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Barock-Kostüme selber nähen - so geht's

Wenn Sie ein Barock-Kostüm nähen wollen, dann sollten Sie ein paar entscheidende Elemente betonen, die gemeinhin den Vorstellungen von Barock-Kostümen entsprechen. Ob das nun 100-prozentig der historischen Wahrheit entspricht, dürfte zweitrangig sein. Mit Barock-Kostümen verbinden viele die Mode, die zur Zeit des Sonnenkönigs am Hof Ludwigs des XIV. herrschte.

Barocke Kleidung kann viel sein.
Barocke Kleidung kann viel sein.

Was Sie benötigen:

  • ausladender Spitzenkragen
  • Dekolleté
  • Manteau
  • Schleppe
  • Fontange
  • Brosche
  • Cachenez
  • ggf. Halsband

So nähen Sie sich Barock-Kostüme selbst

  • Damit man Ihr Kostüm als Barock-Kostüm erkennt, ist unbedingt ein (ausladender) Spitzenkragen notwendig. Dieser Kragen steht weit in die Luft ab. (Er löste die steife Halskrause ab.) Wenn Sie kein (teures) Spitzengewebe, das steif genug ist, um Falten hineingebügelt zu bekommen, zur Verfügung haben, dann können Sie auch aus Papier einen solchen ausladenden Spitzenkragen herstellen. Wenn Sie es aufwendig machen wollen, dann drucken Sie ein Spitzenmuster auf dem Papier aus, aus dem Sie dann einen "Spitzenkragen" falten.
  • Aus Spitze sollten Sie auch noch Manschetten nähen. Sie schmücken die Kleiderärmel und bedecken halb die Hände.
  • Ein weiteres entscheidendes Element bei Barock-Kostümen ist das Dekolleté. (Es löst die hochgeschlossenen Oberteile ab, die den Busen verleugneten.) Es gilt also, möglichst viel Busen zu zeigen. Als barock wird es deswegen wirken, wenn Sie BHs mit Push-up-Effekt tragen. Stilechter ist allerdings ein Korsett.
  • Die Taille sitzt nicht etwa besonders weit oben. Im Gegenteil, der tiefe Ausschnitt des Dekolletés lässt die Taille nach unten rutschen.
  • Das Dekolleté war so wichtig, dass die Haare, damit sie es nicht verdeckten, nach oben gesteckt wurden. Die Schultern sollten frei bleiben. Der Ausschnitt geht in den Spitzenkragen über. Er fasst den Kleidersaum also oben ein.
  • Das Kleid sollte in vielen Falten bis zum Boden herabfallen. Die Ärmel liegen eng an. Mit Barock verbindet man gerne das Stichwort "üppig". Das passt zu der Gewohnheit der Barockzeit, mehrere Kleider verschiedener Farben übereinander zu tragen.
  • Im Barock kam ein neues Kleidungsstück auf, das sogenannte Manteau. Es war eine Art Überkleid, das sich hinten bauschte und als Schleppe herabfiel. Dieses Überkleid, das wie ein vorne offener Mantel angezogen wurde, passte meist farblich zum Rock bzw. Kleid.
  • Verwenden Sie eine Brosche, um dieses Manteau vorne zusammenzuhalten. Eine Brosche hat hinten eine Sicherheitsnadel und ist vorne mit Silber, Gold und Edelsteinen verziert. Sie können ersatzweise Glasperlen und günstigeren Schmuck verwenden.
  • Ein Barockkostüm wird gekrönt mit einer besondere Haube, die sogenannten Fontange. Dabei handelt es sich um eine über ein Drahtgestell aufgebaute Haube. Sie können diese Fontage mit Spitze nachempfinden, mit der Sie Ihr hochgestecktes Haar schmücken.
  • Wenn Sie noch vollkommenere Barock-Kostüme nähen wollen, dann brauchen Sie noch ein sogenanntes Cachenez. Diese Bezeichnung stammt aus dem Französischen und bedeutet: Versteck die Nase. Es handelt sich dabei um eine Halbmaske, die von den Frauen zum Schutz Ihres Teints getragen wurden. Die Französinnen hielten diese Maske vor Ihrem Gesicht fest, indem Sie einen Knopf am Ende eines Stiels, an dem die Maske befestigt war, im Mund hielten. Sie können diese Maske aber auch (wie ehemals die Engländerinnen) an der Haube befestigen.
  • Auch Halsbänder haben für viele das Stilmerkmal "barock". Sie können Sie leicht selber nähen und als einfachster Verschluss den Klettverschluss wählen.

Das ist nun alles recht viel, und wenn Sie fürchten, Sie nähen jetzt jahrelang an Ihrem Barock-Kostüm, dann beschränken Sie sich auf drei, vier charakteristische Elemente wie etwa Spitzenkragen, freizügiges Dekolleté und viele Falten werfende Röcke übereinander. Pudern Sie Ihr Gesicht weiß und dann wird man Ihr Barock-Kostüm schon als solches erkennen.

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