Was Sie beim Sofakauf berücksichtigen sollten

  • Die erste Frage bei einem Sofakauf wird sicherlich nicht sein, ob es über eine Nosagunterfederung verfügt, sondern wie groß es sein darf, welche Farbe es haben und wie haltbar es sein sollte, denn ein Sofa, das nur für eine vorübergehend kurze Zeit benötigt werden wird, sollte möglichst nicht viel kosten. In zweiter Linie wird wohl auch nicht geforscht, ob das favorisierte Sofa über eine Nosagunterfederung verfügt oder nicht, sondern ob das Sofa der Körpergröße und dem Lebensalter entspricht.
  • Große Menschen benötigen einen höheren Sitzplatz, sowie eine größere Sitztiefe und ältere Menschen lieben eher dezentere Farbtöne mit edlen Stoffen, als knallige Farben und pflegeleichte Stoffe. So sind z. B. Velour-, Leder- und Mikrofaserstoffe gut für Haushalte mit Kindern geeignet, während Jacquards sehr empfindlich, sogar auf Jeansnähte, reagieren. Schurwolle z. B. zeichnet sich durch Formbeständigkeit aus, ist schwer entflammbar und Schmutz abweisend, und Baumwolle ist außerordentlich facettenreich, von zart schimmernd bis robust-scheuerfest.
  • Und erst nachdem diese Faktoren bzgl. der Sofaeigenschaften geklärt sind, folgt die Qualitätsfrage zur Polsterung, bei der Informationen zu Nosagunterfederung, Federkern, Kaltschaum oder Bandfederung interessant werden. Nicht immer müssen gute Sofas teuer sein, denn es kommt auf die Verarbeitung und den Polsteraufbau an. Die ursprüngliche, handwerkliche Sandwichbauweise ist zwar sehr aufwendig, doch entsprechend hochwertig. Bei ihr wird ein Sofagestell mit einer Nosagunterfederung, einem Schaumstoff(federkern), einer Polsterwatte und einem guten Stoffbezug ausgestattet.
  • Es gibt dagegen die Sofaschnellbauweise, indem ein Gestell mit einem Integralschaum ausgegossen wird und damit fertig ist. Natürlich können moderne Schaumbildungen heutzutage langlebig sein, doch je mehr ein Sofa genutzt wird, z. B. indem auch Kinder darauf herumtoben, desto sinnvoller ist es, auf eine gute Nosagunterfederung zu achten.

Ein guter Sofaaufbau durch Nosagunterfederung

  • Federkerne sind Ihnen sicherlich noch bekannt, vor allem wenn Sie an Loriots "Sofaszenen" denken, in denen dann so ein rundes "Drahtgewinde" aus dem Sofabezug herausspringt. Früher waren diese Federkerne nur mit einem Schaumstoff überdeckt und konnten sich durchaus "verselbstständigen". Inzwischen werden sie jedoch in bestimmte Schaumstoffe gut haltbar eingebunden und zu hochelastischen Federkernmatratzen oder Sofasitzen verarbeitet.
  • Diese Federkerne benötigen eine ebenfalls elastische Unterlage, also die Nosagunterfederung. Die Nosagunterfederung ist also eine Unterlage in Form eines wellenförmigen Drahtgewindes, das sich im "Sitzrahmen", teilweise auch im Rückenbereich eines Sofagestells befindet und in der Regel mit einer kräftigen Sisalpressflormatte abgedeckt ist. Ein gut gebautes Sofa besteht also aus dem Gestell, der Nosagunterfederung, einem Qualitätsfederkern, Polytherschaum, Polsterwatte und Gummigurt.
  • Je nach Qualität des Sofas verfügt es über eine Nosagunterfederung im Sitz- und Rückenbereich. Je nach Form der Feder, im ungespannten Zustand, unterscheidet man zwischen Flach- und Rundfederung, wobei die anschließende Spannkraft von der jeweiligen Verarbeitung abhängt. Ersatzweise zu dieser Nosagunterfederung wird in einfachen Sofas eine Gurtunterfederung gespannt, um mit elastischen Polstergurten einen elastischen Sitzrahmen zu erhalten.
  • Oft wird in den Sitzbereichen der Sofas eine Nosagunterfederung angebracht, während im Rückenbereich eine Gurtfederung zu finden ist. Während sich später das Bilden von "Sitzfalten" aufgrund der Schaumstoffqualitäten ergibt, bestimmt die jeweilige Verarbeitung der Nosagunterfederung die jeweilige Sitzhärte. Technisch kann es z. B. bedingt sein, bei "Rundsofas" innerhalb der runden Sitzeinheit eine Gurtunterfederung einbauen zu müssen, während die "geraden" Sofaelemente über eine Nosagunterfederung verfügen.
  • Über Eck verlaufende Sitzgruppen, die z. B. als ausziehbares Bett genutzt werden, erlauben dagegen durchaus eine komplette Nosagunterfederung. Damit ergibt sich auch im Eckbereich eine festere Sitzfläche. 

Grundsätzlich sollten Sie Ihr Sofa, ob mit Nosagunterfederung oder Gurtunterfederung, nie einseitig nutzen, um Faltenbildung und Sitzflächenvertiefung zu vermeiden.