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Lebensversicherung: Verkauf, Beleihung oder Kündigung

In Deutschland gehört die Lebensversicherung zu den beliebtesten Varianten, wenn es um die Altersvorsorge geht. Was der Sparer bei Abschluss kaum berücksichtigt: Sein Geld zementiert er ein. Hat der Versicherte einmal Finanzbedarf, kommt er nur unter Schwierigkeiten und kaum ohne Verlust an sein eigenes Geld heran. Wie können Sie vorgehen, wenn die Versicherungsbeiträge zu einer zu großen Belastung werden?

Lebensversicherung - das meiste Geld gibt es bei Einhaltung der vereinbarten Laufzeit.
Lebensversicherung - das meiste Geld gibt es bei Einhaltung der vereinbarten Laufzeit.

Versicherungsprämien für eine Lebens- oder Rentenversicherung können bei Änderung der persönlichen Situation schnell zu einer Last werden. Mitunter benötigt der Versicherte dringend eine größere Geldsumme für eine Anschaffung. Vielleicht eröffnet sich auch die Möglichkeit für ein renditestärkeres Investment. Versicherung kündigen, verkaufen oder beleihen - worauf sollten Sie achten?

Variante Eins - Lebensversicherung kündigen

  • Plötzlicher Finanzbedarf oder untragbare Beitragslast - das Kündigen des Versicherungsvertrages ist häufig der erste Gedanke. Halten Sie die vertragliche Kündigungsfrist ein, wird das der Versicherer anstandslos akzeptieren. Als Folge der Kündigung bekommen Sie nicht Ihre eingezahlten Beiträge zurück. Ausgezahlt wird der Rückkaufswert. Damit enden auch alle weiteren Ansprüche aus dem Vertrag. War beispielsweise ein Todesfallschutz für die Hinterbliebenen vereinbart, geht der komplett verloren.
  • Beim Kündigen einer Lebensversicherung müssen Sie in der Regel beträchtliche Verluste hinnehmen. Rückkaufswerte sind vor allem in den ersten fünf Versicherungsjahren niedrig. Meist fallen bei vorzeitiger Vertragsbeendigung Stornokosten an. Der Schlussgewinn geht verloren.

Variante Zwei - Lebensversicherung verkaufen

  • Spezielle Makler und Firmen bieten Ihnen die Möglichkeit, eine “gebrauchte“ Lebensversicherung zu verkaufen. Die Auszahlungssummen liegen dabei über dem Rückzahlungswert. Sie können durchschnittlich mit fünf Prozent, in Ausnahmefällen mit mehr als zehn Prozent Mehrerlös rechnen. Die Aufkäufer übernehmen solche Versicherungsverträge allerdings nur zu bestimmten Bedingungen.
  • Am ehesten können Sie Verträge mit einer kurzen Restlaufzeit (fünf bis zehn Jahre) veräußern. Läuft Ihr Vertrag mehr als 15 Jahre, gibt es kaum Chancen. Auch wenn der Rückkaufwert lediglich 5.000 bis 10.000 Euro ausmacht, müssen Sie mit einer Ablehnung rechnen. Der Verkauf von Direktversicherungen, fondsgebundenen Lebensversicherungen und Riester-Produkten ist generell ausgeschlossen.
  • Es gibt nicht nur seriöse Anbieter. Lassen Sie sich nicht auf Ratenzahlungen oder Teilauszahlungen ein. Es gibt Modelle, bei denen der Ankäufer sich vom Versicherer den Rückkaufswert auszahlen lässt und diesen mit Gewinnversprechen neu investiert. Geht der Anbieter pleite, sehen Sie vom vermeintlichen Gewinn nichts.

Variante Drei - Lebensversicherung beleihen

  • Im Laufe der Jahre bildet sich ein bestimmtes Guthaben. Dieses wird im Vertrag pro Jahr als Rückkaufswert ausgewiesen. Diese Summe ist einsetzbar als Sicherheit für einen Kredit. Dazu wenden Sie sich an Ihre Hausbank, alternativ an einen Versicherungsaufkäufer. Schauen Sie sich die jeweiligen Zinssätze und Tilgungsbedingungen genau an.
  • Diese Variante ist empfehlenswert, wenn Sie den Versicherungsvertrag weiterlaufen lassen möchten, um den Hinterbliebenenschutz aufrechtzuerhalten. Auch bei kurzer Restlaufzeit kann sich das Beleihen, verglichen mit den Folgen einer Kündigung, durchaus für Sie lohnen.

Fazit: Möchten Sie Ihre Lebensversicherung verwerten, prüfen Sie einen möglichen Ankäufer, der Ihnen eine einmalige Zahlung über dem Rückkaufswert zusagt. Seriöse Anbieter finden Sie beim BVZL (Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen). Ist das vorrangige Ziel, die monatlichen Belastungen zu senken, stellen Sie die Versicherung beitragsfrei, streichen Sie eine eventuelle Beitragsdynamik. Beim Versicherer erhalten Sie sehr schnell ein Policen-Darlehen, maximal bis zur Höhe des Rückkaufswertes. Allerdings ist das nur bei einer kurzen Laufzeit zu empfehlen. Denn der Darlehenszins liegt über der Rendite der Lebensversicherung. (Alle Angaben: Stand 10/2013)

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