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Reittherapeut werden - so geht's

Der Beruf „Reittherapeut“ ist besonders bei Mädchen ein großer Wunschtraum. Doch auch für Sonderpädagogen oder auch für Physiotherapeuten stellt dieser Beruf eine sinnvolle Ergänzung dar. Außerdem steigt die Zahl der Orthopäden, die neben der klassischen Krankengymnastik nun auch die Reittherapie empfehlen. Ist das ein Beruf mit großer Zukunft?

Voltigierpferd beim Warm-up
Voltigierpferd beim Warm-up © Regina_Kaute / Pixelio

Was Sie benötigen:

  • Reitstall
  • speziell ausgebildetes Pferd
  • Reithelm
  • idealerweise Sicherheitsreitweste, die die Wirbelsäule schützt
  • lange Hose, besser noch mit Leder besetzte Reithose, die vor Wundreiten schützt
  • festes Schuhwerk, Gummistiefel, zur Not Turnschuhe
  • Reitkenntnisse
  • idealerweise Ausbildung in Physiotherapie oder anderer Körpertherapie

Die ersten Schritte

  • Um Reittherapeut zu werden, sollten Sie über einige Voraussetzungen verfügen. Dabei sind neben Pferdekunde und reiterlichem Können auch eine ruhige Wesensart gefragt.
  • Da Sie mit behinderten Menschen arbeiten oder mit Patienten, die an einem vorübergehenden Handicap leiden, sollten Sie über genügend Ruhe und Verständnis für die Erkrankten verfügen. Sie sollten bedenken, dass Sie mit jeder Altersgruppe arbeiten. Aber je nach Therapiepferd und dessen Größe können Sie sich natürlich auf bestimmte Altersgruppen spezialisieren.
  • Sie sollten genügend Erfahrung im Umgang mit Pferden und Ponys haben, sodass Sie das Verhalten des Tieres genau einschätzen können. Nur so können Sie erkennen, ob ein Tier für eine Reittherapie überhaupt geeignet ist. Sie benötigen also eine gute Beobachtungsgabe.
  • Reitkenntnisse sind eigentlich unabdingbar. Nur wenn Sie selber reiten können, wissen Sie, wie die Bewegungen des Tieres sich tatsächlich auf den menschlichen Körper auswirken. Denn es macht einen Unterschied, ob Sie im Schritt, Trab oder sogar Galopp und dabei bequem im leichten Sitz reiten.
  • Nehmen Sie doch selber noch einmal einige Longenstunden für Anfänger oder lassen Sie sich an Ihrem Pferd oder Pony wie einst als Reitanfänger longieren. Reiten Sie dabei ohne Steigbügel oder nur mit einem Voltigiergurt mit spezieller Decke. Machen Sie dabei die üblichen Anfängerübungen, wie Arme heben, Arme wie beim Aerobic drehen, kleine Kreise, große Kreise, Oberkörper drehen, leicht nach vorne und nach hinten beugen. So bekommen Sie einen ersten Überblick und noch einmal das Gefühl als Reitanfänger. Und erinnern Sie sich an die Zeit des Muskelkaters zurück, unter dem besonders erwachsene Reitanfänger leiden.

Reittherapeut - so ist die Ausbildung

  • Im Internet finden Sie zahlreiche Ausbildungszentren für den Beruf. Alle schreiben meist eine abgeschlossene Berufsausbildung bevorzugt aus dem sozialen Bereich, vor. Idealerweise ist dies ein Beruf wie Sonderpädagoge, Heiltherapeut, Physiotherapeut, Tanztherapeut oder aus dem medizinischen Sektor. Quereinsteigern kann je nach Schule auch ein Doppelkurs mit 100 Unterrichtsstunden im Bereich Pädagogik/Erziehung angeboten werden.
  • Schauen Sie sich die verschiedenen Ausbildungsstellen genau an. Es gibt einige, die sich speziell auf die Reittherapie für traumatisierte Menschen spezialisiert haben.
  • Die Ausbildung dauert meist ein Jahr und je nach Institut können Sie Fördermittel für die Kursgebühr erhalten.
  • Einige Institute schreiben sogar ein eigenes Pferd oder eine Reitbeteiligung vor. Das Pferd muss für den Beruf charakterlich und sportlich geeignet sein.
  • Sie lernen die Kommunikation zum Pferd sowie erste Hilfe für Mensch und Tier kennen. Dazu gehört eine Einführung in die Psychologie und Psychopathologie des Menschen, aber auch Natural Horsemanship zum Pferd lernen Sie kennen. Dies entspricht der sogenannten „Pferdeflüsterei“.
  • Dazu gehören weiter die Kunde in Osteopathie für das Pferd sowie Krankengymnastik und therapeutische Heilmaßnahmen für den Menschen zu Pferd.

Wenn Sie Reittherapeut werden wollen, können Sie sich auch gerne an den Bundesverband für therapeutisches Reiten und tiergestützte Therapien wenden.

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