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Wie entsteht Liebe? - So wird's in der Wissenschaft erklärt

Liebe ist das schönste Gefühl der Welt. Besonders wenn sich die ersten Schmetterlinge im Bauch tollen und die ganze Welt aus rosa Wattewölkchen zu bestehen scheint, fühlen sich Verliebte unbesiegbar. Alles ist möglich, der Alltag wird spielend gemeistert, Probleme gibt es nicht. Aber wie entsteht dieses positive Gefühl überhaupt?

Liebe ist das schönste Gefühl überhaupt.
Liebe ist das schönste Gefühl überhaupt.

So entsteht die äußere Anziehung

Warum erscheinen manche Menschen attraktiver und sympathischer als andere? Forscher suchen vor allem in der Evolution nach Antworten.

  • Bei der Partnerwahl entscheidet kaum jemand bewusst. Hierbei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, die sich nicht kontrollieren lassen. Vor allem der Geruch entscheidet. So soll auch der Mensch Pheromone aussenden, die von potenziellen Partnern wahrgenommen werden. Zum anderen kann über den Geruch herausgefunden werden, ob Erbgut und Immunsystem des anderen zum eigenen passen, im besten Falle ergänzen sie das eigene.
  • Beim Aussehen geht es vor allem um Symmetrie und einen hohen Spiegel an Geschlechtshormonen, denn beides signalisiert Gesundheit. Frauen mit vollen Lippen, ebenmäßiger Haut und einer Sanduhrfigur wirken besonders schön, weil sie gesunde und starke Nachkommen versprechen. Frauen hingegen achten eher auf Verlässlichkeit sowie einen guten sozioökonomischen Status, diese Faktoren sind wichtig, wenn es um die Pflege des Nachwuchses geht. Aber auch kulturelle Bedingungen und persönliche Erfahrungen haben Einfluss auf die Partnerwahl. 
  • Damit aus Vertrautheit und Sympathie sowie einer äußeren Anziehung Liebe wird, müssen viele Faktoren mitspielen. Sind genügend Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten vorhanden, gibt es regelmäßigen Kontakt und gemeinsam erlebte positive Ereignisse, kommt die Liebe von ganz allein.
  • Es gibt verschiedene Formen der Liebe, die von verschiedenen Hormonen gesteuert werden. Bei der leidenschaftlichen Liebe etwa sind ein hoher Dopamin- und ein niedriger Serotoninspiegel typisch. Bei der kameradschaftlichen oder der Mutter-Kind-Liebe dominieren die Hormone Vasopressin und Oxytocin. 
  • Die romantische Idee der Liebe, wie sie heute charakteristisch ist, entstand erst im 18. Jahrhundert, sie ist mit dem Ideal der Monogamie und der lebenslangen Verbundenheit verknüpft. Auch Ehen werden heute vor allem aus Liebe geschlossen.

Die biologischen Grundlagen der Liebe

Auch wenn Forscher schon viel über die Liebe herausgefunden haben, bleibt das Gefühl in vielen Bereichen noch immer ein Mysterium. Klar ist jedoch, dass Verliebtheit im Kopf entsteht.

  • Damit Liebe entsteht, müssen verschiedene Bereiche im Gehirn miteinander "sprechen". So filtert der Thalamus etwa Sinneseindrücke, im präfrontalen Cortex werden Gefühle gesteuert und gespeichert, der Hypothalamus sendet chemische Botenstoffe aus und das limbische System ist für die ersten Gefühle der Vertrautheit und später Verliebtheit zuständig.
  • Bei der Liebe spielen vor allem Hormone und Neurotransmitter eine wichtige Rolle. Diese übernehmen die Nachrichtenübertragung im Gehirn, wenn Reize von den Nervenzellen wahrgenommen wurden. 
  • Einer der wichtigsten Neurotransmitter ist Dopamin, er spricht das Belohnungszentrum an und wirkt ähnlich wie eine Droge. Frisch Verliebte haben einen hohen Dopaminspiegel, der zu einer hohen Zufriedenheit und oft einem Euphoriegefühl führt. Dopamin wird mit der Zeit immer weniger ausgeschüttet. 
  • Für das typische Gefühl des "Bäume-ausreißen-Könnens" ist der Neurotransmitter Noradrenalin verantwortlich. Es wirkt stimmungsaufhellend und anregend. Zudem aktiviert Noradrenalin die Hormone des Hypothalamus, dieser wiederum schüttet die "Treuehormone" Oxytocin und Vasopressin aus. 
  • Adrenalin sorgt für Nervosität, feuchte Hände und einen schnelleren Herzschlag beim Wiedersehen, Serotonin ist für das Glücksgefühl zuständig. Damit die körperliche Lust auf den anderen steigt, müssen die Geschlechtshormone Testosteron und Östrogen ausgeschüttet werden.
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