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Sandrose - Erklärung

Die Blumen ähnelnde Sandrose ist ein beliebtes Urlaubssouvenir. Die Wüstenrosen bestehen aus dünnen, verwachsenen Gipsrosetten, die sich durch Verdunstung bilden.

Sandrosen sind blumenähnliche Gebilde aus Gips.
Sandrosen sind blumenähnliche Gebilde aus Gips.

Sandrosen sind bizarre Gipsgebilde

Sandrosen zählen zu den Mineralien und werden in Wüsten oder Trockengebieten gefunden. Die von Sammlern begehrte Sandrose wird - ihrem Vorkommen entsprechend - auch Wüstenrose genannt.

  • Sandrosen finden Sie in den Farben Gelb, bräunlich, manchmal auch rötlich. Sie bestehen aus dünnblättrigen Gipsspatkristallen, die miteinander rosettenartig verwachsen sind. Besonders begehrt bei Sammlern sind natürlich Anordnungen in mehreren Reihen um einen Mittelpunkt, die der Blüte einer Rose ähneln. Auch größere Gruppen einzelner Rosen können Sie manchmal finden beziehungsweise im Mineralienhandel kaufen.
  • Sandrosen sind Fundstücke im lockeren Sand. Sie bestehen aus Gipskristallen. Dabei handelt es sich chemisch um Calciumsulfat, also CaSO4. Gips hat den Gebilden auch den Namen Gipsrosetten eingebracht.
  • Sehr häufig enthalten die Kristalle eine größere Menge an Sandkörnern. Eingeschlossene Körner bewirken die unterschiedlichen Farbnuancen sowie die körnige Oberfläche.
  • Gips ist wasserlöslich. Alle Wüstenrosen werden in nasser oder feuchter Umgebung krümelig oder zerfallen. Sie sollten Ihre wertvollen steinernen Rosen also in trockener Umgebung, beispielsweise in der Wohnung, aufbewahren.

Eine Sandrose entsteht durch Verdunstung

Ist es nicht erstaunlich, dass man Sandrosen gerade in Wüsten oder Trockengebieten findet?

  • Eine Sandrose entsteht nämlich in heißen und trockenen Gebieten, also in einem sogenannten ariden Klima. Bedingung ist, dass dort eine starke Verdunstung von Oberflächenfeuchtigkeit auftritt.
  • Die Oberflächenverdunstung sorgt dafür, dass sulfatreiches, also schwefelhaltiges, Grundwasser durch feine Kapillarröhrchen im Sand nach oben gezogen wird. Derartiges Grundwasser kann beispielsweise durch einsickernden Tau in Sandhohlräumen entstehen.
  • Auf ihrem Weg nach oben kristallisieren die gelösten Salze aus. Dieser Vorgang wird durch schnelle Verdunstung gefördert. Kristalle aus Gipsspat entwickeln sich ungehindert nach allen Seiten im lockeren Sand. Zusammen mit den umliegenden Sandkörnern bilden sich die typischen, nach oben weisenden Strukturen. Auch die Kristalloberfläche ist mit feinen Sandkörnern bedeckt.

Orte, an denen Wüstenrosen gefunden werden

  • Das Gros der begehrten Rosen finden Sie natürlich in Wüstengebieten beziehungsweise trockenen, sandartigen Landschaften. Ein besonderer Fundort ist die Sahara. Vor allem in Marokko, Tunesien und Algerien können Sie die Wüstenrosen dort bei Händlern und privaten Sammlern kaufen. Auch Fundorte in den USA (Oklahoma oder Texas) sowie im Südwesten Afrikas sind bekannt.
  • Besondere Sammlerstücke sind die sogenannten Rockenberger Röschen, benannt nach ihrem Fundort Rockenberg in der Wetterau (Hessen). In dieser Gemeinde konnte und kann man in vielen Gärten die Rosensteine bewundern. Sie bestehen allerdings aus Bariumsulfat und werden Barytrosen genannt.
  • Ist in Sandlagen eine ausreichende Menge von Barium vorhanden, so bilden sich ähnlich den Gipsrosen Kristalle aus Bariumsulfat BaSO4. Barytrosen sind zwar wasserunlöslisch, durch Algenwachstum werden diese Rosensteine jedoch oft grünlich oder unansehnlich. auch diese sollten Sie also in der Wohnung aufbewahren, wenn Sie lange Freude daran haben wollen.

Sie sehen: Sandrosen bilden sich unter besonderen Verdunstungsbedingungen in speziellen Sandlandschaften. Die rosettenartigen, flächigen Kristalle bestehen aus Gipsspat und sind nicht organischen Ursprungs. Der Begriff "Wüstenrose" ist romantisierend zu verstehen.

 

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