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Wenn die Feuerwehrsirene 4 mal ertönt - eine Erklärung

Wie war das jetzt nochmal mit der Feuerwehr und Ihrer Sirene, wenn sie 4-mal ertönt? Regelmäßig hört man, vor allem in ländlichen Gebieten, die Feuerwehrsirene ertönen. Ein lauter, sehr durchdringlicher und für viele Menschen ein aufhörender Ton. Die erste Frage, die in der Bevölkerung auftaucht ist: Was ist passiert?

Eine weiteres Relikt, das der modernen Zeit weichen wird - die Feuerwehrsirene.
Eine weiteres Relikt, das der modernen Zeit weichen wird - die Feuerwehrsirene. © Hartmut910 / Pixelio

Oft meint man die Feuerwehrsirene 4-mal zu hören. Doch das ist ein Trick der Physik. Keine Sirenen in Deutschland werden, laut Katastrophenplan, 4-mal ertönen.

Die Feuerwehrsirene und 4-mal heulen

Hört jemand Bezugsfremdes, also kein Feuerwehrmann oder Angehöriger des Katastrophenschutzes die Sirene, findet im Körper eine Reaktion statt.

  • Die Sirene wird erhört, im selben Augenblick beginnt der Körper Adrenalin auszuschütten. Das Adrenalin erhöht die Leistungsfähigkeit aller Sinnesorgane, in dem Fall speziell der Ohren.
  • Der Zuhörer lauscht der Tonsalve. Die Salven unterscheiden sich in 1 Mal 15 Sekunden Dauerton als Probealarm, 3 Minuten gleichen Dauerton als Warnung, 1 Minute wellenförmigen Ton als Alarm, 1 Minute gleichbleibenden Ton als Entwarnung.
  • Als letzte mögliche Salve gibt es den betrugsfreundlichen Feueralarm. Betrugsfreundlich deswegen, da er mit seinem Ablauf von 3 Mal 15 Sekunden Dauerton situativ einen Echoeffekt hervorrufen kann.
  • Der abgegebene Schall der Sirene prallt auf Hindernisse oder Widerstände und wirft den Schall zurück. Durch die Pause zwischen den Salven wird das Echo vom nachfolgenden Ton wieder verdrängt. Der dritte Ton wird ohne weiteren Ton zurückgeworfen und erweckt den Eindruck eines 4. Tones.
  • Dieses Zusammenspiel aus Körperreaktionen und physikalischen Wirkungskräften erweckt den Eindruck eines 4. Tones, der aber in keiner Alarmierung vorgesehen ist.

Die Feuerwehrsirene und ihr leiser Abgang

Mittlerweilen decken die Sirenen nur noch ca. 16 Prozent eines Einzugsgebietes in Deutschland ab. Nach Ende des Kalten Krieges wurden in den Neunzigern weitestgehend alle Sirenen abgebaut und durch "stille" Alarme ersetzt.

  • Die Nachteile der Feuerwehrsirenen waren sehr gravierend. Es konnten keine gerätespezifischen Ausgebildeten und keine speziellen Mannschaften alarmiert werden, und die Mannschaften mussten in hörbarer Reichweite sein.
  • Mittlerweilen sind die meisten Feuerwehren mit Funkmeldeempfängern ausgestattet. Kleine "Piepser", die mit einer bestimmten Alarmschleife mit einem Mal über die Rettungsleitstelle, mittlerweile integrierte Leitstelle, alarmiert werden.
  • Neueste Techniken lassen auch die Alarmierung über Handy möglich werden. Die Rettungsleitstelle kann bestimmte Gruppen der Feuerwehr oder den Katastrophenschutz über eine Sammel-SMS alarmieren.

Sie sehen oder hören, dass uns unser Körper, im Zusammenspiel mit anderen, unsichtbaren Faktoren oftmals einen Streich spielt. Aber dennoch können Sie ruhig bleiben, über kurz oder lang, wird die Feuerwehrsirene ganz verschwinden.

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