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Aufmunterung bei Todesfall - so gehen Sie mit trauernden Angehörigen um

Ein Todesfall ist der Beginn einer belastenden Zeit nicht nur für die Angehörigen. Auch deren Freunde und Bekannte stehen manchmal sehr hilflos neben den Trauernden. Sie fragen sich, ob Hilfe und Aufmunterung bei einem Todesfall überhaupt erwünscht ist und wie sie aussehen kann.

Trauer hat ihre eigenen Regeln.
Trauer hat ihre eigenen Regeln.

Die Trauer eines Menschen, der Ihnen nahesteht, erfüllt Sie mit Mitgefühl. Diese Empfindung ist wichtig und wertvoll. Es ist nur nicht immer leicht, dieses Mitgefühl auch auf die richtige Weise zu zeigen.

Die Phasen der Trauer bei einem Todesfall

  • Trauer scheint von jedem Menschen unterschiedlich erlebt zu werden. Dennoch gibt es gewöhnlich bei einem Todesfall vier Phasen der Trauer, die fast jeder durchmacht. Wenn Sie sie richtig einschätzen können, haben Sie auch die Möglichkeit, in jeder davon so zu reagieren, dass Sie den Trauernden auf ganz spezielle Weise Aufmunterung schenken können.
  • Die erste Reaktion auf einen Todesfall besteht zumeist darin, zunächst die Tatsache des Verlustes einfach zu ignorieren und nur noch Starre und Leere zu empfinden. In dieser Anfangszeit scheint für die Angehörigen die Welt stillzustehen. Es wird Ihnen nur schwer gelingen, sie überhaupt emotional zu erreichen.
  • Es folgen die Gefühle von unbegründeter Schuld, Wut oder auch Ohnmacht. Als Freund erleben Sie dann, wie die Trauernden mit plötzlichen Gefühlsausbrüchen auf den Todesfall reagieren, nachdem sie vorher so ruhig oder betäubt waren.
  • Diese Phase geht oft in Einsamkeit und Angst über. Bei einem Todesfall haben die Angehörigen die Vorstellung, ihre Zukunft nicht bewältigen zu können. Viele isolieren sich und verstecken sich richtig vor der Welt, die ihnen alleine Angst macht. Noch ist ihnen nicht klar, ob sie ihr weiteres Leben ohne die Gegenwart des Verstorbenen überhaupt bewältigen können.
  • Trotz dieser belastenden, schmerzhaften Phasen mündet gewöhnliche Trauer schließlich doch in die letzte Phase. Sie ist der Weg zurück in ein neues Leben nach dem Todesfall und gekennzeichnet von einem Neuanfang und der Fähigkeit, die Erinnerungen nicht mehr nur als schmerzlich zu empfinden.

Aufmunterung verlangt Fingerspitzengefühl

  • Es ist ein ganz natürlicher Wunsch, traurige Menschen aufheitern zu wollen. Traurigkeit ist aber etwas anderes als Trauer. Gerade in der ersten Phase bei einem Todesfall ist Aufmunterung nicht erwünscht und auch nicht hilfreich. Allgemeine Redewendungen über ein erfülltes Leben oder eine Erlösung liegen Ihnen vielleicht auf der Zunge. Schlucken Sie sie besser runter. Sie wirken hohl und sind keine wirkliche Aufmunterung bei einem Todesfall. Viel hilfreicher ist, den Angehörigen dabei zu helfen, den nun sehr schwierigen Alltag und die vielen Formalitäten zu bewältigen. Die Beschäftigung damit lenkt ab.
  • Wenn die Gefühle in der nächsten Phase hochkommen, zeigen Sie Geduld und Verständnis. Es ist eine erste Aufmunterung, die Erinnerungen mit anzuhören und sie zu teilen. Nach einem Todesfall ist es wichtig, den Verlust nicht zu verdrängen und einige Erinnerungen sind sicher so schön, dass es für den Trauernden auch kurze glückliche Momente dabei gibt.
  • Geduld werden Sie auch benötigen, wenn die Existenzängste und die Sorgen hochkommen, ob ohne den Verstorbenen überhaupt eine Zukunft möglich ist. Gespräche und kleine gemeinsame Unternehmungen sind der beste Weg, für etwas Aufmunterung zu sorgen und die Ängste verblassen zu lassen.
  • In der letzten Phase ist Aufmunterung nach einem Todesfall am sinnvollsten. Wenn der Trauernde wieder lernt, sein Leben aufzunehmen und es neu zu gestalten, ist sie in verschiedener Form möglich. Die heiteren Erinnerungen können nun auch ausgesprochen werden. Dazu können Sie Ihre Begleitung bei neuen Aktivitäten anbieten. So ist der Zurückgelassene nicht allein und traut sich dank Ihrer Unterstützung wieder einen neuen Anfang zu.

Eine Aufmunterung bei einem Todesfall ist nicht der Zwang, Trauer zu verdrängen und betont positiv mit den Angehörigen des Verstorbenen umzugehen. Manchmal reicht es schon, dass Sie einfach nur da sind, wenn Sie gebraucht werden.

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