Alle Kategorien
Suche

"The Secret" - das Gesetz der Anziehung in sozialen Beziehungen erklärt

Im Film "The Secret" wird das sogenannte Gesetz der Anziehung veranschaulicht. Demnach zieht Gleiches einander an, etwa Gedanken, Gefühle oder Handlungen. Diese Wirkung lässt sich nicht klar belegen, doch auch in sozialen Beziehungen spielen Ähnlichkeiten zumindest unter bestimmten Bedingungen eine Rolle. Wann gilt hier wirklich, dass Gleiches und Gleiches sich gern gesellen?

Auch Liebe basiert auf Anziehung.
Auch Liebe basiert auf Anziehung. © CIS / Pixelio

Es kommt nicht immer darauf an, dass zwei Menschen einander möglichst ähnlich sind, manchmal sind es gerade die Unterschiede, die Freundschaften entstehen lassen.

Stimmt das Gesetz der Anziehung?

  • Das Gesetz der Anziehung, wie es auch im Film „The Secret“ gezeigt wird, bezieht sich auf alle denkbaren Lebensbereiche. So sollen auch schlechte Gedanken andere negative Gedanken anziehen oder eine positive Lebenshaltung zu positiven Ereignissen führen.
  • Demnach besitzt jeder die Fähigkeit, seine Umgebung und die Geschehnisse in dieser maßgeblich zu beeinflussen. Diese Behauptung wird sicherlich im Alltag oft an Grenzen stoßen und auch wissenschaftlich konnte diese Theorie nicht belegt werden.
  • Das Gesetz der Anziehung kann aber durchaus auf die Aktivierung von Schemata angewendet werden. Das sind bestimmte Denkstrukturen, die genutzt werden, um Dinge zu deuten oder einzuordnen. Ein solches Schema kann es etwa sein, Vorurteile gegen bestimmte Personen zu haben und daher deren Verhalten auch eher entsprechend dieser Vorurteile zu interpretieren. Vorhandene Einstellungen beeinflussen also die Interpretation von Geschehnissen, können aber nicht deren generelle Auftretenswahrscheinlichkeit beeinflussen.
  • Ebenso führen bestimmte Gedanken auch nicht zwangsläufig zu entsprechenden Handlungen, wie in "The Secret" behauptet. Denn negative Gedanken oder auch Inhalte, die Sie vielleicht gar nicht denken wollen, sind nichts Ungewöhnliches. Dennoch gibt es geistige Kontrollmechanismen, die Gedanken bewerten und darüber entscheiden, was ausgeführt wird und was nicht, sodass nicht aus jeder Vorstellung auch eine Handlung resultiert.
  • Soziale Beziehungen haben für die meisten Menschen eine große Bedeutung und daher …

Gilt „The Secret“ in sozialen Beziehungen?

  • Die Aussage des Filmes „The Secret“ kann auch auf soziale Beziehungen bezogen werden. Hier würde man vermuten, dass nach dem Gesetz der Anziehung Menschen, die bestimmte Einstellungen haben, auch vorrangig anderen begegnen, die ähnlich denken. Dies kann beispielsweise bedeuten, dass demnach besonders fröhliche Menschen auch anderen begegnen, die sehr heiter gestimmt sind.
  • Auch dies ist jedoch nicht der Fall. Die eigene Einstellung beeinflusst nur die Interpretation der Wahrnehmung. Wenn Sie also beispielsweise ein Kind sehen, das wild herumturnt, dann werden Sie dieses je nach eigener Stimmung eher als Zeichen kindlicher Freude oder als unangenehm ansehen.
  • Beim Entstehen von Freundschaften spielt die Ähnlichkeit ebenfalls eine Rolle, doch hier geht es nicht darum, wer Ihnen überhaupt begegnet, sondern mit wem Sie in Kontakt bleiben.
  • Dort, wo die Ähnlichkeiten zwischen Menschen höher sind - etwa gleiche Einstellungen, vergleichbare Interessen - bilden sich schnell Freundschaften heraus. Hier gilt also: Gleich und Gleich gesellt sich gern, aber nicht, wie in „The Secret“ behauptet, dass Begegnungen mit anderen wesentlich von den eigenen Denkweisen abhängen.
  • Das Gesetz der Anziehung lässt zudem außer Acht, dass manchmal gerade Unterschiede Basis einer Freundschaft sein können. Dies trifft bei Merkmalen zu, die sich ergänzen müssen. Jemand etwa, der gern eine führende Rolle übernimmt und eher andere anleiten möchte, würde sich mit jemandem, der eine ebensolche Persönlichkeit besitzt, sicherlich weniger gut verstehen.
  • Zu etwas „dominanten“ Menschen passen also besser Personen, die sich Dinge gern erklären lassen und lieber anderen Entscheidungen überlassen möchten. Manchmal ziehen sich also auch die Gegensätze an.
Teilen: