Was Sie benötigen:
  • Maurerwerkzeug
  • Bohrhammer, bzw. Hammer und Meißel
  • Mauersteine + Mörtel
  • Lehm - Sand - Gemisch, 3:1 (Ofensetzermörtel), schmierig angerührt
  • nichtbrennbares Abgasrohr

So können Sie einen Kaminanschluss selber bauen

  • Glückwunsch zum neuen Kamin, für den Sie nun einen Kaminanschluss benötigen! Ein Kamin ist in unseren Tagen wieder öfter auf den Wunschlisten zu finden, nachdem er viele Jahre lang mehr als Kultobjekt und Schaustück fungiert hat. Heute nehmen viele Menschen aus Gründen der Umweltverträglichkeit oder zum Sparen bei Energiekosten einen wesentlichen Nachteil eines Kamins in Kauf: er verursacht Ruß. Die Hausfrau muss sich darauf einstellen, öfter als ihr lieb ist die Gardinen zu waschen und die Einrichtung vom Dreck zu befreien. Dafür bekommen Sie den Vorzug einer Wärmequelle, die wir als behaglich und romantisch empfinden und die sich auch 100%ig ökologisch betreiben lässt.
  • Lesen Sie die Vorgaben des Herstellers, welche Maße bei der Aufstellung einzuhalten sind. Steht der Kamin unmittelbar an der Wand, entfällt der sogenannte "Fuchs". Das ist ein gemauerter Kanal für die Rauchgase.
  • Bei  Unklarheiten infolge schwieriger baulicher Umstände, die dazu führen können, dass man Vorgaben nicht oder nicht vollständig einhalten kann, empfiehlt es sich, den Bezirksschornsteinfegermeister zu konsultieren. Er ist für die Erteilung der Betriebsgenehmigung zuständig und kann die Feuerstätte gegebenenfalls sperren.
  1. Nun geht es für den Kaminanschluss an die Herstellung des Durchbruchs im Schornstein. Sie kennen die Höhe des Rauchstutzens am Kamin. Markieren Sie diese Höhe am Schornstein, plus 2cm. Dann zeichnen Sie sich die Form des Durchbruchs (meist ein Kreis im gleichen Durchmesser des Rauchstutzens am Kamin + 2-3cm) am Mauerwerk an.
  2. Dann ist Krach und Schmutz angesagt. Ein Bohrhammer ist das ideale Werkzeug. Die Bruchstücke, die Ihnen in den Schornstein hineinfallen, müssen Sie beräumen. Das Loch für den Kaminanschluss muss gleichmäßig groß sein, der Durchmesser darf sich bis zur Innenkante des Schornsteins nicht verengen. Brechen große Teile der Schornsteinwange aus, muss das Leck mit Mauerstein und Kalk-Zement-Mörtel ausgebessert werden.
  3. Lassen Sie die evtl. entstandene Flickstelle einen Tag trocknen. Dann setzen Sie für Ihren Kaminanschluss die "Büchse" ein, ein Blechring mit Muffe in der passenden Abmessung des Rauchabzugsrohres. Eine solche  "Büchse" empfiehlt sich auch dann, wenn das Rauchabzugsrohr nicht sichtbar ist. Die Büchse verhindert das Ausbrechen des Mauerrandes am Kaminanschluss, wenn mehrmals probiert werden muss. Sie gewährleistet aber vorrangig einen passgenauen und rauchdichten Anschluss an den Schornstein. Die Büchse wird mit dem "Ofensetzermörtel" eingekleistert und in das Loch gedrückt. Achten Sie unbedingt darauf, dass das Rauchabzugsrohr eine leichte Steigung zum Schornstein hin aufweisen muss. Andernfalls riskieren Sie einen schlechten Zug und Rauch im Zimmer.
  4. Jetzt können Sie das Rauchabzugsrohr in die Aussparung in der Büchse stecken und den Kamin vorsichtig  heranschieben, und der Kaminanschluss ist fertig.
  5. Müssen Sie einen "Fuchs" mauern, ist einfach das Rohr mit Mauerwerk zu umschließen, in welcher Form auch immer. Dazu gibt es die verschiedensten Ideen. Wichtig ist der Gedanke an eine Möglichkeit der Reinigung, wenn es keine andere geeignete Öffnung dafür gibt. Zum Abschluss wird die Umgebung der "Büchse" , bzw. des Fuchses wieder mit Mauermörtel und Farbe saniert.

Viel Erfolg und Freude an der Arbeit! Analog ist diese Anleitung für den Kaminanschluss auch beim Aufstellen eines Kaminofens anwendbar.