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Warum zeigt die Kompassnadel nicht genau nach Norden?

Zwar ist es allgemeine Kenntnis, dass die Kompassnadel grundsätzlich immer nach Norden zeigt, allerdings gibt es auch Gründe, warum diese nicht immer genau nach Norden ausgerichtet ist. Vor allem in der Wildnis kann dieser Faktor über eine gute Orientierung und Navigation entscheidend sein.

Der Kompass stellt nur bedingt eine genaue Orientierunghilfe dar.
Der Kompass stellt nur bedingt eine genaue Orientierunghilfe dar.

Warum die Kompassnadel den Nordpol anzeigt

Grundsätzlich steht ein Kompass mit der Nadel immer in Richtung Norden.

  • Für den Fall, dass Sie sich auf Wanderungen in großen Arealen mit üppiger Flora und Vegetation befinden, sollten Sie sich grundsätzlich mittels Kompass orientieren, damit Sie Ihre Route nicht verlieren und sich verirren. Vor allem bei schlechten Wetter- und Witterungsverhältnissen mit Nebel und gravierenden Stürmen kann der Kompass eine echte Unterstützung bei der Navigation darstellen.
  • Der Kompass enthält zur Orientierung eine magnetisierte Kompassnadel, die sich am Magnetfeld der Erde ausrichtet, sodass die Nadel nach Norden zeigt. Das Erdmagnetfeld selbst kommt dadurch zustande, dass durch erdspezifische Bewegungen ein Erdmagnetfeld ausgebildet wird, welches auf den Erdkern zurückzuführen ist.
  • Bei dem äußeren Kern handelt es sich um ein flüssiges Metall, das, in Bewegung gesetzt, magnetische Ströme entwickelt, die einheitlich das Magnetfeld ausbilden - ähnlich einem gigantischen Dynamo.
  • Warum in bestimmten Regionen der Kompass mit seiner Kompassnadel nicht genau den Norden anzeigt, kann mitunter daran liegen, dass in der Erdkruste ebenfalls magnetisches Gestein die Nadel beeinflusst.
  • Zu unterscheiden sind der geografische und der magnetische Nord- und Südpol, was mitunter Verwirrung stiftet. Grund dafür stellt die Entdeckung des natürlich magnetischen Magnetits dar, dessen entwickeltes Nadelende nach Norden zeigt. Nicht berücksichtigt ist bei dieser Betrachtungsweise, dass diese Magnetit-Kompassnadel nicht mit der Spitze den Norden, sondern Süden anzeigt, denn gegensätzlich geladene Pole des
    Magneten ziehen sich an und stoßen sich nicht ab. Allerdings stellt dieses die Basis der Definition für die Himmelsrichtungen dar, der geografische Norden besitzt dort den magnetischen Südpol.
  • Die Kompassnadel zeigt daher nicht exakt, sondern nur ungefähr die geografische Nordrichtung an, die Abweichung der Nadel von der entsprechenden Nord-Süd-Richtung wird als magnetische Missweisung bezeichnet, auch die Begrifflichkeit der Deklination in diesem Zusammenhang ist gebräuchlich.
  • Relevant dafür, dass die Nadel nicht genau die Richtung anzeigt, ist auch, dass die Lage und Position der Erde sich in Verbindung mit dem abweichenden Magnetfeld bezüglich der Breiten- und Längengrade verändert. Mitunter sind für magnetische Schwankungen das Innen- und Außenfeld der Erde verantwortlich, auch können gravierende Gezeitenkräfte die magnetische Kompassnadel beeinflussen, Sonne und Mond können also die geladene Ionosphäre bezüglich der Magnetkräfte verändern.

Der Norden wird nicht genau angegeben - Relevantes

Da beim Kompass die Nadel äußeren Einflüssen entsprechend oft unterliegt und Ungenauigkeiten und Navigationsfehler mit Abweichungen die Folge sind, musste für den Schiffs- und Flugverkehr eine Navigationshilfe her, die genauer arbeitet. Denn Missweisungen in diesem Bereich können für Treibstoffverschwendung sorgen, auch die Unfallgefahr ist damit erhöht, sofern alleine der Kompass zur Orientierung herangezogen wird.

  • Da die aufgelegte magnetisierte Nadel nicht genau den geografischen Norden anzeigt, vor allem, je näher man sich dem magnetischen Pol nähert, muss eine andere Lösung für dieses Problem herhalten, um die Navigation exakt auszurichten.
  • Der Kreiselkompass stellt die logische Alternative zur magnetischen Orientierungshilfe dar, denn dieser arbeitet nicht auf Basis des Magnetfeldes, ist also von Störungen nicht beeinflusst während der Orientierung.
  • Diese auf Kreiseln statt auf einer Nadel basierende Lösung nutzt das Wissen, dass der Kreisel permanent versucht, seine Lage im Raum beizubehalten. Um Ungenauigkeiten auszuschalten, drehen sich die Kreisel einige Tausend Mal pro Minute in einem Vakuum. Bei Bewegungen eines Schiffes oder Flugzeugs drehen sich die Kreisel allesamt mit, behalten allerdings die Lage im Raum auch bei, sodass keine erdmagnetischen Wirkungen diesen Kreisel beeinflussen können. Die entgegen der Bewegung wirkende Kraft der Kreisel wird dem Kapitän eines Schiffes oder Piloten eines Flugzeugs über die Instrumente vermittelt, sodass dieser genau weiß, wo dieser sich befindet.

Damit stellt die Kompassnadel grundsätzlich ein gutes Instrument dar, die auch den Norden anzeigt; eine Vielzahl von Einflüssen aber kann dafür sorgen, dass die Richtungsweisung nicht genau ist.

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