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Vordach aus Holz selbst bauen

Das Vordach ist sowohl Gestaltungselement, als auch funktionales Element. Es erfüllt optische Ansprüche genauso, wie Fassadenschutzanforderungen. Vordächer lassen sich nachträglich an die Fassade anbringen. Wenn Sie Hobbyheimwerker sind, können Sie die Konstruktionen an einem einzigen Tag sogar selbst bauen. Die Wahl von passender Dachform und geeignetem Material sind dazu der erste Schritt.

Vordachkonstruktionen aus Holz dienen oft als Terrassenüberdachung.
Vordachkonstruktionen aus Holz dienen oft als Terrassenüberdachung.

Was Sie benötigen:

  • Für die Konstruktion:
  • Mindestens zehn Streben aus witterungsfestem Holz
  • Gehrungssäge
  • Kreissäge
  • Schwerlastdübel
  • Holzleim
  • Schrauben
  • Akkuschrauber
  • Stegplatten aus Plexiglas
  • drei tragende Holzbalken in Höhe des Dachs
  • Zur Gestaltung:
  • Schleifmaschine
  • Lack
  • Pinsel
  • Glasmalfarbe/Glastattoos
  • Rankpflanzen

Vordächer und Dachüberstände als Wetterschutz

Vordächer finden sich am häufigsten über dem Eingangsbereich von Wohnhäusern. Auch als Terrassenüberdachung oder Element an Gartenhaus oder Garage kommen sie vor. In jedem Fall übernehmen sie dabei wichtige Aufgaben.

  • Mit einer Vordachkonstruktion schaffen Sie nicht nur einen trockenen Bereich für sich selbst. Sie schützen die Fassade von Haus oder Gartenhaus außerdem vor Wind und Wetter.
  • Vordächer halten Feuchtigkeit von der Wand fern und dienen damit dem Witterungs- und Schimmelschutz. Davon abgesehen übernimmt der Überstand eine Wärmeschutzfunktion, da es im Sommer für zusätzliche Beschattung sorgt.
  • Auch Dachüberstände sollen diesem Zweck dienen. Diese Elemente sind bei der Planung eines Hauses in der Regel schon berücksichtigt. Die Überstände sind aber nicht so effektiv, wie Vordachkonstruktionen. Bei extremen Wetterlagen bieten sie der Fassade keinen ausreichenden Schutz.
  • Vorsicht: Ein effektives Vordach steht mindestens 1,20 Meter über. Als Terrassendach angelegte Konstruktionen auf der Wetterseite des Hauses sind bei extremen Wetterlagen sogar nur dann sinnvoll, wenn sie etwa zwei Meter weit reichen.

Sie können ein Vordach entweder aus einem vorgefertigten Bausatz zusammenbauen, den Sie danach nur noch an die Fassade verschrauben müssen. Wenn Sie so günstig wie möglich an die Konstruktion kommen wollen, können Sie das Dach aber auch selbst bauen.

Formfrage - Vordach als schräges Flachdach

Die stattliche Größenerfordernis an das Vordach sollte Sie bei der Wahl einer Dachform beeinflussen.  

  • Ein Flachdach stellt in diesen Maßen zum Beispiel hohe Anforderungen an die Statik. Flachdächer ohne Neigung sind gefährdet, unter dem Gewicht von Schneemassen zu brechen. Regen staut sich auf komplett flachen Dächern außerdem bis an die Fassade zurück, sodass statt Schimmelschutz, Schimmelgefahr entsteht.
  • Eine geeignetere Dachform ist die eines schrägen Flachdaches, die auch Laien nicht überfordert. Theoretisch kommt auch das Satteldach als Form in Frage, ein solches selbst zu bauen ist aber aufwendiger. 
  • Die Konstruktion eines schrägen Flachdachs gelingt dem durchschnittlichen Heimwerker mit einfachen Werkzeugen, wie Schwerlastdübeln, Stichsäge, Bohrer und korrosionsfesten Schrauben.
  • Wegen der Lastanforderungen planen Sie am besten Stützen mit ein. Je nachdem, wie breit Ihr Vordach werden soll, planen Sie zwei oder drei Stützbalken, die das Dach vom Boden aus tragen. Achtung: Die Stützen befinden sich an jeder der außen liegenden Ecke und zusätzlich in der Mitte des Daches. 

Materialfrage - Konstruktionen aus imprägniertem Holz

Materialseitig haben Sie für die Unterkonstruktion des Daches zwei Möglichkeiten: Sie können entweder mit Holz oder mit Metall arbeiten. Da Metall Schweißkenntnisse erfordert, eignet sich die Holzvariante für Heimwerker in den meisten Fällen besser.

