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Sütterlin Alphabet - so lernen Sie die deutsche Schrift

Wenn Sie alte Dokumente oder Briefe Ihrer Großeltern lesen können wollen, müssen Sie häufig das Sütterlin-Alphabet lernen. Diese deutsche Schrift wurde zuletzt 1954 an deutschen Schulen unterrichtet. Einige Buchstaben unterscheiden sich sehr von der heutigen Schrift.

Alte Briefe sind heute nur schwer zu entziffern.
Alte Briefe sind heute nur schwer zu entziffern.

Die Buchstaben im Sütterlin

  • Wenn Sie Sütterlin lernen wollen, besorgen Sie sich am besten zunächst eine Tabelle des Alphabets.
  • Einige der Buchstaben sehen sich sehr ähnlich, diese sollten Sie sich exakt einprägen, um sie im Wort zu erkennen. Das e ist beispielsweise ähnlich wie das n als zwei miteinander verbundene Bögen dargestellt. Beim e setzt der zweite Bogen jedoch oben an, während das n zweimal von der Grundlinie aus gezeichnet wird. Auch das u sieht dem n sehr ähnlich, es wird daher mit einem Bogen verdeutlicht.
  • Die beiden Punkte, die Sie heute von den Umlauten kennen, stammen auch aus der Sütterlinschrift. Statt die Umlaute mit dem folgenden e aufzuschreiben, wurde seit dem Mittelalter das e auf den Vokal gesetzt. Das Sütterlin-e mit seinen zwei Bögen konnte dann zu zwei Strichen und später zwei Punkten abgekürzt werden.
  • Die deutsche Schrift kennt vor allem zahlreiche Sonderformen für häufige Buchstabenkombinationen. Ein Doppel-n und ein Doppel-m beispielsweise werden nicht mit zwei gleichen Buchstaben geschrieben. Das erste n bzw. m erhält einen geraden Strich über den Bögen, um die Verdopplung zu kennzeichnen. Hier besteht dann Verwechslungsgefahr zum u, welches die gleiche Bogenform mit einem darüberliegenden Bogen ausweist.
  • Zusätzlich finden Sie zwei Buchstaben, die für das s stehen. In der Wortmitte wird das sogenannte Lang-s genutzt, das dem t recht ähnlich sieht. Am Wortende dagegen steht stets das Rund-s, das aussieht wie eine 6.
  • Achtung: Bei zusammengesetzten Wörtern bleibt auch mitten im Wort das Rund-s.

Das deutsche Alphabet lesen

  • Die größten Probleme beim Entziffern dieses Alphabets bestehen darin, dass es sich immer um eine Handschrift handelt. Ungenauigkeiten und unordentliche Linienführung erschweren das Lesen im Sütterlin genau wie in heutigen Handschriften.
  • Wenn Sie also die Aufzeichnungen eines bisher unbekannten Schreibers lesen möchten, verzweifeln Sie nicht sofort. Vielleicht liegt es weniger an der Schriftart als an der Handschrift.
  • Versuchen Sie mit Kenntnis der exakt gezeichneten Buchstaben einzelne Worte zu entziffern und lernen Sie so die Eigenarten des Schreibers kennen. Meist haben Sie das Schwierigste geschafft, sobald Sie die Buchstaben e und n sicher auseinanderhalten können.
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