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Ein Brief des Lord Chandos - Inhaltsanalyse

Der Prosatext Ein Brief oder auch Brief des Lord Chandos an Francis Bacon ist von Hugo von Hofmannsthal, einem österreichischen Schriftsteller, verfasst worden. Er gehört zu den Klassikern der Literatur und wird oftmals im Rahmen des Abiturs in der Schule analysiert.

Inhaltsanalysen wie die des Chandos-Briefs sind Gegenstand der Abiturprüfungen.
Inhaltsanalysen wie die des Chandos-Briefs sind Gegenstand der Abiturprüfungen.

Einige Informationen zum Brief des Lord Chandos

Der "Brief des Lord Chandos" oder auch einfach nur "Ein Brief" erschien im Jahr 1902 und wurde vom Schriftsteller Hugo von Hofmannsthal aus Österreich verfasst. Im Brief schreibt der fiktive Charakter Lord Philip Chandos an seinen Mentor, Francis Bacon, welcher ein berühmter Philosoph und Naturwissenschaftler war. Das Hauptthema des Briefes ist die Kritik an der Sprache und der Wunsch nach einer neuen Poetik. Er wird im Allgemeinen mit der Kulturkrise zur Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert in Verbindung gebracht. Der Brief lässt sich zum einfacheren Verständnis und zur Inhaltsanalyse in mehrere Teile einteilen.

  • Der erste Teil umfasst in etwa den Bereich von Zeile 1 bis 121. Hier erfahren Sie einige Basisinformationen über Chandos, wie sein Alter (26) und dass er seit zwei Jahren nichts mehr veröffentlicht hat, obwohl er ein angebliches Dichtergenie ist. Sie erfahren ebenfalls, dass Chandos in einer Krise steckt, die als "geistiger Starrsinn" bezeichnet wird. Sein Mentor Bacon macht sich Sorgen um Chandos' Sinnkrise und merkt an, dass Medizin nicht dagegen hilft. Er schlussfolgert, dass Chandos sich seines Inneren gewahr werden müsse.
  • Darüber hinaus erfahren Sie einige Dinge über Chandos' Zustand vor dem Starrsinn. So erfährt der Leser, dass er als Schriftsteller sehr aktiv war und dass er die Form der Texte als sehr wichtig erachtet. Hierbei bezieht er sich vor allem auf Form, Grundriss, Aufbau und die Genreeinteilung (Perioden). Diese sind in seinen Augen wichtiger als bedeutende Baumeister der Antike. Über die Form lernen Sie, dass die Form sich dem Stoffinhalt anpasst, ebenso die Rhetorik und somit die beiden Komponenten Dichtung und Wahrheit ermöglichen. Der Lord sieht sich selbst in der Lage, mit seinen analytischen Werkzeugen Mythen und Fabeln zu erschließen.
  • Chandos kommt zu einigen Erkenntnissen, darunter die Einsicht, dass die Rhetorik allein nicht ausreicht, um den Grund der Dinge zu erschließen, wie er vorher annahm. Er erkennt, dass er sich und auch sein Ausblick auf das Leben verändert haben. Er betrachtet sein vergangenes Ich nun mit großer Skepsis. Er charakterisiert seinen Zustand des Unglücks als Geisteskrankheit und als eine Sonderbarkeit.
  • Der zweite Teil des Briefes, den Sie in etwa von Zeile 122 bis 151 sehen können, handelt hauptsächlich von der Beschreibung seines früheren, harmonischen und glücklichen Zustands. Diesen sieht er als lange währende Betrunkenheit an, in der er Körper, Geist und Natur als eine Einheit wahrgenommen hat.

Ein Brief des Lord Chandos beinhaltet viele Analysepunkte

in diesem Teil des Artikels wird die Inhaltsanalyse von "Ein Brief des Lord Chandos" fortgeführt, indem die weiteren Teile des Briefes analysiert werden.

  • Der dritte Teil erstreckt sich ungefähr von Zeile 153 bis 194. Hier geht es um die Darstellung des Zustandes, in dem er sich momentan befindet. Dieser wird von ihm hauptsächlich mit den Worten "Kleinmut", Kraftlosigkeit" und "seltsame geistige Qualen" charakterisiert.
  • Von Zeile 196 bis 265 können Sie den nächsten Sinnabschnitt abstecken. Chandos denkt nach über Urteile in Alltagsgesprächen durch die Verwendung von Worten wie "gut, böse, bedauern" und so weiter. Ihm erscheinen diese Urteile mittlerweile bedenklich und unbeweisbar, ebenso wie lügenhaft und löcherig. Er kann die Dinge nicht mehr auf eine verallgemeinernde Art und Weise betrachten, sondern muss alles genau und aus der Nähe begutachten, so wie unter einer Lupe. Seiner Meinung nach zerfällt alles in unterschiedliche Teile und kann nicht mehr mit gewöhnlichen Begriffen beschrieben werden. Er kennt zwar die Begriffe, die diese Dinge umschreiben, doch er kann nicht den tieferen Sinn dahinter erkennen. Er hinterfragt die Begriffe aufs Tiefste und somit auch die alltägliche Kommunikation.
  • Im fünften Abschnitt von Zeile 266 bis 379 beschreibt er sein Leben als geist- und gedankenlos. Es fließt einfach nur noch so vor sich hin, ohne tiefere Bedeutung. Er kommt zu dem Schluss, dass man mit dem Herzen denken muss, um etwas Neues zu erkennen und um in eine neue Beziehung zu unserem Dasein zu treten. Chandos realisiert, dass er die Fähigkeit verloren hat, das Empfinden der Augenblicke in Worte zu fassen, und fällt wieder in die geistige Leere.
  • Abschließend und als Schlussfolgerung aus dem Brief kann gesagt werden, dass Chandos sich von der Welt abkehrt. Die Kulturkrise, die im 19. Jahrhundert herrschte, wird als Krise der Haltung gegenüber der Welt und als Sprach- sowie Literaturkrise beschrieben. Er entdeckt Zugänge zu Realitäten außerhalb des Sprachbereichs und fügt eine Definition von Kunst hinzu, die sich von der profanen Darstellung der Welt abwendet. Daraus folgt, dass Kunst einen individuellen Zugang zur Realität findet.

Diese Inhaltsanalyse befasst sich mit den wichtigsten Hauptmerkmalen, die dem Chandos-Brief entnommen werden können. Es gilt jedoch zu beachten, dass weitaus mehr Interpretationen daraus hervorgehen können.

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