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Reindustrialisierung - eine Definition

Industrie bezeichnet einen Teilbereich der Wirtschaft, in dem Rohstoffe bearbeitet, beziehungsweise verarbeitet werden. Doch was ist eine Reindustrialisierung? Beachten Sie folgende Definition.

Warten auf eine Reindustrialisierung.
Warten auf eine Reindustrialisierung. © Julian_Nitzsche / Pixelio

Die Reindustrialisierung ist der dritte Schritt einer Industrieentwicklung und bezeichnet das Bemühen, wieder neue Industrie in alten Industriegebieten anzusiedeln.

 Definition des Industriegewerbes

  • Merken Sie sich einige Hauptpunkte der Industriearbeit: Hier kommt es zur Serien- und Massenherstellung von Halbfertig- und Fertigprodukten.
  • Meist handelt es sich um größere Betriebsstätten. Die Beschäftigung zeichnet sich durch Arbeitsteilung, durch starke Trennung der Forschungs- und Entwicklungsabteilung und der Produktion sowie verbreitete Schichtarbeit aus.
  • Durch die zunehmende Automatisierung sinkt der Bedarf an gering qualifizierten Arbeitskräften zunehmend und die Industrieunternehmen sind meist nicht an einen bestimmten Standort gebunden.

1. Schritt: Industrialisierung

  • Die allgemeine Definition von Industrialisierung meint die Ausbreitung von Industrie. Damit verbunden ist das arbeitsteilige Wirtschaften. Die Industrie entsteht aus der gewerblichen Handarbeit, es kommt zu einer Aufgliederung in spezialisierte Produktionsschritte. Dadurch können sich neue Produkte und Industriezweige herausbilden.
  • Beachten Sie: Die Industrialisierung in Europa wird Industrielle Revolution genannt. Möglich war dies durch den wissenschaftlich-technischen Fortschritt ab Mitte des 18. Jahrhunderts.
  • Die Industrielle Revolution bewirkte einen Übergang von der Agrar- zur Industriegesellschaft, immer mehr Menschen fanden ihre Arbeit in Fabriken. Industrialisierungsprozesse finden auch heute statt, beispielsweise in den Entwicklungsländern.

2. Schritt: Deindustrialisierung

  • Die Definition von Deindustrialisierung kennzeichnet meist den Übergang von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft. Hierbei kommt es zu einer Abnahme der Beschäftigten im Industriebereich.
  • Immer mehr Menschen arbeiten nicht mehr in Industriebetrieben, sondern im Dienstleistungssektor. Zu diesem gehören unter anderem der Handel, der Verkehr, das Nachrichtenwesen, die Bildung, die Kultur, das Rechts- und Sozialwesen.
  • Es entstehen Altindustriegebiete. Bedenken Sie die sozialen Folgeerscheinungen, die mit dieser Entwicklung einhergehen. Dazu zählen Arbeitslosigkeit, Brachflächen und gesättigte Märkte.

3. Schritt: Reindustrialisierung

  • Die Reindustrialisierung meint das Wiedererstarken von Industrie in Altindustriegebieten. In Europa ist dies meist durch die Ausbreitung von Hightech-Betrieben möglich.
  • Ein Merkbeispiel für Sie wäre die sächsische Landeshauptstadt Dresden. Das Industriezeitalter begann in Sachsen ungefähr um 1800. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts folgten der Ausbau des Eisenbahnnetzes und eine enorme Zunahme der Textilproduktion. Dresden wurde zum Sitz einer mechanischen Industrie. Die Industrielle Revolution verlief äußerst erfolgreich, in den folgenden Jahren erstarkte Sachsen zu einem Industrieland.
  • Während der DDR-Zeit arbeitete ein Großteil der Menschen in Industriebetrieben. Mit dem Zusammenbruch der ostdeutschen Wirtschaft kam es zu vielen brachliegenden Altindustriegebieten. Merken Sie sich: Hier fand eine Deindustrialisierung statt. Eine Reindustrialisierung erfolgte in Dresden im Bereich der Mikroelektronik. Unternehmen, die mikroelektronische Bauelemente herstellen, siedelten sich in Dresden an, welches aus diesem Grund auch das sächsische „Silicon Valley“ genannt wird.
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