Wenn Sie sich dazu entscheiden, einen Antrag auf Lohnerhöhung zu stellen, sollten Sie nicht mehr in der Probezeit sein.

  1. Falls Ihr Arbeitgeber einen Vordruck für einen Antrag auf Lohnerhöhung hat, füllen Sie diesen aus und reichen ihn in der Personalabteilung ein. Falls nicht, verfassen Sie einen selbstgeschriebenen Antrag, in dem Sie Ihrem Chef erklären, weshalb Sie eine Lohnerhöhung verdient hätten. Beschreiben Sie, dass Sie in der Wirtschaftskrise darauf verzichtet haben, mehr Geld zu fordern, weil Sie das Unternehmen als Arbeitnehmer unterstützen wollten und es deshalb für Sie nicht in Frage kam, in Zeiten der Rezession einen Antrag auf Lohnerhöhung zu stellen. Aber nun, da sich die Wirtschaftslage verbessert hat, möchten Sie auch als Arbeitnehmer durch eine Lohnerhöhung am Aufschwung teilhaben.
  2. Beschreiben Sie, welche gute Arbeit Sie für das Unternehmen bisher geleistet haben und beantragen Sie, dass Ihr Arbeitgeber nun diese gute Leistung, die Sie natürlich auch weiterhin erbringen werden, mit einer Lohnerhöhung honorieren sollte.
  3. Erklären Sie, dass das Leben insgesamt (also Miete, Nebenkosten etc.) und die täglichen Ausgaben mit der Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 19% deutlich teuer geworden sind und nun das Gehalt angepasst werden müsste, damit Sie als Konsument weiterhin über die nötige Kaufkraft verfügen, um die Wirtschaft auch künftig ankurbeln zu können.

Falls Sie gut verhandeln können, sollten Sie im persönlichen Gespräch mit Ihrem Chef über eine Lohnerhöhung verhandeln. Überfallen Sie ihn nicht, sondern bitten Sie Ihren Chef um ein Meeting. So kann Ihr Chef vor dem Gespräch nicht flüchten, weil er sich ja extra dafür Zeit genommen hat. Das Gespräch sollte am Morgen stattfinden, wenn der Chef noch nicht vom Arbeitstag gestresst ist.

Grundsätzlich ist eine Lohnerhöhung um 3% realistisch. Sie sollten aber eine höhere Prozentzahl ansetzen, denn Ihr Chef wird Sie sicher herunterhandeln und nicht ohne Gegenwehr einfach so Ihren geforderten Prozentsatz akzeptieren. Fangen Sie mit 5% an und stoppen Sie ihn bei spätestens 3% Lohnerhöhung. Mit ein wenig Verhandlungsgeschick gelingt es Ihnen vielleicht, mehr als 3% Lohnerhöhung herauszuhandeln.