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Arbeitslos nach Altersteilzeit - was nun?

Altersteilzeit hat der Gesetzgeber in der Absicht eingeführt, um älteren Arbeitnehmern einen fließenden Übergang in die Altersrente zu ermöglichen. Wenn Sie sich nach Ende der Altersteilzeit nicht für die Rente entscheiden und dem Arbeitsmarkt weiterhin zur Verfügung stehen wollen, können Sie sich auch arbeitslos melden.

Während der Altersteilzeit entstehen Arbeitslosengeldansprüche bis zu 25 Monate.
Während der Altersteilzeit entstehen Arbeitslosengeldansprüche bis zu 25 Monate.

Wenn Sie einen Vertrag über Altersteilzeit unterzeichnen, stellt sich sofort die Frage - wie geht es danach weiter? Die Altersteilzeit dauert im Allgemeinen so lange, bis Sie wenigstens einen Anspruch auf ein vorgezogenes Altersruhegeld besitzen.

Rente, Beschäftigung oder arbeitslos nach Altersteilzeit 

  • Den Vertrag über eine maximale Dauer von sechs Jahren schließen Sie als Arbeitnehmer mit Ihrem Arbeitgeber ab. Die Rentenversicherung hat damit nichts zu tun. Mit der Unterschrift unter den Vertrag stimmen Sie der Aufhebung des bestehenden Beschäftigungsverhältnisses zu einem festgelegten Termin zu. Rente beantragen können Sie, müssen es danach aber nicht.
  • Sind Sie der Meinung, dass die Altersbezüge den Lebensunterhalt nicht angemessen sichern oder Sie sich noch nicht zur Ruhe setzen möchten, können Sie sich beruflich neu orientieren oder Arbeitslosengeld I in Anspruch nehmen.
  • Nachdem Sie sich arbeitslos gemeldet haben, können Sie mit einer etwa 24-monatigen Zahlung von Arbeitslosengeld I rechnen. Denn als Alterszeitbeschäftigter sind Sie nicht nur renten-, sondern auch arbeitslosenversichert. Die Maximaldauer einer Arbeitslosengeldzahlung bestimmt der Anspruch auf die reguläre Altersrente. 

Arbeitslosengeldzahlung kann sich als Vorteil erweisen

  • Ihr Arbeitslosengeld kann zwar auf dem ersten Blick niedriger als die vorgezogene Altersrente ausfallen, doch vermindern noch einige Beiträge Ihre Rentenbezüge. Ihre Rente vermindert sich um Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge. Das ist beim Arbeitslosengeld nicht der Fall.
  • Zusätzlich erspart Ihnen ein Jahr Arbeitslosengeld eine Kürzung der Rente um 3,6 Prozent. Eine derartige Kürzung müssten Sie lebenslang hinnehmen. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Sie während der Zeit der Arbeitslosigkeit noch zusätzliche Rentenansprüche erwerben. 
  • Melden Sie sich arbeitslos, kann Sie das Arbeitsamt für die Dauer von 12 Wochen (Sperrzeit) von der Arbeitslosengeldzahlung ausschließen. Weisen Sie allerdings nach, dass Sie gezwungen waren, einen Altersteilzeitvertrag zu unterschreiben, weil die Kündigung drohte, dann kann sich das zu Ihren Gunsten auswirken.
  • Auch besondere Härtefälle können eine Sperrzeit verhindern. Das liegt allerdings im Ermessen des jeweiligen Arbeitsamtes. Als Arbeitsloser müssen Sie dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und vermittelbar sein.

Wenn Sie eine vorgezogene Altersrente ins Auge fassen wollen, weil Sie auch zusätzlich eine Betriebsrente beanspruchen können, dann sollten Sie sich auf den Ruhestand freuen und den Rentenantrag stellen.

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