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Die Jagd - einfach erklärt

Das Thema Jagd erhitzt die Gemüter. Während manche, allen voran natürlich die Jäger, sie als Brauchtumspflege und Umweltschutz darstellen, sieht ein Großteil der nicht jagenden Bevölkerung darin die ausgeübte Lust am Töten. Es ist daher nicht leicht, das kontroverse Thema so darzustellen, dass auch Kinder es verstehen. Wie kann so eine Erklärung dennoch gelingen?

Lebend sind Wildtiere immer noch am beeindruckendsten.
Lebend sind Wildtiere immer noch am beeindruckendsten.

Zu den Hintergründen der Jagd

Wenn Sie Ihren Kindern erklären, was Jagd ist, sollten Sie die Thematik stark vereinfachen, da es sich bei dem Thema um ein recht komplexes Feld handelt. Wenn Sie sich über diesen Artikel hinaus informieren, sollten Sie dies jedoch nie mit nur einer Quelle tun, da Sie unter Umständen so ein sehr verzerrtes Bild erhalten.

  • Das Jagen von Tieren zur Nahrungsgewinnung hat eine lange Tradition. Schon in der Altsteinzeit erlegten unsere Vorfahren Tiere, um ihr Fleisch zu essen und Felle und Knochen zu verwenden. Heute im Zeitalter der Massentierhaltung es in unserer Gesellschaft kein relevanter Bestandteil der Beschaffung von Nahrungsmitteln.
  • Die Jagd wird durch einen Jäger vollzogen. Dieser hat eine spezielle Genehmigung, die ihm das Erlegen von Wild gestattet. Verfügt ein Mensch nicht über eine solche Erlaubnis und tötet dennoch Tiere, so macht er sich der Wilderei schuldig.
  • Nicht jedes Tier darf gejagt werden und selbst für eine Spezies, zum Abschuss freigegeben ist, gibt es sogenannte Schonzeiten, während der ihr nicht nachgestellt werden darf. Diese Reglung soll verhindern, dass Tierbestände zu drastisch reduziert werden.
  • Es gibt verschiedene Arten des Jagens. Besonders bekannt ist dabei die Ansitzjagd, bei der der Jäger auf einem Hochsitz sitzt und darauf wartet, dass ihm Wild vor die Flinte läuft. Der Jäger kann aber auch aktiv jagen, indem er sein Revier nach Wild durchsucht oder aber einer gefundenen Fährte folgt. Letzteres nennt man übrigens Pirsch. Von mehreren Jägern ausgeführt wird die Treibjagd, bei der Wild aufgescheucht wird und so in die Arme bereitstehender Jäger läuft.
  • Die Jagd kennt eine ganze Reihe von Bräuchen, etwa das Aufreihen der erlegten Tiere. Es gibt außerdem zahlreiche Fachbegriffe sowie eigene Vokabeln für Tiere und deren Körperteile (etwa "Löffel" für die Ohren des Hasen).
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Erwähnen Sie auch die Schattenseiten des Jagens

Anders als in den meisten Kinderbüchern dargestellt, ist die Jagd kein Brauchtum ohne Opfer. Aus diesem Grund engagieren sich zahlreiche Tierschützer und -rechtler im Kampf gegen das Abschießen von Lebewesen. Nicht zuletzt aus diesem Grund sollten Sie Ihren Kindern durchaus vermitteln, dass das Jagen durchaus ihre Schattenseiten hat.

  • Als Rechtfertigung für das Abschießen von Tieren in freier Wildbahn wird von Jägern gemeinhin angeführt, dass dies zur Regulierung der Wildpopulationen dient und deshalb ein wichtiger Bestandteil des Umweltschutzes sei. Diese Aussage sollten Sie jedoch nicht unreflektiert übernehmen. Was dabei nämlich in der Regel verschwiegen wird, ist, dass Wildbestände etwa durch Winterfütterung künstlich hochgehalten werden, um sie dann wieder dezimieren zu können. Außerdem kann es eigentlich nur dadurch zur Überpopulation einer bestimmten Spezies kommen, wenn ihre natürlichen Feinde, wie etwa Wölfe, durch den Menschen ausgerottet werden.
  • Auch die bei vielen Jägern bestehende Leidenschaft, Trophäen zu sammeln und zu präsentieren, spricht durchaus dafür, dass Gründe jenseits des Umweltschutzes eine Rolle spielen. Inwiefern eine Wand mit Hirschgeweihen und Bockschädeln etwas mit "Revierpflege" zu tun hat, ist nämlich fraglich.
  • Wenn Sie eine Katze oder einen Hund haben, sollten Sie Ihr Verhältnis zur Jagd vielleicht ohnehin überdenken. Jährlich wird in Deutschland eine sechsstellige Zahl von Hauskatzen unter dem Vorwand abgeschossen, dass diese wildern würden. Dieser Tatbestand ist dann erfüllt, wenn die Katze 200 Meter von bewohntem Gebiet angetroffen wird. Um dem nachzuhelfen, werden regelmäßig Geruchsköder aufgestellt, die das Haustier anlocken sollen.
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