Hilfe bei Problemen mit dem Sakralgelenk

Die Lendenwirbelsäule geht in ihrem unteren Ende in das Kreuzbein über, das beidseits mit dem Darmbein eine Gelenkverbindung eingeht. Die Gelenke werden als Iliosakralgelenke bezeichnet, die sehr straffe Bender haben, sodass der Bewegungsspielraum der Gelenke nur sehr gering ist. Gelockerte Bänder, degenerative oder aber auch entzündliche Veränderungen können über die sensiblen Nervenfasern in diesem Bereich dazu führen, dass das Sakralgelenk schmerzt.

  • Verspüren Sie Schmerzen im unteren Teil der Lendenwirbelsäule, die bis in das Gesäß ausstrahlen, eventuell sogar bis in die Oberschenkelrückseite, muss das keinesfalls ein Problem der Lendenwirbelsäule selbst sein, sondern kann auf eine Problematik der  Sakralgelenke zurückzuführen sein.
  • Typischerweise treten die Beschwerden einseitig auf und sind fast ausschließlich rechts lokalisiert. Verstärken sich Ihre Beschwerden bei Bewegungen des Oberkörpers, im Sitzen und beim Autofahren und verringern Sie sich, wenn sie gehen oder stehen, dann ist ein Iliosakralgelenksyndrom sehr wahrscheinlich.
  • Sollten Sie neurologische Symptome aufweisen wie Muskelschwäche im Bein, Missempfindungen oder gar ein Taubheitsgefühl, dann sprechen diese Symptome gegen ein Iliosakralgelenksyndrom, da dieses so gut wie nie zu neurologischen Auffälligkeiten führt, die eher auf einen gravierenden Bandscheibenvorfall hinweisen.
  • Ihre Möglichkeiten, das Problem eigenständig in den Griff zu bekommen, sind sehr begrenzt. Im Akutfall helfen frei verkäufliche Schmerzmittel wie beispielsweise Paracetamol oder Ibuprofen. Versuchen Sie in Bewegung zu bleiben, vermeiden aber übermäßige körperliche Anstrengung und sportliche Aktivitäten. Sollten Sie mit diesen Maßnahmen nicht innerhalb weniger Tage eine deutliche Schmerzlinderung erfahren, ist die Vorstellung bei einem Orthopäden ratsam.

Orthopädische Maßnahmen beim Iliosakralgelenksyndrom

  • Ihr Orthopäde wird Sie zunächst gründlich untersuchen und kann durch spezielle Tests gezielt die Funktion des Sakralgelenks überprüfen. Eventuell wird er bei Unklarheiten mit der Injektion eines Lokalanästhetikums in das Gelenk dieses vorübergehend betäuben. Sollten nach der Injektion Ihre Beschwerden schlagartig verschwunden sein, ist das Sakralgelenk als Auslöser Ihrer Beschwerden identifiziert.
  • Zusätzlich zur körperlichen Untersuchung kommen auch bildgebende Verfahren zu Diagnostik zum Einsatz. Normale Röntgenaufnahmen sind nicht unbedingt hilfreich, können aber Hinweise auf krankhafte Veränderungen im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule geben. Allerdings kann die Kernspintomografie Reizzustände und entzündliche Veränderungen Ihres Sakralgelenks zeigen, die Computertomografie ist eher für den Nachweis von Arthroseveränderungen im Gelenk geeignet.
  • Neben einer ausreichenden Behandlung mit Schmerzmitteln wird Ihnen eine gezielte Physiotherapie und/oderManualtherapie gut tun, mit der in vielen Fällen das Problem in den Griff zu bekommen ist. In hartnäckigen Fällen und insbesondere dann, wenn die Injektion eines örtlichen Betäubungsmittels wie vorgeschrieben zu einer Schmerzlinderung oder sogar vorübergehenden Schmerzfreiheit geführt hatte, können diese Injektionen mehrfach wiederholt werden. Hierzu wird dann ein lang wirksames Lokalanästhetikum in der Kombination mit einem Cortisonpräparat verwendet. Die Erfolgsmaßnahme dieser Maßnahme liegt bei über 80 %.
  • Sollten Sie bedauerlicherweise zu den verbliebenden 20 % der Patienten gehören, die mit den gängigen Maßnahmen ihre Schmerzsymptomatik nicht los werden, kann zur Schmerzblockade auch eine Kryotherapie durchgeführt werden, bei der unter Röntgendurchleuchtung oder  CT-gesteuert eine dünne Sonde in das Gelenk eingeführt wird, mit der durch eine Kälteeinwirkung von -70 °C die Schmerz verursachenden Nerven blockiert werden.
  • Prinzipiell besteht auch die Möglichkeit, das Problem operativ anzugehen, indem das Gelenk versteift wird. Hierbei handelt es sich jedoch um eine Maßnahme, die sehr selten erforderlich ist.

Wenn das Sakralgelenk schmerzt, können Sie vorübergehend eine Eigenbehandlung mit frei verkäuflichen Schmerzmitteln durchführen und vermehrter Bewegung. Sollte es Ihnen innerhalb weniger Tage nicht besser gehen, ist die Konsultation eines Orthopäden ratsam, damit durch eine gezielte Physiotherapie und Gelenk-Injektionen eines örtlichen Betäubungsmittels in Kombination mit Cortison die Beschwerden beseitigt werden.

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