Alle Kategorien
Suche

Olfaktorisch - so gestalten Sie "Geruchs-Wahrnehmungsübungen"

Seine olfaktorische Wahrnehmung kann man durch Übungen verbessern oder trainieren, indem man seinen Geruchssinn bewusst aktiviert und nutzt. Zwar ist die Fähigkeit, riechen und damit beispielsweise auch Gefahren identifizieren zu können, grundlegend wichtig für ein gesundes und erfülltes Leben, trotzdem lässt man sich in der Hektik des Alltags oft viele dufte Eindrücke entgehen.

Gerüche zu erkennen, kann lebenswichtig sein.
Gerüche zu erkennen, kann lebenswichtig sein.

Etwa fünf von einhundert Menschen können Ihren Geruchssinn nicht mehr nutzen. Bei gleich viermal so vielen ist er eingeschränkt. Die Gründe dafür können unterschiedlich sein. Falls Sie eine anhaltende Veränderung Ihrer olfaktorischen Fähigkeiten feststellen, wenden Sie sich an einen Arzt, um die Ursache zu klären.

Olfaktorisch fit sein - fantasievolle Übungen als Einstieg

Der Geruchssinn ist eng mit dem Geschmackssinn sowie mit emotionaler Wahrnehmung und Erinnerung verbunden. Falls keine irreparable Schädigung vorliegt, können Sie nur davon profitieren, Ihre olfaktorischen Fähigkeiten zu schulen. Hier einige Anregungen zur Vorbereitung auf dem "Trockenen":

  1. Bevor Sie mit den eigentlichen Wahrnehmungsübungen beginnen, machen Sie sich bewusst ein Bild über den aktuellen Stand Ihres Geruchserlebens. Nehmen Sie sich die Zeit und den Raum, um in Ruhe Kontakt mit Ihren olfaktorischen Fähigkeiten aufzunehmen. Stellen Sie sicher, dass Sie ungestört sein können, und lüften Sie das Zimmer, in dem Sie üben wollen, einige Minuten gut durch, bevor Sie sich bequem hinsetzen.
  2. Entspannen Sie sich mit einigen tiefen Atemzügen. Stellen Sie sich nun vor, dass Sie in Ihrer Fantasie zu einem Spaziergang durch einen blühenden Garten aufbrechen. Seien Sie neugierig und lassen sich überraschen, was Sie dort erwartet. Lenken Sie in Ihrer Vorstellung die Schritte zu allem, wovon Sie sich angezogen fühlen. Fassen Sie Pflanzen, Steine etc. an und riechen daran. Lassen Sie sich Zeit und nehmen tief in sich auf, was Sie wahrnehmen - ohne es zu kommentieren oder sich zu kritisieren, weil Sie einen Geruch vielleicht nicht so wahrnehmen können, wie Sie es sich wünschen. Dies ist eine Anfangsübung, die Sie mit wenig Aufwand täglich wiederholen können.
  3. Gehen Sie nun in ein Haus oder eine Gartenlaube oder zu einer Sitzgruppe, die sich im Garten befindet. Folgen Sie dem, was vor Ihrem inneren Auge auftaucht. Wenn Sie so weit sind, werden Sie eine Sitzgelegenheit und einen Tisch vorfinden, auf dem verschiedene Obstsorten bereitliegen. Erwarten Sie, was Ihre Fantasie Ihnen anbietet, vielleicht Zitronen, Erdbeeren oder Kirschen. Nehmen Sie etwas davon in die Hand und riechen daran. Schneiden Sie das Obst auf und machen Sie sich die nun veränderte Intensität des Duftes bewusst. Jetzt beißen Sie in das Obst hinein und spüren wieder die Veränderung, sobald der Geschmack sich im Mund ausbreitet. Genießen Sie die Übung und erkennen Sie, wie reichhaltig Ihre Geruchskenntnisse sind.
  4. Schlendern Sie anschließend, wenn Sie Lust haben, noch weiter durch die Natur. Möglicherweise steigen auch Erinnerungen an längst vergangene Situationen auf, die mit Gerüchen verbunden sein können, beispielsweise ein Kartoffelfeuer oder der kräftig frische Geruch eines Gartens nach einem heftigen Sommerregen. Dann kehren Sie allmählich zurück in Ihren Raum, auf Ihren Sessel, atmen mehrfach tief durch, strecken sich und öffnen die Augen. Nun sind Sie gut vorbereitet auf einige reale olfaktorische Übungen.

Riechend durch den Tag - olfaktorische Wahrnehmungsübungen

  1. Eine Grundlagenübung ist das zeitweise bewusste Wahrnehmen der Gerüche, die Ihnen im Alltag begegnen. Setzen Sie einen Startpunkt, von dem aus Sie zunächst 10 Minuten lang in erster Linie nur riechen wollen. Achten Sie darauf, dass Sie währenddessen keine Tätigkeiten ausführen müssen, für die alle Sinne hellwach sein sollten. Eine gute Möglichkeit ist beispielsweise ein kleiner Waldspaziergang. Versuchen Sie möglichst viele Gerüche wahrzunehmen, auch wenn Sie noch so flüchtig sind. In der ersten Übungsphase versuchen Sie nicht, die Dufteindrücke auch gleichzeitig zu identifizieren. Üben Sie möglichst täglich.
  2. Der nächste Schritt ist das bewusste Riechen bestimmter Objekte. Nehmen Sie z. B. den Geruch einer Baumrinde bewusst in sich auf und erproben Sie, ob verschiedene Bäume auf Ihrem Weg eher gleich oder eher verschieden riechen. Verbinden Sie die olfaktorische Wahrnehmung beispielsweise mit dem Berühren der Rinde. 
  3. Wieder zu Hause gewöhnen Sie sich, um Ihren Geruchssinn zu trainieren, an, alle Speisen und Getränke, die Sie zu sich nehmen, auch zu riechen. Während Sie kochen, schnuppern Sie ausgiebig an Ihren Zutaten. Um sich nicht von anderen Eindrücken ablenken zu lassen, kann es hilfreich sein, sich einen kleinen Satz zu sagen, etwa: "Die Kartoffelschalen riechen ..." Dehnen Sie die Übung auf viele verschiedene Alltagssituationen aus.
  4. Stellen Sie sich in einer nächsten Phase zunächst vor, wie die Dinge riechen, bevor Sie tatsächlich daran schnuppern. Vergleichen Sie Vorstellung und Realität, ohne zu bewerten. 
  5. Schließlich überlegen Sie sich Duftkategorien wie süß, holzig, herb etc. und finden Gegenstände, Pflanzen und andere Objekte, die für Sie dazu passen. Entscheiden Sie, welche Duftrichtungen Ihnen am wohlsten tun, und umgeben Sie sich nach Möglichkeit damit. Da Gerüche Emotionen beeinflussen können, kann dies hilfreich sein, um Ihre Stimmung zu heben.
Teilen:
Der Inhalt der Seiten von www.helpster.de wurde mit größter Sorgfalt, nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit kann gleichwohl keine Gewähr übernommen werden. Aus diesem Grund ist jegliche Haftung für eventuelle Schäden im Zusammenhang mit der Nutzung des Informationsangebots ausgeschlossen. Informationen und Artikel dürfen auf keinen Fall als Ersatz für professionelle Beratung und/oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte angesehen werden. Der Inhalt von www.helpster.de kann und darf nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.