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Latent hydraulisch - Erklärung

Der Begriff latent hydraulisch bezeichnet Zusätze zu Bindemitteln, die meist mit Wasser gemischt werden. Sie härten nur unter bestimmten Bedingungen aus. Um die Eigenschaft zu verstehen, sollten Sie sich mit Bindemitteln im Allgemeinen vertraut machen.

Latent hydraulische Zusätze können Risse verhindern.
Latent hydraulische Zusätze können Risse verhindern.

Bedeutung de Begriffe latent und hydraulisch

  • Hydraulisch geht auf das altgriechische Wort hýdor, also Wasser zurück. Die genaue Bedeutung kann je nach Zusammenhang unterschiedlich sein. In der Physik geht es generell um das Strömungsverhalten und die Energieübertragung in Flüssigkeiten. In der Chemie um die Fähigkeit von Stoffen mit Wasser zu reagieren. Bei Baustoffen wird er Begriff im Zusammenhang mit Bindemitteln verwendet. Als hydraulische Bindemittel werde solche bezeichnet, die auch unter Wasser abbinden können.
  • Der Ausdruck "latent" rührt am lateinischen latens her und bedeutet verborgen sein, also versteckt oder nicht offenkundig.
  • Der Begriff latent hydraulisch bezieht sich auf Stoffe, die unter Wasser aushärten könne, aber nur wenn Sie mit anderen Substanzen gemischt werden. Sie haben also hydraulische Eigenschaft, die verborgen sind, bis ein passender Erreger diese auslöst.

Wissenswertes zu Bindemitteln

  • Als Bindemittel werden Stoffe bezeichnet, durch die fein zerkleinerte Feststoffe entweder miteinander oder mit einem Untergrund verklebt werden. Die Mittel können flüssig sein, zum Beispiel Leim oder fest. Die festen Bindemittel sind in der Regel Pulver, die mit Wasser angerührt werden. Sie kennen das von Gips oder Zement.
  • Im Bauwesen werden diese Bindemittel nach den Bedingungen, unter denen sie aushärten, eingeteilt. Es gibt nichthydraulische, hydraulische und latent hydraulische Mittel.
  • Sie kennen nichthydraulische Bindemittel vermutlich unter der Bezeichnung “Luft härtend“. Gips oder Dispersionsfarben härten nur aus, wenn sie trocken werden. Unter Wasser bleiben diese Produkte weich.
  • Zement ist ein hydraulisches Bindemittel. Er wird auch im feuchten Zustand hart. Eine Wand aus Zement härtet auch im Regen oder sogar unter Wasser aus.
  • Als latent hydraulisch werden zum Beispiel Puzzolane, also vulkanische Erden, bezeichnet. Diese härten nach dem Anrühren mit Wasser nicht aus. Wenn Sie diese Produkte mit Calciumhydroxid oder Zement mischen, härten sie wie hydraulische Bindemittel aus.
  • In der Praxis werden latent hydraulische Mittel meist hydraulischen Bindern beigemengt, um deren Eigenschaften zu verändern. Wenn Sie Zement mit Puzzolanen mischen, härtet er langsamer aus, was Spannungsrisse verhindert. Der Zusatz erhöht auch die Wasserdichtigkeit und die Resistenz gegen Salz. Ebenso wird das Ausblühen verhindert. Der Nachteil ist, dass die Aushärtung sehr lange dauern kann. Je nach Zusammensetzung benötigt sie Monate oder Jahre.
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