heißt das Gebäck in Ostdeutschland Pfannkuchen. Das sorgt mitunter für Irritationen, da in vielen Regionen Deutschlands der Ausdruck "Pfannkuchen" synonym für Eierkuchen und Crêpes gebraucht wird - wer in Berlin und Umgebung also einen Eierkuchen essen möchte, sollte ihn auch so nennen, um nicht einen Berliner Pfannkuchen serviert zu bekommen.

Regionale Varianten des Gebäcks

  • Das Süßgebäck ist das ganze Jahr über erhältlich, wird traditionell aber besonders in der Karnevalssaison angeboten. Im südlichen Teil Deutschlands und in Österreich ist es daher auch als "Faschingskrapfen" bekannt.
  • Vor allem zur Karnevalszeit und zu Silvester wird das Gebäck auch mit Pudding- und Eierlikörfüllung sowie mit Zuckerguss und Smarties verziert verkauft.
  • Die Hefeballen sind auf der ganzen Welt verbreitet. In Belgien gibt es "Boules de Berlin", die mit Vanillecreme gefüllt sind. Die gleiche Zubereitungsvariante heißt in den Niederlanden "Berlijnse bollen". In den USA entspricht der marmeladengefüllte Jelly Doughnut dem deutschen Berliner.
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