In der Ausbildung müssen die Eltern zahlen

Es gibt in Deutschland die unterschiedlichsten Einkommensarten und Sozialleistungen. Allerdings kommen nur wenige davon infrage, wenn Sie eine Ausbildung machen. Vorrangig ist zunächst das Einkommen der unterhaltspflichtigen Eltern zu berücksichtigen: Kindesunterhalt geht allen anderen Zahlungen vor - bis auf das Kindergeld.. Die Eltern sind dem Kind bis zum Ende der ersten Ausbildung gegenüber unterhaltspflichtig, unabhängig davon, wie alt das Kind ist. Aber auch nur so lange, wie das Kind seine Ausbildung ab dem 18. Geburtstag auch zielstrebig verfolgt.

Womit Sie Ihren Unterhalt sicher stellen können

  • In Deutschland gilt ein einfaches System: Für eine bestimmte Lebenslage gibt es eine bestimmte Sozialleistung. Sie haben nicht die Wahl, die eine oder die andere Sozialleistung zu nehmen.
  • Während einer Ausbildung kommen grundsätzlich zwei Sozialleistungen infrage: Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) und BAföG. In beiden Leistungen ist bereits ein Anteil für Miete enthalten. Deshalb haben Sie als Auszubildender keinen Anspruch auf Wohngeld.
  • Studenten können außerdem noch bei verschiedenen Banken einen Studienkredit beantragen. Die Voraussetzungen für einen Studienkredit sind unterschiedlich - auch was die Dauer und das Höchstalter angeht.
  • Ein Anspruch auf Hartz IV besteht bei Auszubildenden nur in absoluten Ausnahmefällen, die in § 27 SGB II geregelt sind. Grob gesagt kann ein Anspruch auf zusätzliches Hartz IV bestehen, wenn Sie Verpflichtungen oder Belastungen haben, die ungewöhnlich sind und mit der Ausbildung nichts zu tun haben - zum Beispiel Umgangskontakte mit leiblichen Kindern. Dann können die zusätzlichen Kosten dafür übernommen werden.
  • Für die verschiedenen Leistungen gelten verschiedene "Spielregeln". BAB muss gar nicht, BAföG zu höchstens 50% und Studienkredite zu 100% samt Zinsen zurück gezahlt werden.
  • Ihre Eltern haben für Sie bis zum 25. Geburtstag Anspruch auf Kindergeld, wenn Sie sich in der Ausbildung befinden. Häufig leiten die Eltern das Kindergeld an ihre Kinder weiter. Wenn die Eltern keinen Unterhalt leisten, hat das Kind darauf sogar einen Anspruch.
  • Zur Prüfung, ob Unterhaltszahlungen der Eltern angerechnet werden müssen, sind im Regelfall Einkommensbescheinigungen Ihrer Eltern erforderlich.

Was Sie bei Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beachten müssen

  • Berufsausbildungsbeihilfe bekommen Sie bei einer betrieblichen Ausbildung, wenn die Ausbildungsstelle so weit entfernt ist, dass Sie nicht mehr im elterlichen Haushalt wohnen können. Außerdem, wenn Sie verheiratet sind oder ein leibliches Kind in Ihrem Haushalt versorgen.
  • Wenn Sie bereits volljährig sind, können Sie ohne weitere Voraussetzungen BAB bekommen, wenn Sie außerhalb des elterlichen Haushaltes wohnen.
  • Das Einkommen bzw. die Unterhaltsverpflichtung der Eltern sowie die Ausbildungsvergütung werden immer berücksichtigt. Wenn Sie genug Geld verdienen oder Anspruch auf genug Unterhalt haben, dann gibt's auch kein BAB.
  • Berufsausbildungsbeihilfe bekommen Sie nur für die erste Ausbildung.
  • Ob Sie einen Anspruch auf BAB haben, können Sie schon vorab mit einem Online-Rechner prüfen.
  • BAB können Sie bei der für Sie zuständigen Arbeitsagentur beantragen.

Was Sie bei BAföG beachten müssen

  • BAföG bekommen Sie, wenn Sie eine schulische Berufsausbildung machen (z. B. Altenpfleger oder Erzieher) oder wenn Sie studieren.
  • Für BAföG gilt das Höchstalter bei Ausbildungsbeginn von 30 Jahren, bei Master-Studiengängen von 35 Jahren.
  • Wenn Sie bereits eine Berufsausbildung haben und noch kein BAföG für Sie gezahlt wurde, wird das Einkommen der Eltern nicht mehr berücksichtigt, da diese Ihnen gegenüber nicht mehr unterhaltspflichtig sind.
  • Wenn Sie am Ende zu dem oberen Drittel der besten Absolventen gehören oder nach einiger Zeit den Darlehensanteil des BAföG zum Rückzahlungstermin auf einmal zahlen können, sinkt die Darlehenssumme ganz beträchtlich.
  • Ob Sie einen Anspruch auf BAföG haben, können Sie vorab schon einmal mit einem Online-Rechner klären.
  • BAfög können Sie beim Amt für Ausbildungsförderung beantragen.