Eckdaten beim Unterhaltsrecht

  • Die Gründe, warum es zur Trennung gekommen ist, spielen bei der Frage nach dem Recht auf Unterhalt nur bedingt eine Rolle.
  • Während der Ehezeit sind sich beide Partner gegenseitig zum Unterhalt verpflichtet. Das kann entweder in Geld oder in der Haushaltsführung und Kinderbetreuung geschehen.
  • Vom Prinzip her hat also auch derjenige Anspruch auf nachehelichen Unterhalt, der während der Ehe den Haushalt erledigt hat bzw. gegebenenfalls Kinder erzogen hat und dadurch keiner geregelten Tätigkeit nachgehen konnte.
  • Das kann die Frau, aber auch den Mann betreffen. Denn auch Männer bleiben zu Hause, wenn die Frau arbeiten geht. Das ist meist dann der Fall, wenn sich zum einen beide Partner darüber einig sind bzw. die Frau einen höher bezahlteren Job hat als der Mann.
  • Allerdings sieht das Gesetz vor, dass beide Ehepartner nach der Trennung bzw. Scheidung eigenverantwortlich ihre Lebensbedürfnisse regeln. Das ist den meisten nicht sofort möglich. Zum Beispiel wenn die gemeinsamen Kinder noch recht klein sind und es nicht möglich ist, den eigenen Lebensunterhalt mit einer geregelten Arbeit zu verdienen. An dieser Stelle trift die gesetzliche Unterhaltsregelung zu.
  • Beide Partner haben also unter bestimmten Umständen Anspruch auf finanzielle Hilfe. Bis es zur Scheidung kommt, vergeht einige Zeit. Während dieser Zeit hat der finanziell schlechter dastehende Partner zunächst Anspruch auf Trennungsunterhalt. Der finanziell gut betuchte Partner ist laut Gesetz verpflichtet, den weniger gut betuchten Partner finanziell so zu stellen wie während der Ehezeit.

Wann hat eine Frau Anspruch auf Unterhalt

  • Sie haben Anspruch auf Trennungsunterhalt und nachehelichen Unterhalt bei Arbeitslosigkeit, Ausbildung und Kindererziehung. Das heißt zum Beispiel, wenn Sie bedingt durch die Betreuung der Kinder nicht arbeiten können oder eine Berufsausbildung beginnen. Dies ist meist der Fall, wenn Sie sich während der Ehe mit ihrem Partner geeinigt hatten, dass Sie sich um Haushalt und Kinder kümmern und dadurch entweder ihre Berufsausbildung abgebrochen oder noch gar keine begonnen hatten.
  • Sie haben ebenfalls Anspruch auf Unterhalt, wenn Sie krankheitsbedingt arbeits- bzw. erwerbsunfähig sind oder das derzeitige Einkommen nicht zum Leben ausreicht. Die Höhe und die Zeitdauer können Sie mit Ihrem Partner selbst festlegen, aber in den meisten Fällen wird dies nicht möglich sein.
  • Viele Ehepartner gehen im Streit auseinander. Suchen Sie am besten zeitnah einen Anwalt für Familienrecht auf. Dieser wird Ihnen beratend in allen Fragen rund um das Trennungsjahr, den Unterhalt und die Scheidung zur Seite stehen.