Wer eine Tätigkeit ehrenamtlich ausübt und dafür nur eine Aufwandsentschädigung erhält, muss der Einkommensteuerpflicht nicht nachkommen. Das gilt nicht für Vergütungen für Ehrenämter, die mit der Erzielung positiver Einkünfte einhergehen.

Ehrenamtliche Tätigkeit  - zwei Varianten zur Befreiung von der Steuer 

Der Staat fördert das ehrenamtliche Engagement seiner Bürger. Dafür hat er für bestimmte nebenberuflich ausgeübte Tätigkeiten wichtige Steuerbefreiungen geschaffen.

  • Zum einen ist das die als Übungsleiterpauschale bekannte Steuerbefreiung, die bis zur Höhe von maximal 2.100 Euro im Jahr in Anspruch genommen werden kann. Die Steuerbefreiung gilt für Einnahmen aus nebenberuflichen Tätigkeiten als Ausbilder, Übungsleiter, Erzieher oder Betreuer. Anerkennung finden zudem nebenberufliche künstlerische Tätigkeiten sowie die nebenberufliche Pflege behinderter, alter oder kranker Menschen. 
  • Seit 2007 ist mit der Ehrenamtspauschale eine zweite  Befreiung von der Steuer hinzugekommen. Diese kann für Einnahmen bis zur Höhe von maximal 500 Euro im Jahr für bestimmte ehrenamtliche Tätigkeiten beispielsweise kommunale Mandatsträger, Landschaftswarte, Büchereileiter, Frauenbeauftragte beansprucht werden.  

Wie werden Einkünfte dem Finanzamt mitgeteilt

  • Der Gesetzgeber hat die Finanzämter beauftragt, den jeweiligen Grund für gezahlte Aufwandsentschädigungen zu überprüfen. Einnahmen werden danach in einen steuerpflichtigen (Abgeltung des Zeitaufwands) und einen steuerfreien Teil (abgelten tatsächlich entstandener Aufwendungen) aufgeteilt.
  • Jeder Steuerbürger verfügt zudem über einen steuerlichen Grundfreibetrag. Ehrenamtlich tätigen Rentner oder Arbeitslose, die nur geringe Einkünfte erzielen, bleiben daher weitgehend steuerfrei. 
  • Die Einnahmen aus ehrenamtlicher Tätigkeit, die im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses entstehen, werden im Lohnsteuerabzugsverfahren besteuert. Dafür ist grundsätzlich eine Lohnsteuerkarte notwendig.
  • Ohne Vorlage einer Lohnsteuerkarte kann die Lohnsteuer unter Umständen (kurzfristig beschäftigte Arbeitnehmer) pauschal erhoben werden. Alle anderen ehrenamtlich Tätigen geben ihre Einkünfte in der jährlichen Einkommensteuererklärung an. 

Damit Aufwendungen einer ehrenamtlichen Tätigkeit beispielsweise bei einem Verein von der Steuer abgesetzt werden können, muss in jedem Fall Geld fließen. Der Verein muss einerseits die ehrenamtliche Tätigkeit attestieren, einen fiktiven Lohn festlegen und diesen als Aufwandsentschädigung an die ehrenamtlich tätige Person auszahlen. Diese kann den Betrag als Spende dem Verein (mit Spendenquittung) zukommen lassen. Die Spendenquittung wird dem Finanzamt mit der Einkommensteuererklärung vorgelegt.