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Ohne Essen überleben - was im Körper beim Fasten passiert

Kann der Mensch ohne Essen überleben? Ausprobieren sollten Sie das nicht. Vor allen Dingen erhält der Körper keine Nährstoffe mehr und muss auf seine Energiereserven zurückgreifen. Nicht nur Fettdepots werden angegriffen, sondern auch das Muskeleiweiß. So reagiert der Körper beim Fasten.

Kann das Fasten für den Körper wirklich gesund sein?
Kann das Fasten für den Körper wirklich gesund sein?

Was Sie benötigen:

  • Hausarzt

Überleben ohne Essen

Was glauben Sie, wie lange Sie ohne Essen auskommen? Experten wissen nicht genau, wie lange es dauert, bis der Nahrungsmangel zum Tode führt. Es gibt nur Vermutungen.

  • Experten wissen, dass das Überleben ohne Wasser etwa bis zu vier Tage andauert. Sie werden verdursten. Allerdings ist dies von der Temperatur abhängig. Es gibt Überlieferungen, dass ein Mensch nach einem sehr heißen Tag verdurstete.
  • Trinken Sie, aber essen nichts, kann das Überleben ohne Essen zwischen 30 und 200 Tage dauern. Es gibt in der Literatur diverse Angaben über die Dauer.
  • Die unterschiedlichen Angaben rühren daher, ob tatsächlich alle Nährstoffe - also Energieträger - weggelassen werden oder ob noch Vitamine und andere Nährstoffe zur Verfügung stehen.
  • Hungern oder fasten Sie, erhält Ihr Körper keine chemischen Energieträger, die aus der Nahrung entstehen. Vitamin A beispielsweise kann der Körper nicht selbst herstellen, sondern benötigt es aus der Nahrung.

Etwa dreißig bis achtzig Tage kann mit Wasser und Vitaminen ein gesunder Mensch überleben. Ein Übergewichtiger hat eine Überlebenszeit von circa 200 Tagen.

Das passiert im Körper während des Fastens

Fasten ist in Ausnahmefällen sicherlich nicht ungesund. Ohne Essen können Sie eine Zeit überleben. Es ist nur die Frage, ob dies sinnvoll ist.

  • Die Stoffwechselvorgänge im Körper nennt der Experte Metabolismus. Erhält der Organismus keine Nahrung und es folgt daraus ein Nährstoffmangel, stellt sich Ihr Körper beziehungsweise Ihr Stoffwechsel auf den sogenannten Katabolismus um.
  • Das Wort Katabolismus kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Kräfteverfall". Ihr Grundumsatz wird nach etwa zehn Tagen gesenkt, sodass sich der Stoffwechsel verlangsamt.
  • Ihr Körper enthält Energiespeicher. Bekommt er keine Nahrung, holt er sich die nötige Energie aus den Energiespeichern. Deshalb kann Ihr Körper ohne Essen eine Zeit überleben. Die Energievorräte werden aber nach und nach angegriffen und geleert.
  • Zum einen sind das Kohlenhydrate sowie Fette und zum anderen sind es Proteine aus der Muskulatur. Ein großer Teil der Energie, besonders die Kohlenhydrate, benötigt das Gehirn. Aber auch die Nieren, das Herz und die Muskeln brauchen einen hohen Energieanteil.
  • Hören Sie nicht auf zu hungern, verändert und verlangsamt sich Ihr Stoffwechsel. Es entsteht unter anderem eine sogenannte metabolische Acidose. Das hört sich genauso gefährlich an, wie sie auch ist. Ihr Körper muss sich einer stoffwechselbedingten Übersäuerung des Blutes unterziehen.
  • Das heißt, dass in Ihrem Blut die Harnsäure- und Ammoniakwerte ansteigen. Werden Eiweiß und Aminosäure abgebaut, entsteht aus Abfallprodukten Ammoniak (ein Zellgift). In der Leber wird Ammoniak zu Harnsäure synthetisiert (zusammengesetzt). Die Harnsäure gelangt wieder ins Blut und in die Nieren, worüber die Harnsäure dann ausgeschieden wird.
  • Kann dieser Stoffwechsel nicht mehr optimal funktionieren, können Sie an Gicht erkranken. Über einen längeren Zeitraum wird der Nahrungsmangel zum Tod führen. Sie können sozusagen ohne Nahrung vergiften.
  • Trotzdem kann das Fasten für Sie sinnvoll sein, wenn Sie beispielsweise viele Kohlenhydrate wie Kartoffeln, Nudeln und Co. essen. Die Leber hat einen Kohlenhydratspeicher. Ist er überfüllt, wandelt die Leber diese in Fett um - Sie nehmen zu und können irgendwann eine Fettleber bekommen. Fasten Sie, leert sich der Speicher, die Leber wird entlastet und kann sich mehr den eigentlichen Aufgaben wie die Entgiftung widmen.

Wenn Sie ein bis zwei Wochen fasten, werden Sie Ihrem Körper nicht schaden. Dafür sollten Sie aber gesund sein. Fragen Sie vorab Ihren Hausarzt und lassen Sie sich gegebenenfalls untersuchen.

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