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PVC selbst vulkanisieren

Obwohl Vulkanisieren chemisch gesehen nur bei Gummi geht, spricht man auch bei PVC oft davon, dass es vulkanisiert wird, wenn damit Kleben gemeint ist. Sie können das Material leicht selbst verkleben.

Vulkanisierungsmittel für Gummi
Vulkanisierungsmittel für Gummi

Unterschied zwischen Vulkanisieren und Kleben

  • Echtes Vulkanisieren bedeutet, dass unter Hitze Schwefel in Kautschuk angelagert wird. Die dabei entstehenden Schwefelbrücken sorgen dafür, dass der plastische, also verformbare, Kautschuk in elastischen Gummi verwandelt wird. Elastisches Material ist zwar verformbar, kehrt aber wieder in die Ausgangsform zurück. Diese Verfahren ist ein reiner Produktionsprozess und kann nur dazu genutzt werden, aus Kautschuk Gummi zu machen. In geringem Maße wird es auch beim Flicken von Autoreifen angewendet, aber nie bei PVC.
  • Umgangssprachlich spricht man auch von Vulkanisieren, wenn elastisches Material verklebt wird, wie zum Beispiel, wenn auf einen Fahrradschlauch ein Flicken aufgebracht wird. In dem Fall wird eine Lösung von Kautschuk in einem geeigneten Lösungsmittel, meistens Benzin als Vulkanisierflüssigkeit, die auch Gummilösung genannt wird, verwendet. Die Klebung hält, indem das Lösungsmittel verdunstet und der Kautschuk zurückbleibt. Zum Teil findet auch ein schwaches echtes Vulkanisieren statt, indem Schwefel aus dem Gummi im Kautschuk angelagert wird.
  • In Anlehnung an dieses Verfahren wird auch beim Kleben von PVC oft von Vulkanisieren gesprochen, besonders wenn es um das Abdichten von Folien geht, die eine gummiähnliche Konsistenz haben.

Prinzip, wie man PVC selbst verkleben kann

Industriell werden Folien in der Regel unter Hitze und Druck verschweißt. Diese Verfahren können Sie nur bedingt selbst anwenden. Meist ist es kaum möglich, die richtige Temperatur zu finden und ausreichend Druck aufzubringen. Für Heimwerker ist daher Quellschweißen das geeignete Verfahren.

  • Arbeiten Sie unbedingt in einem gut gelüfteten Raum, am besten im Freien, denn die eingesetzten, sogenannten Quellschweißmittel, sind sehr giftig. Es handelt sich dabei um ein Lösungsmittel, das PVC aufquellen lässt und auflösen kann, es wird dabei zunächst gallertartig.
  • In dieses so aufgequollene PVC wird nun das andere PVC-Teil gepresst, das nun ebenfalls gallertartig wird und sich mit dem ersten Teil verbindet. So verbindet sich das Material einheitlich, es gibt keine Kleberschicht zwischen den Teilen.
  • Das Verfahren ist chemisch ähnlich der Verwendung von Vulkanisierungsflüssigkeit bei Gummi und wird daher oft als Vulkanisieren bezeichnet.

Mit Quellscheißmittel verkleben

Wenn Sie mit diesen Mitteln arbeiten, müssen Sie nur grobe Verunreinigungen entfernen. Es ist nicht nötig, die Klebestellen gründlich zu reinigen.

  1. Legen Sie die beiden Folien, die Sie miteinander verbinden wollen, etwa 6 cm überlappend aufeinander. Streichen Sie mit einem Pinsel, der mit dem Mittel gut getränkt wurde, zwischen den Folien im Bereich der Überlappung. Bestreichen Sie etwa 10 bis 20 cm. Pressen Sie den Bereich zusammen und beschweren ihn mit Steinen.
  2. Verstreichen Sie austretendes Material mit dem Pinsel, bevor Sie die nächsten 10 bis 20 cm wie beschrieben verkleben. Lassen Sie die Verklebung mindestens 6 Stunden unter den Steinen.
  3. Jetzt brauchen Sie flüssige Folie. Diese können Sie selbst herstellen. Lösen Sie in einem Glas Folienreste in dem Quellschweißmittel auf. Bestreichen Sie nach 12 Stunden die Nahtkante damit.

Falls Sie einen Flicken auf ein Loch kleben wollen, bestreichen Sie den Flicken mit dem Schweißmittel und pressen diesen sofort auf die Stelle.

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