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Stomabeutel richtig wechseln - so geht's

Vielleicht wurde Ihnen ein Teil Ihres Darms entfernt, nun haben Sie für einige Zeit einen Stomabeutel bekommen. Dieser muss nun täglich mindestens einmal gewechselt werden. Wie machen Sie das richtig? Das lesen Sie hier.

Wechseln Sie einfach und schnell einen Stomabeutel.
Wechseln Sie einfach und schnell einen Stomabeutel.

Was Sie benötigen:

  • Stoma-Set in passender Größe
  • Verbandsschere
  • Einmalhandschuhe
  • Toilettenpapier
  • Desinfektionsmittel

Sie haben einen Stomabeutel bekommen - Was nun?

Ein Stoma bedeutet einen künstlich herbeigeführten Darmausgang, der das tägliche Ausscheiden des Stuhlbreis gewährleisten soll.

  • Je nach Darmteil, welches betroffen ist, kann es sich um ein Ileostoma (Dünndarm), Coecostoma (Blinddarm) oder Colostoma (Dickdarm) handeln. Früher war solch ein künstlicher Darmausgang auch als Anus praeter bekannt, was so viel wie Seitenausgang in der Umgangssprache oder außernatürlicher Darmausgang heißt. 
  • Manche Menschen haben solch ein Stoma nur vorübergehend, andere jedoch müssen dauerhaft einen Stomabeutel tragen, wenn beispielsweise ein großer Teil des Darms entfernt werden musste.
  • Ursachen für ein Stoma können sein, Divertikel, das sind Darmaussackungen, Darmkarzinome, Darmerkrankungen, die mit schweren Entzündungen einhergehen wie Colitis Ulcerosa oder Morbus Cron, aber natürlich auch schwere Unfälle. Die Operationen heißen dann Enterostomie, Ileostomie oder Colostomie und betreffen junge und ältere Leute gleichermaßen.

Wie findet die Basisversorgung eines Anus praeter statt?

Stomapatienten können ihren Stuhlabgang und die Gasentleerung nicht mehr selber beeinflussen, daher gibt es eigens dafür verschiedene Stomasysteme. Solch ein System besteht immer aus einer auf die Haut zu klebenden Basisplatte, auf die ein entsprechender Beutel für die Ausscheidungen eingedreht wird oder schon miteinander verbunden ist.  

  1. Bei der Stomaversorgung gibt es verschiedene Systeme, so kennt man einteilige und zweiteilige Systeme. Bei einem einteiligen System ist wie gesagt der Beutel schon mit der Basisplatte fest verbunden, bei einem zweiteiligen System ist der Beutel von der Basisplatte getrennt und wird ähnlich einem Bajonettsystem auf die Basisplatte eingedreht.
  2. Vorteil eines zweiteiligen Stomasystems ist, dass die Basisplatte auf der empfindlichen Haut für mehrere Tage verbleiben kann und nicht täglich aufs Neue abgezogen werden muss. 
  3. Für beide Systeme gibt es wiederum zwei verschiedene Entleerungsmöglichkeiten. Sie werden zum einen als Ausstreifbeutel angeboten, hier wird der Beutelinhalt ausgestreift und der Beutel deshalb nicht gewechselt, zum anderen als geschlossener Beutel angeboten, der komplett gewechselt werden muss. Zudem sind auch beide Systeme mit einem Geruchsfilter gegen die streng riechenden Gase ausgestattet.
  4. Und so wird ein Stomabeutel angelegt: Zuerst ziehen Sie sich Einmalhandschuhe an und legen sich die benötigten Utensilien zum Wechseln des Stomas zurecht. 
  5. Schneiden Sie nun mit einer Schere die richtige Größe der benötigten Stomaplatte zurecht, beachten Sie dabei die aufgezeichneten Vorlagen auf der Platte. 
  6. Jetzt reinigen Sie nun die umliegende Haut um das Stoma vorsichtig mit Feuchttüchern und Toilettenpapier. Rubbeln Sie dabei nicht zu sehr an der Haut, da beim täglichen Beutelwechsel die Haut sehr empfindlich ist. Häufig ist in den Sets auch eine Spezialcreme für die Haut dabei. Nach gründlicher Reinigung und Entfettung der benötigten Hautpartie tragen Sie die beiliegende Paste (je nach System) auf die zuvor zurechtgeschnittene Basisplatte auf.
  7. Kleben Sie nun die Basisplatte so auf die Haut des Stomapatienten, dass der künstliche Darmausgang genau umringt ist. Kleben Sie zu dicht am Stoma, haben Sie die empfindliche Schleimhaut mit eingeklebt, dies schmerzt und der Patient wird es Ihnen dann beim nächsten Mal danken, wenn Sie die Patte wieder abziehen müssen.
  8. Haben Sie zu viel Haut um das Stoma freigelassen, wurde die Platte zu groß ausgeschnitten und die Haut wird durch den aggressiven Stuhlgang dann sehr gereizt, was zu Rötungen und Allergien führt und zudem das Auflegen einer passenden Platte beim nächsten Mal dann unmöglich macht. 
  9. Je nach System kleben oder drehen Sie nun den zweiten Teil des Stomasystems (den Beutel - nur bei zweiteiligen Systemen) auf die Basisplatte. Achten Sie auf guten und geraden Sitz des Systems, damit es unter der Kleidung nicht stört. Nun sind Sie fertig.
  10. Danach entsorgen Sie die gebrauchten Abfallmaterialien, die Ausscheidungen und Ihre Einmalhandschuhe nach den modernen geltenden Abfallwirtschaftsmaßnahmen in Ihrem Hausmüll.
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