  • Aber Vorsicht: Verwenden Sie am besten stabile Holzarten, wie beispielsweise Eiche. Eine geeignete Variante bietet sich außerdem mit Leimholz, das hohen statischen Anforderungen gerecht wird. 
  • Das verwendete Material sollte eine Imprägnierung tragen, damit es in Kontakt mit Regen und anderen Wetterphänomenen nicht zu schimmeln beginnt. 
  • Um das Vordach abzudecken, können Sie mit verschiedenen Materialien arbeiten. Eine einfache und deshalb gern genommene Variante ist die Abdeckung mit Stegplatten aus Plexiglas. Theoretisch können Sie aber auch Wellblech oder Dachpappe verwenden. 

Bevor es an den Eigenbau geht, müssen Sie sich noch über die rechtliche Lage informieren. 

Bauanleitung - ein hölzernes Vordach selbst bauen

Außer in der NRW brauchen Sie für diese Änderung des Fassadenbilds in jedem Bundesland eine Baugenehmigung durch das Bauamt der zuständigen Gemeinde. Ist die eingeholt, kann es mit den baulichen Arbeiten losgehen.

  1. Schneiden Sie zwei Holzbalken auf die Länge, die das Vordach in der Weite erreichen soll.
  2. Schrauben und leimen Sie an deren Rückseite in einem exakt rechten Winkel je zwei stehende Balken. Diese Balken geben die Höhe vor. Je länger sie sind, desto mehr Gefälle weist Ihr Dach später auf. 
  3. Sie setzen danach eine weitere Strebe im Winkel von 45 Grad. auch diese Strebe befestigen Sie mit Leim und verschrauben sie zusätzlich.
  4. Schneiden Sie mit einer Gehrungssäge die Holzstücke zu, die die stehenden Balken am oberen Ende je mit den flachen Balken verbinden. Auch das geschieht in einem Winkel von 45 Grad.
  5. Sie verleimen und verschrauben die zugeschnittenen Balken jetzt mit den stehenden und flachen Balken.
  6. Setzen Sie zusätzlich Quer- und Längsverstrebungen, an denen Sie das Deckmaterial verschrauben können. Wie viele Zusatzverstrebungen Sie setzen, hängt von der Breite ab, die Ihr Vordach aufweist.
  7. Schrauben Sie die Stegplatten aus Plexiglas auf die Unterkonstruktion aus Holz. Vorsicht: Setzen Sie auf jeder Seite der Plexiglasplatten  mindestens drei Schrauben und fixieren Sie auch die Mitte der Platte an drei Stellen, damit Wind die Scheiben nicht von Ihrer Konstruktion reißt.
  8. Setzen Sie auf die Rückseite der Vordachbalken mindestens drei Bohrlöcher, die für die Schwerlastdübel vorgesehen sind. Wie viele Löcher Sie genau setzen, hängt auch in diesem Fall von der Breite der Konstruktion ab.
  9. Befestigen Sie das Vordach mit den Schwerlastdübeln an der Fassade. Achtung: Legen Sie zwischen Balken und Fassade Dachpappe. Das beugt der Verwitterung des Holzes vor, denn die Fassade gibt ohne diese Entkopplung unter Umständen Feuchtigkeit an das Holz ab.
  10. Bereiten Sie am Boden für jede Stütze ein Betonfundament vor. Ein Punktfundament in der Tiefe von 80 Zentimetern eignet sich hierzu am besten. In die drei Gruben von etwa 40 Zentimetern Breite geben Sie Bewehrungskörbe, in die Sie in 25-Zentimeter-Ladungen den Beton geben.
  11. Setzen Sie jetzt die Stützen ein, verschrauben Sie oben an der Vordachkonstruktion und lassen das Fundament trocknen.

Ihr Vordach aus Holz ist damit konstruktionsseitig fertig. Damit es optisch etwas hermacht, können Sie es aber noch verschönern.

Gestaltung des Vordachs - diese Möglichkeiten haben Sie

Die Konstruktion bietet Ihnen mit den beiden Materialien Holz und Plexiglas vielerlei Gestaltungsmöglichkeiten.

  • Die Holzkonstruktion und die Stützbalken lassen sich im Stil Ihrer Fassade lackieren. Das sorgt für zusätzlichen Wetterschutz und fügt die Konstruktion harmonisch in das Gesamtbild ein. Aber Vorsicht: Vor dem Lackgang die Holzteile anschleifen, damit die Beschichtung besser hält.
  • Die Plexiglasabdeckung können Sie durch Folien, Glastattoos oder Glasmalfarben gestalten. Sie können so Motive aufbringen - zum Beispiel Vögel oder Pflanzen.
  • Apropos Pflanzen: Lassen Sie an den Holzbalken Rosen oder Efeu ranken. Das kann die Vordachkonstruktion natürlicher wirken lassen und das Gesamtbild auflockern. 

Diese drei Vorschläge sind nur ein Bruchteil dessen, was gestalterisch im Bereich des Möglichen liegt. Lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf und freuen Sie sich auf viele angenehme Tage unter Ihrem neuen Wetterschutz.

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