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Mahnpflicht in Deutschland - Informatives

Vielen Schuldnern entstehen aufgrund ihrer Ignoranz hohe Kosten. Sie zahlen ihre Rechnungen nicht wie vereinbart. Sie sind der Meinung, es gäbe eine Mahnpflicht in Deutschland. Doch wie sieht das wirklich aus?

Eine Rechnung  nicht bezahlt - das kann teuer werden.
Eine Rechnung nicht bezahlt - das kann teuer werden.

Wer auf Rechnung kauft (und alles ist in Ordnung), sollte dem Anbieter sein Geld nicht vorenthalten. Sicherlich kann man das Bezahlen einmal vergessen. Doch in vielen Fällen verschieben Schuldner bewusst eigenmächtig.

Schuldenfalle - eine unbezahlte Rechnung

Wer Schulden vor sich her schiebt und nicht aktiv managt, sitzt mit der Zeit auf einen Schuldenberg. Aus einer unbezahlten Rechnung mit einem kleinen Betrag sind Forderungen geworden, die ein Vielfaches der Ursprungssumme betragen.

  • Meist beginnt es mit den immer gleichen Situationen. Es wurde ein Vertrag abgeschlossen. Die Bezahlung bleibt trotz offen. Der Schuldner vertritt die Meinung, der Anbieter werde ihn schon daran erinnern.
  • Irgendwann komme eine Zahlungserinnerung, ein erstes Mahnschreiben oder Ähnliches. Die kleinen Gebühren (Aufschlag ein bis fünf Euro) sind unerheblich. Damit sollte dann alles erledigt sein. In Deutschland dürfe man auf mindestens drei Mahnungen warten. Das Ganze ist allerdings ein Trugschluss.

Keine Mahnpflicht - Mahnung aus Kulanz

In Deutschland gab es sehr wohl eine Mahnpflicht. Doch diese ist seit 2002 hinfällig.

  • Für den Schuldner bedeutet das, kein Unternehmen unterliegt irgendeiner Verpflichtung, Mahnungen an rückständigen Kunden zu schicken. Da Anbieter ihre Kunden wegen einer unbezahlten Rechnung nicht bis in alle Ewigkeit verärgern möchten, schicken Sie aus Kulanz eine Mahnung.
  • Sie wären allerdings berechtigt, unmittelbar nach Ablauf der vereinbarten Zahlungsfrist das Eintreiben der Forderungen in die Wege zu leiten. Infrage kommt in einem solchen Fall ein Rechtsanwalt, ein Inkassobüro oder das zuständige Mahngericht. Hier entstehen zusätzliche Kosten.
  • Auch wenn der Auftraggeber diese meist erst vorstrecken muss, für den Schuldner erhöht sich die ursprüngliche Rechnung. Neben den Zusatzkosten der Geldeintreiber oder Gerichte fallen Zinsen ab dem Tag der Fälligkeit an.

Mahnwesen in Deutschland klar geregelt

  • Obwohl es in Deutschland keine Mahnpflicht gibt, ist das Mahnwesen genau geregelt. Es gibt viele Fälle, wo Mahnungen entbehrlich sind. Es gibt ebenso viele, wo diese sinnvoll sind.
  • Wenn jemand eine Mahnung verschickt, muss dieses Schreiben als Mahnung gekennzeichnet sein. Im Schreiben müssen korrekte Angaben zum Gläubiger und Schuldner sowie bezüglich der Mahnsumme, Zinsen und Kosten gemacht werden. In jedem Fall ist das Angeben einer Zahlungsfrist notwendig.

Verträge unterliegen in der Regel den dafür vorgesehenen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Anbieters. Dort finden Sie Regelungen zur Begleichung von Rechnungen. Meist verweist der Anbieter sogar darauf, dass keine Mahnpflicht besteht. 

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