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Pubertät - so gehen Sie mit widerspenstigen Teenagern um

Wenn Jugendliche in die Pubertät kommen, ist das für die Eltern nicht immer leicht. Finden Sie die richtige Balance zwischen Regeln und Rechten, werden Sie dennoch mit den Teenagern zurechtkommen.

Die Pubertät ist für Eltern und Kinder häufig eine sehr komplizierte Zeit.
Die Pubertät ist für Eltern und Kinder häufig eine sehr komplizierte Zeit.

Was Sie benötigen:

  • viel Geduld
  • Einfühlungsvermögen
  • Verständnis für den Teenager
  • Nachsicht
  • ein offenes Ohr
  • ein gutes Selbstwertgefühl

Wann setzt die Pubertät ein?

  • Nicht selten haben Eltern das Gefühl, dass die Pubertät bei Ihren Kindern außerordentlich früh einsetzt und dass Ihre Kinder daher "frühreif" seien.
  • Diese Bezeichnung ist aber etwas irreführend, da die Zeitspanne, innerhalb derer die Pubertät  durchlaufen wird, relativ groß ist und schon früh mit weniger starken Ausprägungen beginnt. 
  • In der Regel beginnt die eigentliche Pubertät bei Mädchen mit etwa zehn und bei Jungen mit etwa zwölf Jahren. Es gibt aber zahlreiche Faktoren, die dazu führen können, dass die Pubertät früher oder später einsetzt.
  • Dennoch brauchen Sie sich zunächst keine Sorgen machen, wenn Ihr Kind bereits vor der Geschlechtsreife Interesse an Sexualität entwickelt. Es ist inzwischen erwiesen, dass es ganz normal ist, dass auch Kinder bereits sexuelle Regungen empfinden können.

Pubertät und Aufklärung

  • Umso wichtiger ist es allerdings rechtzeitig - am besten schon vor Beginn der Pubertät - mit der sexuellen Aufklärung der Kinder zu beginnen.
  • Eine persönliche Unterhaltung mit leicht verständlichen und zugleich sachlichen Worten schafft gegenseitiges Vertrauen und erleichtert es Ihren Kindern, sich bei auftretenden Fragen und Problemen direkt an Sie zu wenden.
  • Durch die Aufklärung lernt Ihr Kind früh, sexuelle Regungen richtig einzuordnen, während Unwissenheit auf diesem Gebiet schnell Unsicherheit und Angst auslösen können.
  • Da Ihr Kind nun entscheidende Schritte in Richtung Erwachsensein unternimmt, sollten Sie außerdem lernen, seine Privat- und Intimsphäre respektieren.
  • Ihr Kind kann Ihnen als Erwachsenen nur vertrauen, wenn Sie ihm selbst auch Vertrauen entgegenbringen. 

Was passiert mit Jugendlichen in der Pubertät?

Wenn Kinder in die Pubertät kommen, ist das nicht nur für die Eltern eine schwierige Zeit. Auch der Jugendliche hat mit vielen Problemen zu kämpfen. Konnte er eben noch unschuldig auf dem Spielplatz spielen, muss er sich nun langsam mit der Erwachsenenwelt vertraut machen.

  • Der Körper des Pubertierenden befindet sich in einer andauernden Veränderung. Die Geschlechtsorgane reifen, die ersten Pickel sprießen, die Hormone spielen verrückt und das Interesse am anderen Geschlecht beginnt.
  • Als wären das nicht schon genug Neuerungen, mit denen Ihr Kind zurechtkommen muss, steigen gleichzeitig die Anforderungen der Umwelt. Der Teenager muss sich Gedanken um seine Zukunft machen, muss mehr Arbeiten im Haushalt übernehmen, hat mehr Lernstoff zu bewältigen und ist oftmals einem Gruppenzwang ausgesetzt.
  • Wie Sie sehen, sind das lauter Eindrücke, die beinahe über Nacht ins Leben Ihres Kindes eintreten. Kein Wunder also, dass sich der Jugendliche damit manchmal überfordert fühlt und nicht mehr so reagiert, wie die Eltern es verlangen.

Wie helfen Sie pubertierenden Teenagern?

Bestimmt erinnern Sie sich noch an Ihre eigene Pubertät. In dieser Zeit ist man oft unsicher, hilflos und allein. Man testet seine Grenzen aus und kann mit dem Übergang vom Kind zum Erwachsenen häufig nur schwer umgehen. Wenn Ihr Kind also rebelliert und sich widerspenstig verhält, dann nicht etwa, weil es Ihnen etwas Böses will, sondern weil es einfach seinen Platz in der Welt sucht. In dieser komplizierten Zeit sind Regeln sehr wichtig, aber noch wichtiger sind die Rechte des Kindes.

  • Kommunikation ist das A und O. Auch wenn Ihr Kind vieles nicht mit Ihnen besprechen will, hören Sie genau hin und lesen Sie zwischen den Zeilen. Im Leben des Teenies geht es in dieser Zeit meist um Schulprobleme, Schwierigkeiten mit Freunden und erste Liebeserfahrungen. Diese können sowohl positiv, als auch negativ sein. Ihr Kind hat also viele verwirrende Dinge im Kopf, muss sich neu orientieren und einen Platz im Leben finden. Daran sollten Sie stets denken, bevor Sie ihm Vorwürfe machen oder herummeckern.
  • Verlangen Sie von Ihrem Kind nicht, sich erwachsen zu verhalten. Es ist noch kein Erwachsener. Sie jedoch schon. Also verhalten Sie sich dementsprechend.
  • Ihr Kind muss das Gefühl haben, jederzeit zu Ihnen kommen zu können, es muss sich verstanden und angenommen fühlen.
  • Wenn es um Streitereien wie den Haushalt und Ausgehzeiten geht, finden Sie Kompromisse. Stellen Sie Regeln auf, mit denen Sie beide gut leben können, und seien Sie nachsichtig, wenn Ihr Kind sich einmal nicht daran hält. Ihr Kind muss stets ein Mitspracherecht haben. Das stärkt sein Selbstvertrauen und sorgt dafür, dass es sich ernstgenommen fühlt.
  • Denken Sie immer daran, dass Ihr Kind eine schwere Zeit durchmacht. Kein Jugendlicher wird in der Pubertät aggressiv und abweisend, wenn er sich nicht angegriffen fühlt.
  • Stehen Sie Ihrem Kind für alle Fragen und Sorgen zur Verfügung, so fühlt es sich verstanden und weniger allein. Seien Sie selbstbewusst und beziehen Sie nicht jede Äußerung und jeden Regelbruch auf sich, dann werden Sie die Zeit der Pubertät gemeinsam gut überstehen.

Beherzigen Sie diese Gedanken, werden Sie wenig Schwierigkeiten mit einem widerspenstigen Teenager haben. Ganz im Gegenteil, das ist Ihre Chance, ein Vertrauter zu werden, selbst wenn Ihr Kind das vor seinen Freunden nicht zugeben wird.

Weiterer Autor: Sebastian Pekrul

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