Eintragung und Löschung einer Grundschuld

  • Wenn Sie einen Kredit aufnehmen und zur Sicherheit Ihr Grundstück belasten möchten, lässt sich der Kreditgeber eine Grundschuld eintragen, um im Falle des Zahlungsausfalls direkt auf das Grundstück zugreifen zu können.
  • Die Grundschuld muss in notariell beurkundeter Form ins Grundbuch eingetragen werden.
  • Sobald Sie den Kredit abgelöst haben, haben Sie automatisch Anspruch auf Freigabe, also auf Zustimmung des Gläubigers zur Löschung. Diese sogenannte Löschungsbewilligung (§ 19 GBO) und Ihre Zustimmung zur Löschung (§ 27 GBO) müssen ebenfalls notariell beurkundet werden. Der Antrag und beide Erklärungen werden zumeist in nur einer notariellen Urkunde zusammengefasst.
  • Wenn der Notar die Urkunde beim Grundbuchamt eingereicht hat und die dortige Prüfung ergibt, dass Antrag, Bewilligung und Zustimmung daraus ersichtlich werden, wird das Grundbuch entsprechend geändert.
  • Im Grundbuchauszug sehen Sie anschließend eine rote Markierung des bisherigen Eintrags und einen zusätzlichen Löschungsvermerk.
  • Da die Bank verpflichtet ist, ihre Zustimmung nach Tilgung der Schuld zu erteilen, darf sie hierfür keine Gebühren geltend machen. Aber sie kann die anfallenden Kosten des Notars und des Grundbuchamtes auf Sie abwälzen.

Ist eine Löschungsbewilligung nötig?

  • Vielfach entscheiden sich Eigentümer nach Tilgung eines Kredits, die Grundschuld bestehen zu lassen und sie in eine Eigentümergrundschuld umzuwandeln.
  • Denn die Grundschuld löschen zu lassen, verursacht Kosten, ohne dass ersichtliche Vorteile damit verbunden sind. Außerdem können Sie die Grundschuld später, falls Sie erneut einen Kredit brauchen, jederzeit wieder aufleben lassen, ohne dass Sie für eine Neueintragung wieder Gebühren entrichten müssen.
  • Selbst falls Sie das Grundstück verkaufen, brauchen Sie die bestehende Grundschuld nicht löschen zu lassen. Vielmehr kann sie dem Käufer später ebenfalls zur Aufnahme eines Kredits dienen. Die dabei entstehenden Kosten für die Abtretung der Grundschuld an ein anderes Kreditinstitut fallen im Ergebnis geringer aus als die einer Löschung und erneuten Eintragung.

Da die Bank für eine Zwangsversteigerung ohnehin nachweisen müsste, dass Sie Ihre Zahlungsverpflichtung nicht erfüllt haben, können Sie sich auch ohne notariell beurkundete Löschungsbewilligung sicher vor einer unberechtigten Verwertung fühlen. Sie können sich aber für alle Fälle auch einen Verzicht von Ihrer Bank schriftlich bestätigen lassen.