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Suggestivfrage - so reagieren Sie darauf

Suggestivfragen sind in der Regel so gestellt, dass Ihnen nur eine bestimmte Antwort bleibt, Sie also oft Antworten geben, die nicht Ihrer Überzeugung entspringen. Achten Sie darauf, Suggestivfragen zu erkennen und antworten Sie so, wie es Ihre Überzeugung ist.

Fragt man oder manipuliert man Sie.
Fragt man oder manipuliert man Sie. © Gerd Altmann / Pixelio

Hier müssen Sie mit Suggestivfragen rechnen

  • In der Werbung wird oft mit Suggestivfragen gearbeitet. Ihnen wird bspw. vermittelt, dass Sie nur eine gute Mutter, ein guter Vater oder Hundebesitzer sind, wenn Sie ein bestimmtes Produkt kaufen. Vorsicht, wenn eine „Frage“ mit „Sie wissen sicher..." beginnt.
  • Bei Verkäufen am Telefon und an der Haustür werden Sie schlicht und ergreifend dazu gebracht mit Ja zu antworten, bis Sie die entscheidende Frage, das Produkt kaufen zu wollen auch bejahen. Typische Fragen sind hier: "Wollen Sie sparen?", "Sind Sie für Umweltschutz?", "Lieben Sie Kinder?" Was folgt ist: "Dann sollten Sie XYZ kaufen." Sie müssen sich jedoch selbst fragen, ob Sie das auch wirklich wollen. Überlegen Sie bei jedem "Ja", ob Sie das wirklich meinen. Wehren Sie sich, wenn man Sie nach dem letzten "Ja" zu einem Vertragsabschluss bringen will.

Scheuen Sie sich nicht, auf die Suggestivfrage hinzuweisen und erklären Sie, dass Sie diese erkannt haben.

Suggerierende Fragestellungen entlarven

  • Achten Sie darauf, ob Fakten in der Frage impliziert sind, die eigentlich nichts mit der Frage zu tun haben. Fragt Sie jemand, ob Sie gesehen haben, dass der böse Mann die Frau geschlagen hat, überlegen Sie, was Sie antworten. Sie sahen vielleicht, dass ein Mann eine Frau geschlagen hat, ob er jedoch böse ist, können Sie nicht wissen.
  • Bei der Frage: "Wohin lief der Mann nach dem Raub?" müssen Sie überlegen, ob Sie einen Raub gesehen haben oder nur jemanden, der weggelaufen ist. Machen Sie klar, dass Sie nur das Weglaufen sahen, nicht den Raub.
  • Selbst scheinbar harmlose Fragen, ob eine Tasche bspw. braun oder schwarz war, sind schon Suggestivfragen. Denn was würden Sie antworten, wenn die Tasche dunkelrot war? Bei dieser Art von Suggestivfragen unterschlägt man einfach eine Reihe von Antwortmöglichkeiten.
  • Vielleicht legt man Ihnen auch schon Antworten in den Mund. "Sie wollen doch sicher auch..." oder man zeigt Ihnen, welche Antwort richtig ist: "Alle finden, dass es zu dunkel ist im Hausflur, Sie doch auch?" noch deutlicher "Sie finden sicher auch, dass mehr Licht im Flur sein muss?" Lassen Sie sich nichts in den Mund legen, und wenn angeblich alle etwas finden, können Sie ruhig fragen, wer denn genau „Alle“ ist.
  • Lassen Sie sich nicht einschüchtern, auch wenn man Sie dreimal fragt, ob Sie sicher sind, müssen Sie nicht Ihre Meinung ändern. Sagen Sie einfach, dass Sie sicher und überzeugt von Ihrer Antwort sind. 
  • Oft werden Suggestivfragen verstärkt mit Wendungen wie "Das ist nicht zu glauben,.." bis hin zur Drohung so lange zu fragen, bis man endlich die "Wahrheit" sagt. Lassen Sie sich auf keine Diskussion ein, sagen Sie, dass die Befragung nun zu Ende ist, denn Sie haben die Wahrheit gesagt.

Viele Suggestivfragen bauen auf dem Prinzip "Alle-Keiner-Niemand" auf. Alle sagen, dass etwas richtig sei, keiner sagt, dass es falsch sei und niemand wäre Ihrer Meinung. Fragen Sie ruhig zurück, wer diese Ihnen suggerierten Menschen (alle, keiner, niemand) in den Fragen konkret sind, statt sich davon beeinflussen zu lassen.

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