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Wasserschildkröten: Haltung im Aquarium - eine kurze Einführung

Im Allgemeinen wird zwischen Wasserschildkröten und solchen, die an Land leben unterschieden. Bei den ersteren gibt es Arten, die als gute Schwimmer im Aquarium gehalten werden können. Diese gilt es artgerecht einzurichten.

Wasserschildkröte nimmt ein Sonnenbad
Wasserschildkröte nimmt ein Sonnenbad

Was Sie benötigen:

  • Platz
  • technische Ausrüstung
  • Zeit
  • finanzielle Mittel für laufende Kosten

Einige Wasserschildkröten kommen mit einem geräumigen Aquarium gut aus. Bei anderen empfiehlt sich die Haltung in einem Terrarium, das aus einem Wasser- und einem Landteil besteht. In jedem Fall benötigen Sie ausreichend Platz zum Aufstellen eines solchen Beckens.

Wasserschildkröten – Lebensraum

  • Das Heim für wasserlebende Schildkröten soll so gestaltet sein, dass es dem Wesen der Tiere entspricht. Für manche Arten reicht ein Aquarium, also ein Becken, welches nur einen Wasserteil bildet. Hier ist dennoch unbedingt eine Sonneninsel notwendig. Andere Arten fühlen sich nur wohl, wenn sie neben dem Wasserteil auch einen Landteil aufsuchen können. Wie groß dieser Bereich sein soll, hängt von der Art ab. Legen die Wasserschildkröten dort lediglich ihre Eier ab oder halten sie sich auch sonst gerne an Land auf? Informieren Sie sich vor der Anschaffung genau über die Bedürfnisse der Tiere.
  • Arten, deren Haltung in einem Aquarium möglich ist, sind zum Beispiel Rotwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta elegans), Zierschildkröten (Chrysemys picta), Moschusschildkröte (Sternotherus odoratus) und Chinesische Dreikielschildkröte (Chinemys reevesii). Aber auch sie brauchen unbedingt einen Platz über der Wasseroberfläche zum Sonnen.
  • Die Mississippi-Höckerschildkröte (Graptemys kohnii) benötigt den Landteil nur zur Eiablage, sonst reicht ihr eine Sonneninsel. Die Waldbachschildkröte (Clemmys insculpta) gehört zwar zu den Wasserschildkröten, liebt jedoch ausgiebige Landaufenthalte. Sie benötigt ein Aquaterrarium.

Ein Aquarium für die Reptilien einrichten

  • Planen Sie genug Platz ein. Als Faustregel gilt, dass Sie die Länge Ihrer Wasserschildkröte mit fünf multiplizieren. Dann haben Sie die Länge des Beckens. Die Breite ergibt sich, wenn Sie mit drei multiplizieren. Aus diesen Maßen errechnen Sie die notwendige Grundfläche für die Haltung eines Tieres. Für ein weiteres Tier rechnen Sie 30 Prozent zusätzliche Fläche hinzu. Der Wasserstand muss mindestens 40 Zentimeter betragen. Bei einem Aquaterrarium rechnen Sie für Länge und Breite mit dem Faktor Fünf.
  • Nach dieser Regel benötigen Sie für eine 25 Zentimeter große Wasserschildkröte also ein Aquarium mit den Maßen 1,25 Meter mal 75 Zentimeter, das entspricht einer Grundfläche von aufgerundet einem Quadratmeter. Bedenken Sie, dass ein so großes Wassergefäß ein entsprechendes Gewicht hat.
  • Zur Ausstattung gehören unbedingt ein leistungsfähiger Wasserfilter und Lampen, die über die Sonneninsel gehängt die Bewohner mit Licht und Wärme als Sonnenersatz versorgen. Natürlich muss auch das Wasser beheizbar sein, denn die Haltung der Tiere erfordert die Wärme nicht nur über dem Wasser.

Tipps zur Haltung

  • Neben der technischen Ausstattung ist eine artgerechte Gestaltung des Innenraumes notwendig. Manche Arten klettern auch unter Wasser gerne. Mit Moorkienholz können Sie diese Möglichkeiten dafür schaffen. Es bietet sich auch zur Gestaltung der Sonneninsel an. Die Lampen über dieser sollen zwischen 36 und 40 Grad Wärme erzeugen. Zwischen ihnen und den Tieren darf sich keine Glasplatte befinden. Ansonsten decken Sie das Aquarium zu zwei Dritteln mit Glas ab. 
  • Wenn Sie die Rückwand mit Steinen und Holz gestalten und den Boden mit Sand versehen, muss das Aquarium noch größer berechnet werden. Für Anfänger ist die Haltung eines einzelnen Tieres zu empfehlen. Sie leben auch in der Natur überwiegend als Einzelgänger und sind teilweise unverträglich.
  • Wasserschildkröten sind Gemischtköstler. Sie fressen also sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrung. Diese wird im Wasser aufgenommen. Hier sind Abwechslung und die richtige Futtermenge von Bedeutung. Allein mit dem im Handel angebotenen Fertigfutter dürfen Sie Ihre Schildkröte nicht ernähren, sonst wird sie krank. Zur Gesunderhaltung ist ebenso ein regelmäßiger Wasserwechsel notwendig, mindestens alle 14 Tage. 
  • Zuletzt soll hier darauf hingewiesen werden, dass auch Wasserschildkröten eine Winterruhe halten. In freier Wildbahn überwintern die meisten Arten am Grund von Gewässern. Als Quartier in der kalten Jahreszeit können Sie eine schwarze Kunststoffwanne verwenden. Erkundigen Sie sich genau, was für Bedürfnisse Ihre Art hat. Bei südlichen Zierschildkröten entfällt die Winterruhe eventuell. Die Unterart C. p. dorsalis bleibt mit 13 Zentimetern recht klein. Ihre Haltung ist gut ausschließlich in einem Aquarium möglich.
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