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Das Nirvana im Buddhismus

Da sich die unterschiedlichen Schulen des Buddhismus in ihrem Verständnis zum Nirvana unterscheiden, gibt es keine einheitliche Definition. Um das Nirvana zu erreichen, vertrauen alle Schulen auf den Edlen Achtfachen Pfad, der aus acht Gliedern von gleicher Wichtigkeit besteht.

Buddha ist die bekannteste Figur des Buddhismus und gilt für alle Richtungen.
Buddha ist die bekannteste Figur des Buddhismus und gilt für alle Richtungen.

Die Bedeutung des Nirvanas

Das Nirvana (alternative Schreibweise Nirwana) ist einer der zentralen Begriffe im Buddhismus. Es bezeichnet das Austreten aus dem Kreislauf des Leidens und der Wiedergeburten. Wörtlich verstehen Buddhisten unter dem Begriff "das Erlöschen". Im Buddhismus herrscht die Ansicht, dass jeder Gläubige nach dem Ableben als eine andere Lebensform wiederkehrt. Das Nirvana bezeichnet das Ende dieses Kreislaufs, der im Buddhismus, Hinduismus und Jainismus "Samsara" heißt. Zwischen den unterschiedlichen Richtungen des Buddhismus gibt es sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede hinsichtlich ihrer Interpretation des Nirvana.

  • Gemein haben alle Schulen den Edlen Achtfachen Pfad, um das Nirvana zu erreichen. Ihn können Sie als den zentralen Weg verstehen, damit ein Buddhist das Nirvana erreichen kann.
  • Der Pfad enthält acht Glieder, die alle von gleicher Wichtigkeit sind. Glieder sind zum Beispiel die rechte Achtsamkeit, die rechte Tat oder die rechte Rede. Denken Sie daran, dass sich jeder Buddhist an diese Glieder halten soll.

Die Schule des Theravada-Buddhismus

Beim Theravada Buddhismus handelt es sich um eine frühbuddhistische Schule. Die Richtung gilt als konservativere Form des Buddhismus. Entsprechend dieser Lehre erreicht ein Gläubiger das Nirvana, wenn er von allen Bedingungen des Samsara losgelassen hat.

  • Das Nirvana ist nur Mönchen vorbehalten, nicht der Allgemeinheit. Da sich Mönche während ihres Lebens hauptsächlich mit dem Glauben und dem Meditieren befassen, können nur sie das Nirvana erreichen. Diese Schule geht davon aus, dass viel Zeit und geistige Reife dafür nötig sind. 
  • Das Nirvana kann ein Buddhist auch während des Lebens und nicht etwa erst nach dem Tod erreichen. Sie müssen bedenken, dass dies erst möglich ist, wenn jemand eine hohe Form der spirituellen Entwicklung erreicht hat.
  • Dabei durchlebt ein Anhänger mehrere Erkenntnisstufen bis er sich schließlich vom Samsara loslösen kann. Es handelt sich hierbei um einen langen Prozess.
  • Im Samsara, also im gewöhnlichen Kreislauf der Wiedergeburten, ist es nicht möglich, diesen Geisteszustand zu erreichen. Ein Buddhist muss folglich diesen Kreislauf durchbrechen, um das Nirvana zu erreichen.
  • In dieser Schule verstehen Anhänger das Nirvana als das höchste Glück, das frei ist von Gefühlen und Gedanken. Ein Buddhist ist dann frei von sowohl positiven als auch negativen Emotionen.
  • Die Arhatschaft gilt als die höchste Form des Nirvana. Wenn Sie diesen Zustand erreicht haben, haben Sie keine Widergeburt mehr vor sich. Sie haben den ewigen Kreislauf durchbrochen.

Die Schule des Mahayana-Buddhismus

Diese große Schule des Buddhismus versteht unter dem Nirvana die Erkenntnis der Leere. Das Mahayana unterteilt den Buddhismus in die zwei Richtungen Mahayana und Hinayana. Die Richtung gilt als liberaler und das Nirvana kann nicht nur von Mönchen wahrgenommen werden. Mahayana bezeichnet den großen Weg. Hinayana dagegen den kleinen Weg. Der Weg bezeichnet dabei die Motivation, sich vom Leid zu lösen.

  • Die eigene Identität hat sich in dieser buddhistischen Schule dem Wohl der Allgemeinheit unterzuordnen. Ein Gläubiger, der ins Nirvana gelangt ist, gibt seine Erkenntnisse an andere Buddhisten weiter.
  • Ein Anhänger dieser Richtung möchte den Status eines Boddhisatvas erreichen. Dieser Zustand bedeutet Erleuchtung. Hat jemand diesen Zustand erreicht, ist es seine Pflicht, sein Verständnis weiter zu geben.
  • Generell gilt diese Form des Buddhismus als religiöser, da es zum Beispiel mehr Messen gibt. Außerdem besitzen Anhänger zahlreiche Figuren von Buddha.
  • Der Gläubige hat sich im Nirvana von allen Zuständen des Glücks, des Unglücks oder der Zufriedenheit losgelöst. Auch in dieser Schule herrschen im Nirvana keine Emotionen mehr vor.
  • Die eigene Identität wird im absoluten Bewusstsein wahrgenommen, wenn sich ein Anhänger im Nirvana befindet. Der Sinn für die eigene Person ist viel ausgeprägter als zuvor.

Generell streben Anhänger des Buddhismus an, das Nirvana zu erreichen. Es ist einer der zentralen Begriffe im Buddhismus. Alle Schulen des Buddhismus haben den Edlen Achtfachen Weg gemein. Er beschreibt den zentralen Weg eines Buddhisten, der ins Nirvana gelangt. Allerdings unterscheiden sich die verschiedenen Schulen in ihrem Verständnis des Nirvana. Im Mahayana-Buddhismus kann diesen Zustand jeder erreichen. Im Theravada-Buddhismus ist das Nirvana allerdings Mönchen vorbehalten, die diesen Zustand durch Meditieren erreichen können.

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