Was Sie benötigen:
  • Pfosten
  • Latten und/oder Drähte
  • Haken

Spalierobst ist bei Gärtnern sehr beliebt. Kein Wunder, es hat - zusätzlich zu der hauseigenen Obsternte natürlich - viele Vorteile. Mit einem Spalierobstbaum lassen sich unansehnliche Wände begrünen, durch freie Spaliere werden lebende Sichtschutzwände und abgetrennte Gartenzimmer geschaffen. Je nach gewählter Obstart lassen sich damit sogar Gartenlauben oder Laubengänge beranken. Leider schrecken viele Gärtner dennoch vor der Anlage von Spalierobst zurück, weil es angeblich so pflegeintensiv ist. Das stimmt jedoch nur bedingt. Auch andere Obstgehölze müssen regelmäßig geschnitten werden, damit sie ausreichend Früchte tragen. Die Mehrarbeit beim Spalierobst besteht im Grunde darin, dass es am Spalier entlang geleitet werden muss.

Spalierobst anlegen - welches soll es sein?

  • Viele Obstarten eignen sich für das Spalier, aber nicht für jeden Standort. Zu den am häufigsten verwendeten Obstsorten am Spalier gehören Trauben, Birnen, Pfirsiche, Aprikosen und Kiwi, aber auch Kirschen, Pflaumen und Äpfel bieten sich an. 
  • Wenn Sie Ihr Spalierobst an einer sonnigen Südwand oder an einem überwiegend sonnigen Standort ziehen möchten, entscheiden Sie sich am besten für Weinreben, Birnen oder Kiwis. 
  • Äpfel, Pflaumen, Aprikosen und Kirschen bevorzugen einen eher halbschattigen Standort, damit sich das volle Aroma entfalten kann. Zudem blüht die Aprikose an einer Südwand zu früh, was die Ernte durch Spätfröste gefährden würde.

Spalierobst anlegen - planen Sie auf lange Sicht

  • Denken Sie schon beim Pflanzen des Spalierobstes daran, dass das Gerüst stabil genug sein muss, um auch dem Gewicht eines ausgewachsenen, gut tragenden Baums standzuhalten. 
  • Wenn Sie das Obst an der Wand wachsen lassen wollen, befestigen Sie am besten zwei stabile Querstreben mit Haken fest an der Wand. An diesen Streben können Sie senkrecht, diagonal oder in einem bestimmten Muster zusätzliche Latten oder Drähte befestigen. An diesen Streben wird das Obst später aufgeleitet. Der Abstand zwischen Wand und Spalier sollte nicht zu dicht gewählt werden, damit der Obstbaum genug belüftet wird und es nicht zu Pilzerkrankungen kommt. 
  • Noch mehr als beim Aufleiten an einer Wand müssen Sie beim freien Spalier auf ein stabiles Grundgerüst achten. Das freie Spalier bietet sich als Sichtschutz oder zum Abtrennen einzelner Gartenbereiche an. Um spätere Pflegemaßnahmen zu erleichtern, sollte das Obst am freien Spalier nicht höher als zwei Meter wachsen. Der Abstand zwischen den einzelnen Gehölzen muss groß genug gewählt werden, damit die Pflanzen später nicht um das Sonnenlicht konkurrieren müssen. Für das freie Spalier brauchen Sie stabile Pfosten im Abstand von 5 Metern. Die unterste Reihe der dazwischen gespannten Spalierdrähte beginnt in Höhe des Stamms. Im Abstand von 30 Zentimetern werden jeweils weitere Drähte gespannt, an denen die Sommertriebe festgebunden werden. 
  • Für die Pergola bieten sich am ehesten Weinreben an, sie sorgen im Sommer für kühlen Schatten und trumpfen im Herbst mit köstlichen Trauben und spektakulärer Herbstfärbung auf. Soll Spalierobst an Ihrer Pergola wachsen, muss diese eine stabile Konstruktion aufweisen.

Das Spalierobst erfordert beim Anlegen und in den ersten Jahren etwas mehr Aufmerksamkeit, weil die Triebe erst einmal in die gewünschte Richtung geführt werden müssen. Hat das Obst seine endgültige oder eine für den Gärtner akzeptable Größe erreicht, sind überwiegend nur noch Schnittmaßnahmen erforderlich.