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Diskontaufwendungen - das ist zu beachten

Diskontaufwendungen entstehen im Zusammenhang mit Wechselgeschäften. Diese stellen eine Art der komplikationslosen Finanzierungsmöglichkeit für Unternehmen dar. Lesen Sie hier, was Sie bei der Verbuchung beachten müssen.

Der Wechsel ist eine Finanzierungsmöglichkeit.
Der Wechsel ist eine Finanzierungsmöglichkeit.

Was sind Diskontaufwendungen?

  • Unternehmen, die größere Geräte und Fahrzeuge - beispielsweise Baumaschinen wie Bagger und Kräne - verkaufen, wickeln die Finanzierung Ihrer Kunden oft in Form von Wechselgeschäften ab.
  • Dies bedeutet, dass der Kunde eine Wechselunterschrift leistet. Diese Art der Finanzierung ist in der Regel schnell und einfach abgewickelt. Die Kreditwürdigkeitsprüfung wird hier locker gehandhabt. Für den Kunden entstehen zusätzliche Diskontaufwendungen.

Die Verbuchung des Wechselgeschäftes für den Käufer

  • Beim Wechselgeschäft entstehen sowohl für den Käufer wie auch für den Verkäufer fünf grundlegende Buchungssätze, darunter auch die Verbuchung von Diskontaufwendungen. Ein kleines Beispiel zeigt Ihnen, wie Sie bei der Verbuchung Schritt für Schritt vorgehen.
  • Beispiel: Die Speed GmbH veräußert am 1.5.11 einen Bagger an die Meier KG. Der Wert beträgt 100.000 Euro zuzüglich 19.000 Euro Umsatzsteuer. Der Kunde Meier KG unterschreibt einen Wechsel der Speed GmbH. Dadurch wird der Kaufpreis in drei Monaten, nämlich am 1.8.11 fällig. Die Speed GmbH belastet die Meier KG mit 8 % Diskont (Jahreszins) als Ausgleich für diesen Zahlungsaufschub. Umgerechnet auf drei Monate entstehen für die Meier KG hier 2 % Zinsen für drei Monate. Diese werden von der gesamten Rechnungssumme - 119.000 Euro - berechnet. Am Verfalltag, also am 1.8.11, wird der Wechsel von der Meier KG per Banküberweisung ausgeglichen.
  • Für den Käufer, also für die Meier KG, entstehen folgende fünf Buchungen: 1. Verbuchung der Eingangsrechnung: Konto Fuhrpark (084) mit 100.000 Euro und Konto Vorsteuer (260) an Verbindlichkeiten (440) 119.000 Euro.
  • 2. Der erfolgte Aktiv- und Passivtausch, der Wechsel wird vom Kunden akzeptiert. Die Firma Meier KG unterschreibt die Tratte (Wechsel) und verbucht dies wie folgt: Konto Verbindlichkeiten (440) 119.000 Euro an Konto Schuldwechsel (450) 119.000 Euro.
  • 3. Für den Käufer Meier KG entsteht nun ein entsprechender Diskontaufwand, das ist ein Zinsaufwand. Die Wechselzinsen unterliegen aber keiner Umsatzsteuer. Sie werden als eigenständige Kreditleistung vereinbart. Die Buchung lautet zum Rechnungseingang: Konto Diskontaufwendungen (753) 2.380 Euro an Konto-Verbindlichkeiten (440) 2.380 Euro.
  • 4. Am Tag der Einlösung des Wechsels entsteht dieser Buchungssatz: Konto Schuldwechsel (450) 119.000 Euro an Konto Bank (280) 119.000 Euro.
  • 5. Nun muss die Meier KG auch noch den Diskontaufwand ausgleichen und verbuchen: Konto Verbindlichkeiten (440) 2.380 Euro an Konto Bank (280) 2.380 Euro.
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