Aussehen und Anatomie vom Regenwurm

Schauen Sie sich den Regenwurm an, erkennen Sie ein bis zu 30 cm langes Lebewesen, das keine Gliedmaßen aufweist und bei dem weder vorne noch hinten zu unterscheiden ist. Beim genaueren Hinsehen fallen Ihnen jedoch charakteristische Besonderheiten auf.

  • Es ist interessant zu wissen, dass das auffälligste Merkmal die bis zu 150 Körperringe oder Segmente sind, in die er sich aufteilt. Wegen dieser Gliederung rechnen Sie ihn den Ringelwürmern zu.
  • Beim genauen Betrachten wird Ihnen ein lappig vorgezogenes Segment an einem Körperende auffallen, der Kopflappen genannt wird und die Mundöffnung bedeckt. In jedem folgenden Segment finden Sie vier Paar Chitinborsten vor, die dort eingelassen sind und die Fortbewegung unterstützen.
  • Es ist wichtig zu wissen, dass sich im vorderen Körperdrittel eine hell gefärbte Verdickung befindet, die Sie Gürtel nennen und bei der Fortpflanzung eine große Rolle spielt. Das Hinterende, an dem der After liegt, ist abgeflacht und läuft spitz zu.
  • Schauen Sie sich einen kriechenden Regenwurm in seinem Lebensraum an, wird Ihnen die wellenförmige Bewegung auffallen, Die an der Oberhaut zum Hautmuskelschlauch verwachsen Schichten aus Muskeln ermöglichen ein Vor- oder Zurückkriechen, indem sich der Wurm durch das Zusammenziehen der inneren Längsmuskelschicht verkürzen kann, wodurch der Körper dicker und wieder dünn wird, indem er die äußere Ringmuskelschicht zusammenziehen kann.
  • Beachten Sie, dass sich die Chitinborsten am Boden verankern können und ein Zurückrutschen verhindern. So ist es dem Wurm möglich, in seinen engen Erdröhren, die zu seinem Lebensraum zählen, auf- und abzusteigen.
  • So sollten wissen, dass das Tier entsprechend der äußeren Gliederung auch innen aufgeteilt ist. Trennwände teilen die einzelnen Segmente voneinander ab und der Darm erstreckt sich in der Mitte des Körpers bis zum After.
  • Sie finden beim Wurm einen geschlossenen Blutkreislauf mit rotem Blut, das durch ein Rücken- und Bauchgefäß fließt und durch ringförmige Gefäße miteinander verbunden sind. Die ersten fünf stellen durch ein Pulsieren das Herz des Tieres da.
  • Interessant für Sie ist, dass feine Haargefäße, die von den Ringgefäßen abzweigen, für die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung zuständig sind. Jedes Segment besitzt zwei Ausscheidungsorgane, die die Abfallstoffe aufnehmen und über Kanälchen nach außen leiten.
  • Auf der Bauchseite liegen in jedem Segment zwei Nervenknoten, die Sie Ganglien nennen und durch quer verlaufenden Nervenfasern miteinander verbunden sind. Über längst verlaufende Verbindungen haben sie Kontakt zu dem Ganglienpaar, das sich im nächsten Segment befindet. Da es die Form einer Strickleiter hat, wird es auch Strickleitersystem genannt.

Lebensraum und Lebensweise vom Wurm

  • Der Regenwurm lebt in unterirdischen Wohnröhren. Seine schleimige, dünne Haut ist diesem Lebensraum angepasst, sodass er weder zu viel Wasser noch Trockenheit vertragen kann. Die UV- Strahlen verbrennen ihn und die Luft lässt ihn nach kurzer Zeit austrocknen. 
  • Es ist interessant zu wissen, dass sich auf 1 m2 Fläche bis zu 100 Regenwürmer befinden können. Dabei ist die Qualität des Bodens von besonderer Wichtigkeit, da ein zu hoher pH-Wert und eine zu hohe Temperatur seinen Schleimmantel zerstören. Daher graben sich die Würmer bei schlechten Bedingungen wie Kälte oder Trockenheit in tieferen Erdgebieten ein und halten Winter- oder Sommerschlaf.
  • Der Wurm ist bei optimalen Bedingungen ständig mit Graben und Fressen beschäftigt. Seine Gänge belüften den Boden und machen ihn durchlässig für die Feuchtigkeit. Zu der Ernährung des Ringelwurms gehören sowohl Blätter als auch andere Pflanzenreste und mikroskopisch kleine Organismen, die er mit Erde aufnimmt. Da er keine Zähne besitzt, muss sein Futter zuvor verrotten, was durch Pilze und Bakterien erfolgt. Seine Ausscheidungen sind bester Dünger für den Boden.
  • Obwohl der Wurm keine Sinnesorgane besitzt, findet er sich durch Reizwahrnehmungen und Reaktionen in seinem Lebensraum zurecht. Sie sollten wissen, dass er riechen, schmecken und verschiedene Temperaturen unterscheiden kann. Über die gesamte Körperoberfläche verteilen sich Lichtsinneszellen, sodass er Helligkeit und Sonnenstrahlen meiden kann.
  • Der Regenwurm ist ein Zwitter und zeigt bei der Fortpflanzung eine weitere Besonderheit. Das bedeutet für Sie, dass er sowohl Spermien- als auch Eizellen bilden kann, sich jedoch nicht selbst befruchtet, sondern bei der Paarung mit einem Artgenossen die Spermien austauscht und diese so lange im Gürtel aufbewahrt werden, bis die Reifung der Eizellen erfolgt ist. Durch das Herauswinden aus einer Schleimmanschette werden die Eier befruchtet und durch den an der Luft erhärteten Schleim, der ein Kokon bildet, geschützt. Aus ihm schlüpfen je nach Wurmart nach 16 Tagen bis vier Monate die jungen Würmer.