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Unterhaltsvorschuss zurückzahlen - so prüfen Sie die Anprüche

Oft werden Väter oder Mütter zum Zurückzahlen des Unterhaltsvorschusses aufgefordert, obwohl sie dies nicht müssen. Aus diesem Grund sollten Sie solche Aufforderungen immer erst prüfen oder sich von einem Anwalt beraten lassen.

Sie müssen eigentlich den Unterhalt zahlen.
Sie müssen eigentlich den Unterhalt zahlen. © Michael Horn / Pixelio

In diesen Fällen müssen Sie den Unterhaltsvorschuss zurückerstatten

Das Unterhaltsvorschussgesetz (UhVorschG) regelt eindeutig in §1, in welchen Fällen Kindern Unterhaltsvorschuss zusteht und in § 5 und § 7, in welchen Fällen Sie etwas zurückzahlen müssen.

  • Laut § 1 UhVorschG muss der Elternteil, bei dem das Kind lebt, ledig, geschieden oder verwitwet sein. Wenn Sie also wieder heiraten und dies dem Jugendamt verschweigen, müssen Sie den Unterhaltsvorschuss, der in dieser Zeit gezahlt worden ist, zurückzahlen. Das ist in § 5 des Gesetzes verankert, denn Sie müssen wahrheitsgemäße Angaben machen. Wenn Sie verheiratet sind, jedoch als dauernd getrennt lebend gelten, steht Ihnen aber Unterhalt nach dem Gesetz zu.
  • Nach § 5 UhVorschG entfällt der Anspruch, wenn das Kind ein eigenes Einkommen erzielt. Auch in einem solchen Fall müssen Sie zurückzahlen.
  • In § 7 ist geregelt, wann der Unterhaltsverpflichtete zur Zurückzahlung des Unterhaltsvorschusses aufgefordert werden kann. In der Regel müssen Sie von dem Unterhaltsvorschuss Kenntnis gehabt haben und zur Zahlung von Unterhalt aufgefordert worden sein. Wenn Sie also von dem Unterhaltsvorschuss wussten, müssen Sie diesen, sobald Sie genug Einkommen haben, zurückzahlen.

Was tun, wenn Sie den Vorschuss zurückzahlen sollen

  • Überlegen Sie, ob der Anspruch zu Recht besteht. Wenn Sie eine Wiederverheiratung verschwiegen haben oder Unterhalt für das Kind bekommen und dies nicht angegeben haben, sollten Sie sich mit dem Jugendamt in Verbindung setzen. Sie können den Betrag meist in kleinen Raten zurückzahlen.
  • Wenn Sie Zweifel haben, dass Sie zum Zurückzahlen des Unterhaltsvorschusses verpflichtet sind, legen Sie Widerspruch ein und konsultieren Sie einen Anwalt. Oft werden Zeiten, in denen Sie dauernd getrennt lebten oder der Zeitraum, in dem Sie keine Kenntnis von den Unterhaltsansprüchen hatten, falsch bewertet. Das sollten Sie prüfen lassen.
  • Geben Sie wahrheitsgemäß Auskunft über Ihre persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse. Auch aktueller Kindesunterhalt geht vor. So haben Sie die besten Chancen, sich mit dem Jugendamt gütlich auf eine erträgliche Art zum Zurückzahlen des Unterhaltsvorschusses zu einigen.
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