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Streptokokken - Ansteckung, Symptome & Behandlung

Scharlach, Lungen- und Hirnhautentzündung sind nur einige der Erkrankungen, die Streptokokken auslösen können. Uns wie schützen Sie sich?

Streptokokken können sich im Blut ausbreiten und Sie mit Krankheiten anstecken.
Streptokokken können sich im Blut ausbreiten und Sie mit Krankheiten anstecken.

Der folgende Text kann keinen ärztlichen Rat ersetzen!

Die Bakteriengruppe der Streptokokken

Die Gattung Streptococcus gehört zur Familie der Streptococcaceae. Es handelt sich bei Streptokokken um kugelförmige bis ovale Bakterien, die Paare oder Ketten bilden. Es sind keine Sporenbildner wie beispielsweise der Erreger von Tetanus, Chlostridium tetani.

Streptokokken können ohne Sauerstoff überleben, haben aber hohe Ansprüche an den Nährboden, auf dem sie gedeihen. Sie werden nach ihrem Verhalten in der Zersetzung von Blut in alpha- beta- und gammahämolysierende (= nicht hämolysierende) Streptokokken eingeteilt. Außerdem werden sie nach ihren Oberflächenantigenen in die Serotypen A bis Q unterteilt.

Funktionen der Bakterien im menschlichen Körper

Sie finden im menschlichen Körper Bakterien wie E. coli, die am richtigen Ort wie zum Beispiel im Darm nützlich sind, andernorts aber Krankheiten verursachen können. Streptokokken erfüllen keinen hilfreichen Zweck. Sie sind entweder pathogen (Krankheit verursachend) oder wie Streptococcus salivarius opportunistisch pathogen. Das bedeutet, dass die Krankheit in diesem Fall Karies verursacht, wenn die Umstände stimmen.

Durch Streptokokken ausgelöste Krankheiten

Streptokokken können eine Vielzahl von Krankheiten auslösen. Streptococcus pyogenes ist für akute Erkrankungen verantwortlich, deren Symptome sich in den oberen Atemwegen und auf der Haut zeigen:

Mandelentzündung (Tonsillitis)

Rachenentzündung (Pharyngitis)

Mittelohrentzündung (Otitis media)

Scharlach

Wundrose (Erysipel)

Sepsis

Gefürchtete Komplikationen bei diesen Streptokokken sind das akute rheumatische Fieber, die Poststreptokokken-Glomerulonephritis, eine Entzündung der Nierenkörperchen, sowie eine Endokarditis.

Streptococcus agalactiae führt bei Erwachsenen und bei Neugeborenen zu Erkrankungen. Neugeborene werden während der Geburt bei einer Infektion des Genitalttrakts der Frau infiziert. Der Erreger ist unter anderem verantwortlich für:

Hirnhautentzündung (Meningitis)

Wundinfektion

Sepsis

bei Neugeborenen: Sepsis, Lungenentzündung (Pneumonie) und Meningitis

Die alpha- nicht hämolysierenden Streptokokken kommen natürlicherweise in der Mundhöhle vor und können Karies verursachen. Gelangen sie ins Blut, können sie für eine Endokarditis (Entzündung der Herzinnenhaut) verantwortlich sein. Bekanntester Vertreter dieser Gruppe ist Streptococcus pneumoniae, auch Pneunokokken genannt, den etwa die Hälfte der gesunden Erwachsenen in sich trägt. Sie verursachen:

Lobärpneumonie und Bronchopneumonie

Mittelohnentzündung

Sinusitis

Hirnhautentzündung

Sepsis

Diagnose und Behandlung von Streptokokkeninfektionen

Der Arzt stellt die Diagnose anhand von mikroskopischem und kulturellem Erregernachweis und/oder über einen Antikörpernachweis. Auf einer Blutkultur werden die Erreger in alpha-, beta- oder gammahämolysierend eingeteilt.

Streptokokken sind Bakterien und als solche mit Antibiotika zu bekämpfen. Für die Behandlung sind vor allem Penicillin und Gentamicin zu nennen. Halten Sie unbedingt die vom Arzt verordnete Dauer der Antibiotikabehandlung ein, um Komplikationen wie das rheumatische Fieber oder die Poststreptokokken-Glomerulonephritis zu vermeiden.

Ansteckung mit den Erregern vermeiden

Die Streptokokkeninfektion erfolgt überwiegend über Tröpfchen- oder Schmierinfektion. Bei der Tröpfcheninfektion erfolgt die Ansteckung über die Luft. Bei der Schmierinfektion werden die Bakterien durch die Berührung eines kranken Menschen oder eines kontaminierten Gegenstandes übertragen.

Je nach Erkrankung vergrößert sich die Ansteckungsgefahr durch engen körperlichen Kontakt mit dem Erkrankten und bei unzureichender Hygiene. Da die Ansteckungsgefahr bei jeder Krankheit anders ist, fragen Sie Ihren Arzt, wie lange Sie wegen einer möglichen Ansteckung aufpassen müssen.

Gegen Pneumokokken gibt es eine Impfung, die vom Robert-Koch-Institut für Säuglinge empfohlen wird. Diese Impfung schützt aber nicht von einer Infektion mit anderen Streptokokken.

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