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Widder-Pumpe selber bauen - eine Anleitung

Die hydraulische Widder-Pumpe ist ein sogenannter Stoßheber, der durch das Wasser angetrieben wird und zyklisch arbeitet. Bei diesem Mechanismus wird der Druckstoß oder auch Staudruck-Effekt genutzt, sodass Wasser die Pumpe antreibt und gleichzeit auf ein höheres Niveau gehoben wird. Lesen Sie hier, wie Sie selber eine bauen können.

Eine Widderpumpe transportiert Wasser nach oben.
Eine Widderpumpe transportiert Wasser nach oben. © Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / Pixelio

Was Sie benötigen:

  • 4 verzinkte Stahlrohre mit Schraubgewinden
  • Kupplungen
  • Regenwassertonne
  • Stoß- und Druckventil
  • Windkessel

So funktioniert die Widder-Pumpe

  • Widder-Pumpen sind besonders gut geeignet für das Pumpen von Wasser nahe der Fließgewässer, wenn ein ausreichendes Gefälle vorhanden ist. 
  • Diese hydraulische Widder-Pumpe bewirkt durch eine Wasserschlossschwingung eine hohe Wassersäule, die dann jeweils über die Höhe eines Zuflusses gehoben wird.
  • Durch ein wiederholtes Öffnen sowie Schließen des Pumpenhahns können größere Wassermengen angehoben werden. 

Das Selberbauen Schritt für Schritt

Für den Bau dieser Widder-Pumpe benötigen Sie vier Hauptkomponenten.

  1. Zuerst bauen Sie einen Vorratsbehälter für die Wasserfassung. Hierfür können Sie ganz einfach eine Regentonne verwenden. Natürlich sind hier Ihrer Kreativität und Fantasie keine Grenzen gesetzt. Besonders hübsch sehen auch Betonwannen mit einem Schwimmbadanstrich innen und außen mit einer Natursteinverkleidung aus. Achten Sie auf einen Überlauf, durch den überschüssiges Wasser ablaufen kann.
  2. Dann installieren Sie die Triebwasserleitung mit einem endständigem Stoß- sowie Druckventil. Verwenden Sie ausschließlich eine Stahlleitung. Kunststoffrohre federn beim Widderstoß und können zerreißen. Bringen Sie die Leitung so an, dass sie leicht durchhängt und das Wasser so leicht durchlaufen kann und sich keine Luftbläschen darin bilden. Die Länge hängt von Ihrem zu überwindenden Gefälle ab. Die Länge der Leitung sollte nicht länger als das 10-Fache der Gefällehöhe sein. 
  3. Bringen Sie jetzt das Stoßventil mit einem Federsystem an. Dies sollte aus korrosionsbeständiger Bronze bestehen. Damit wird dieses Schnellschlussventil nur so lange offen gehalten, bis Wasser die maximale Geschwindigkeit erreicht. Es verfügt über eine Flügelschraube, mit der Sie die Federspannung an die Wassermenge anpassen können. 
  4. Nun bauen Sie noch den „Windkessel“, also den Druckbehälter. Der obere Teil dieses Behälters - fertige Kessel können Sie im Fachhandel kaufen - ist mit Luft gefüllt. Falls diese hier noch nicht vorhanden sind, müssen Sie ein Rückschlagventil am unteren Ende anbringen. Und darunter sollten Sie auch noch ein Belüftungsventil installieren. 
  5. Als letztes Zubehör fehlt noch die an den Druckbehälter angeschlossene Steigleitung. Die schließen Sie jeweils mit Überschiebmuffe und Muffenstopfen an. Diese befördert das Wasser vom Windkessel zum Hochbehälter. Hier können Sie ruhig auch ein Kunststoffrohr verwenden.
  6. Diese oben genannten Komponenten sorgen für ein schwingungsfähiges System. Dies kann nach einem einmaligen Anstoß selbst gesteuert weiterschwingen. Allerdings nur so lange, wie ausreichend Wasser nachgeschoben wird.

Das System besitzt lediglich zwei bewegliche Teile, ein Stoß- und Druckventil. So können Sie diese Widder-Pumpe sehr kostengünstig selber bauen. Auch die Wartung ist hier sehr einfach. Das Aggregat arbeitet extrem zuverlässig.

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