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Ahnentafel und Grundlagen der Ahnenforschung

  • Zu beachten gilt bei jeder Art Ahnenforschung, dass Sie sich nur mit Forschungen von einer zur nächsten Generation beschäftigen und diese anschließend immer um eine Generation ergänzen sollten. Halten Sie sich nicht an diesen Grundsatz laufen Sie in Gefahr, den Überblick zu verlieren. Statt mit einer sortierten Reihe von erwiesenen Vorfahren werden Sie schließlich mit einem Chaos aus möglichen Halbverwandten enden.
  • Um ein solches Ende Ihrer Forschungen zu vermeiden, müssen Sie sich darum bemühen mündlich tradierte Infromationen durch schriftliche Quellen zu belegen. Meist wissen die Großeltern einiges über die Vorfahren, jedoch täuscht die Erinnerung oft, was Ihre gesamte Forschung zunichte machen kann. Überprüfen Sie mündliche Informationen daher so genau wie möglich und nehmen Sie sie nicht als sicheres Faktum auf, wenn Sie keine schriftlichen Belege finden können.
  • Zu Beginn Ihrer Forschung sollten Sie zunächst alle Informationen über sich selbst, Ihre Geschwister und lebenden Verwandten zusammentragen, um eine Ahnentafel zu erstellen. Darin tragen Sie Namen, Geburts- und Sterbedaten sowie Orte und Berufe zu Ihrer Familie ein. Vorlagen für solche Tafeln können Sie im Internet finden. Sich selbst stellen Sie in Ihrer Ahnentafel oben mit der römischen Ziffer I dar. Ihren Eltern teilen Sie die römische II zu, wobei Sie sie aufeinanderfolgend mit 2 und 3 nummerieren. Männern kommen dabei gerade Zahlen, Frauen ungerade zu. Für jede neu erforschte Generation beginnen Sie eine neue römische Zahl.

Familienstammbuch - Vorfahren finden

  • Sobald Sie sich einen ersten Überblick über Ihr Wissen verschafft haben, können Sie sich mit dem Familienstammbuch beschäftigen. Ein solches Stammbuch hat generell jede Familie zuhause, wobei es Geburts- sowie Sterbe-, Hochzeits-, Scheidungs- und Taufdaten enthält. Das Familienstammbuch dient Ihnen nun als schriftliche Quelle zur Festigung bereits bekannter Daten. Achten Sie dabei darauf, dass Sie die Quellen in Ihren Notizen auflisten.
  • Weil für Familienchroniken oft Wohnorte und Berufe der Vorfahren eine Rolle spielen, reichen Stammbücher zum Teil nicht aus. Auch wenn Sie das Stammbuch Ihrer Urgroßmutter finden können, heißt das nicht, dass Sie danach auch wissen, was für einen Beruf sie erlernt hat. Hierfür bietet es sich an, sich mit Nachnamen und ihrer Herkunft zu beschäftigen.
  • Namenslexika und andere Menschen, die zufällig nach dem gleichen Nachnamen forschen wie Sie, können Ihnen helfen herrauszufinden, was Ihr Familienname bedeutet und woher er kommt. Schreibung und Lautung unterscheiden sich je nach Zeit und Ort enorm voneinander. Auch die Häufigkeit eines bestimmten Nachnamens gibt Aufschluss auf mögliche Wohn- oder Ursprungsorte.  Letztlich finden sich in einigen älteren Namen sogar Berufsbezeichnungen wieder.

Stellen, an denen Sie Vorfahren finden

  • Auf einer weiterführenden Recherche werden Sie nicht darum herum kommen, sich mit Archivmaterial zu beschäftigen. Dabei gilt das Pfarramt mit seinen Kirchenbüchern als wichtigste Stelle für Ahnenforscher, da es schon seit 1400 Daten zu Heirat, Geburt und Tod  auflistet. Genauso können Ihnen die Grund- und Bürgerbücher des Standesamts helfen, Ihre Vorfahren zu finden, jedoch enthalten jegliche standesamtliche Dokumente erst Informationen ab 1800.
  • Auch im Staatsarchiv finden Sie Informationen zu Ihren Vorfahren. In Volkszählungslisten und Adressbüchern können Sie hier vor allem in Erfahrung bringen, wer wo zu welcher Zeit gelebt hat. Anders als im Pfarramt werden Sie dabei kaum eine Gebühr zahlen müssen, um in die Listen einsehen zu können.
  • Weitere Dokumente, mit denen Sie sich unbedingt beschäftigen sollten, sind Schulakten, Testamente, Hausbücher, Einwohnermeldelisten sowie Auswandererlisten und Grundakten. Durch die strengen Datenschutzbestimmungen kann es passieren, dass Sie einige der Quellen gar nicht einsehen dürfen. Geben Sie aber nicht auf - an anderen Stellen spielt das Datenschutzrecht in diesem Sinne nämlich gar keine Rolle.
  • Vielen Ahnenforschenden scheint es einfacher einen Berufsgenealogen einzuschalten. Da aber keine Ausbildung oder Prüfung zum Ahnenforscher existiert, kann sich so gut wie jeder als Genealoge bezeichnen. Seien Sie also vorsichtig, wenn Sie eine solche Lösung in Betracht ziehen und wenden Sie sich am besten an örtliche Vereine oder Organisationen zu Ahnenforschung, die Ihnen gerne einen Experten empfehlen werden.

Grundsätzlich sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass eine ernsthafte Forschung nach den Vorfahren nicht ein paar Monate dauert, sondern wohl viel mehr ein paar Jahre. Entscheiden Sie sich trotzdem dafür, Ihre Vorfahren zu suchen und zu finden, vergessen Sie nie, jede Information systematisch und am besten unter verschiedenen Nummern abzulegen, damit sich die ganze Arbeit am Ende auch lohnt. Vor allem Ahnenforschungsprogramme aus dem Internet können Ihnen helfen, eine solche Struktur und Ordnung zu wahren und dabei nicht nur etwas über die Ahnen, sondern letztendlich genauso über sich selbst herrauszufinden.