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Woran erkennt man einen Bleikristall? - Wissenswertes

Bleikristall ist wunderschön für Vasen oder Gläser, Kronleuchter oder Schmucksteine. Doch woran erkennt man eigentlich Bleikristall?

Wunderbarer Leuchter aus Bleikristall
Wunderbarer Leuchter aus Bleikristall

Denn im Grunde sieht Bleikristall nun einmal ähnlich aus wie Glas, Sie sollten also im Zweifel schon wissen, woran man Bleikristall erkennt, wenn Sie sich eine Antiquität aus Bleikristall kaufen möchten.

Was ist eigentlich Bleikristall?

  • Bleikristall ist kein Kristall, wie die Benennung vermuten lässt, sondern es handelt sich um Bleiglas. Bleikristall gibt es als glattes Glas oder in geschliffener Form.
  • Bleiglas ist ein beliebtes Schmuckglas, das aus Pottasche, Quarzsand und Bleimennige (Pb3O4, in Anzeigen auch als PbO bezeichnet) hergestellt wird.
  • Am begehrtesten ist das farbige Bleikristall, das sich auf zwei Wegen herstellen lässt: Es gibt eine recht preiswerte Methode, bei der die Gläser mit speziellen Farben bemalt werden, die dann gebrannt werden, dadurch wird die aufgetragene Farbe dauerhaft mit dem Glas verschmolzen.
  • Hochwertiger und kostbarer ist farbiges Bleikristall, das mit der Überfangtechnik angefertigt wurde. Hier wird flüssiges, durchsichtiges und farbloses Glas in ein zweites, farbiges Glas gegossen, dieses Doppelwandgefäß wird dann geformt. Anschließend wird die getönte Außenfläche teilweise weggeschliffen, dadurch entstehen wunderschöne bunte Glasstrukturen. Die Herstellung dieser sogenannten Überfanggläser erfolgt häufig in Handarbeit, sie sind dann nicht gerade preiswert.
  • Es wird jedoch auch industriell hergestelltes Bleikristall verkauft. Hier wird das Glas in Maschinen gepresst oder in eine Reihe von Formen geblasen. Die typische Form des Glases entsteht hier also ohne Schleifen, anschließend bekommen diese Gläser eine Säurepolitur, bei der die Oberfläche mit bestimmten Säuren geätzt wird. Wenn glattwandige Gläser ohne Schliff entstehen sollen, werden diese häufig poliert, indem die Oberfläche gleichmäßig erhitzt wird, sie wird so geglättet (Feuerpolitur).

Bleikristall - woran erkennt man ihn

  • Das preiswertere doppelwandige Glas erkennen Sie, wenn Sie das Glas in verschiedenen Schrägstellungen ins Licht halten. An der sich verändernden Optik sehen Sie, dass hier zwei Schichten verbunden wurden.
  • Das echte Bleikristall als Überfangglas erkennen Sie an den typischen Unregelmäßigkeiten der Handarbeit. Denn die Schleifarbeiten mit der Hand lassen sich nie so ausführen, dass sie absolut gleich aussehen.
  • Allgemein zeichnet sich Bleikristall gegenüber jeglichem Pressglas durch eine außergewöhnliche Transparenz und Brillanz aus, es hat auch einen ganz besonders strahlenden Glanz, woran man es erkennt. Bei geschliffenem Bleikristall erhalten Sie auch Hinweise auf die Echtheit, wenn Sie die Sonne durch das Bleikristall auf eine helle Fläche fallen lassen. Meist können Sie dann alle Farben des Lichtspektrums sehen.
  • Wenn Sie ein Glas oder einen Stein am Kronleuchter nicht am Aussehen sicher als Bleikristall erkennen können, kann die Herstellerbezeichnung helfen. Es gibt viele Firmen, die traditionell Bleikristall anfertigen, sie liegen z. B. im Gebiet zwischen Tschechien und Bayern. Auch im Isergebirge (wo das Bleikristall erfunden wurde), wird es heute noch in einigen Manufakturen hergestellt. Die deutschen Zentren der Bleikristall-Manufakturen liegen im Bayerischen und im Oberpfälzer Wald, weil es hier genug Quarz und genug Holz für die Herstellung der Pottasche gab.
  • Alte Bleikristall-Gläser hatten meist Aufkleber, bei denen sehr genau der Gehalt an Bleimennige angegeben war. Heute sind die Aufkleber einfacher, Sie sollten im Zweifel jedoch auf die Angabe eines bestimmten Firmennamens und auf die Bezeichnung “echtes Bleikristall” bestehen.
  • Bei sehr seltenen und damit auch kostbaren Bleikristall-Gläsern können Sie mit einer Firmenangabe auch noch ein wenig im Internet forschen. Dort erfahren Sie dann zum Beispiel, dass die Römer von Hofbauer in gelber, roter, violetter und grüner Farbe gefertigt wurden und teilweise durchgefärbte Stielansätze unter dem Kelch aufweisen, teilweise auch aufgetragene Farbe haben können. Solche Besonderheiten lassen sich für viele außergewöhnliche Stücke ausmachen.

Mit einem Bleikristall können Sie übrigens die Farben des Sonnenlichts fotografieren. Dazu muss die Sonne durch den Bleikristall an eine helle Fläche scheinen, dann werden die Spektralfarben durch das Glas auf die Fläche geworfen und können so wunderbar mit dem Fotoapparat festgehalten werden. Geben Sie sich ruhig etwas geheimnisvoll, wenn jemand fragt, wie Sie dieses tolle Foto gemacht haben!

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